Ges­tern Vor­mit­tag hat der Bun­des­tag mit den Stim­men der Koali­ti­on das ver­ab­schie­det. Anfang Juli wird die Zustim­mung des Bun­des­ra­tes erwar­tet. Der Deut­sche Berufs­ver­band für Pfle­ge­be­ru­fe () zeig­te sich nicht gänz­lich zufrie­den mit der nun vor­ge­nom­me­nen Geset­zes­ver­ab­schie­dung, er hät­te sich eine Geset­zes­form gewünscht, die mehr der ent­spro­chen hät­te.

Prof. Chris­tel Bien­stein, Prä­si­den­tin des kün­dig­te an, zu prü­fen an wel­chen Stel­len das Gesetz nicht pra­xis­taug­lich ist und Nach­bes­se­run­gen erfor­der­lich sind. Zudem kri­ti­sier­te sie, dass die Ver­ord­nun­gen zu den Inhal­ten und dem Ablauf der Aus­bil­dung erst noch ver­ab­schie­det wer­den: „Ver­tagt wur­de die Aus­bil­dungs- und Prü­fungs­ord­nung, die­se soll zudem vom nächs­ten Bun­des­tag ver­ab­schie­det wer­den. Das ist absurd!“

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Das in der Form ver­ab­schie­de­te Gesetz wür­de laut DBfK zudem etli­che Ver­lie­rer pro­du­zie­ren: „zual­ler­erst die Alten­pfle­ge, für die eine his­to­ri­sche und lan­ge über­fäl­li­ge Chan­ce der Auf­wer­tung ver­ge­ben wird; die Pfle­ge­schu­len, die sich schwer­tun wer­den, eine Aus­bil­dung zu pla­nen, die vie­le unter­schied­li­che Inter­es­sen bedie­nen soll und bis Ende des zwei­ten Aus­bil­dungs­jah­res kaum kal­ku­lier­bar bleibt, sowie Alten- und Kin­der­kran­ken­pfle­ger, denen wei­ter­hin die auto­ma­ti­sche euro­pa­wei­te Aner­ken­nung ihrer Berufs­aus­bil­dung ver­wehrt ist.“

Rückenstärkung für die Pflege

Posi­tiv hin­ge­gen sei bei­spiels­wei­se, dass es eine Ver­bes­se­rung für die Pra­xis­an­lei­tung geben und das Schuld­geld für die Pfle­ge­aus­bil­dung end­gül­tig abschafft wird, was bei einem Beruf mit gerin­gem Ver­dienst schon längst über­fäl­lig sei.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he (CDU) fin­det posi­ti­ve Wor­te nach der Geset­zes­ver­ab­schie­dung: „In die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode haben wir wirk­lich einen Kraft­akt für die Pfle­ge gestemmt. Wir haben zum 1.Januar die­ses Jah­res die Leis­tun­gen für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge umfas­send ver­bes­sert, gera­de im Hin­blick auf demen­zi­ell erkrank­te Pfle­ge­be­dürf­ti­ge.“ Mit dem ver­ab­schie­de­ten Gesetz wür­de der Pfle­ge der Rücken gestärkt und für Fach­kräf­te-Nach­wuchs gesorgt wer­den. Es trei­be zudem die Arbeits­be­din­gun­gen sowie die Ver­bes­se­rung der Per­so­nal­schlüs­sel vor­an.