Kalte Wickel eignen sich unter anderem bei Prellungen oder zur Fiebersenkung.
Kalte Wickel eignen sich unter anderem bei Prellun­gen oder zur Fieber­sen­kung.Bild: © Surabky | Dreamstime.com

Kalte Wickel wirken unterschiedlich

Bei Verstau­chun­gen, Prellun­gen und Verbren­nun­gen sowie zur Fieber­sen­kung und Durch­blu­tungs­steue­rung stellen kalte Wickel eine hilfrei­che Behand­lungs­me­thode dar. Egal ob im Heim oder Zuhause, ein kalter Wickel kann auf unter­schied­lichste Weisen wirken. Je nach Art der Anwen­dung ruft ein kalter Wickel folgende Reaktio­nen beim Patien­ten hervor:

  • Durch einen lang anhal­ten­den Kälte­reiz wird eine Vasokon­s­trik­tion der Blutge­fäße erzeugt. Bei Prellun­gen kann dadurch die Durch­blu­tung reduziert werden.
  • Kalte Aufla­gen können auch den umgekehr­ten Fall bewir­ken. Durch einen kurzen, aber inten­si­ven Kälte­ein­fluss wird die Durch­blu­tung gestei­gert und der Organis­mus zur eigenen Wärme­pro­duk­tion angeregt.
  • Kalte Wickel sind gerade bei hoher Körper­tem­pe­ra­tur beliebt, da der Organis­mus seine übermä­ßige Wärme nach außen abgeben kann. Hierbei gilt das Prinzip der Verduns­tungs­kälte bei einem feuch­ten und mäßig tempe­rier­ten Wickel.

Kalte Wickel und Quark zur Fiebersenkung

Bei Fieber hat sich der Waden­wi­ckel als bewähr­tes Mittel zur Fieber­sen­kung heraus­ge­stellt. Hierbei ist zu beach­ten, dass die Wickel nur bei angeneh­mer Raumtem­pe­ra­tur und geschlos­se­nem Fenster anzuwen­den sind. Das Innen­tuch wird mit lauwar­mem Wasser übergos­sen und ausge­wrun­gen. Anschlie­ßend wickelt man es um die Waden des zugedeck­ten Patien­ten und wieder­holt dies mit Mittel- und Außen­tuch. Sollten die Füße des Patien­ten während der Behand­lung kalt werden, so ist diese schleu­nigst abzubre­chen. Es wird zusätz­lich empfoh­len, eine Zitrone in das warme Wasser auszu­drü­cken. Die Waden­wi­ckel sind nach 10 Minuten zu wechseln und können im Normal­fall drei Mal in Folge angewen­det werden. Aller­dings immer unter der Prämisse, den Patien­ten nicht unbeob­ach­tet zu lassen.

Eine Alter­na­tive zum Waden­wi­ckel ist die kalte Quark­auf­lage, die zudem auch bei Verstau­chun­gen und Prellun­gen schmerz­lin­dernd wirkt. Der Quark wird großzü­gig auf der entspre­chen­den Körper­stelle verteilt und mit etwas Haushalts­pa­pier oder einer Mullkom­presse bedeckt. Anschlie­ßend wird die Stelle mit den drei Tüchern verbunden.Der Quark sollte dabei Zimmer­tem­pe­ra­tur haben. Diesen Wickel kann der Patient täglich ein bis zwei Stunden tragen und sogar über Nacht anbehal­ten. Der Quark trock­net dabei ein, sodass er nach der Abnahme leicht entfernt werden kann. Die Wirkung ist sofort zu spüren. Durch den Quark wird dem Körper die Hitze entzo­gen, das Spannungs­ge­fühl lässt nach und die Entzün­dung geht zurück. Ein Quark­wi­ckel ist auch im Sommer bei Hautrö­tun­gen oder Sonnen­brand eine empfeh­lens­werte Lösung.

Für die kalte Jahres­zeit sind wärmende Wickel sinnvoll. Lest hier unsere Anlei­tung für einen heißen Kartof­fel­wi­ckel. Weitere Infos gibt es im ersten Teil unserer „Wickel und Auflagen“-Serie.