Liposuktion als Behandlungsmethode bei Lipödem.
Der­zeit kann die Lis­po­suk­ti­on nicht zulas­ten der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung erfol­gen.deborabalves/Pixabay.com [CC0 1.0]

Die 1978 gebo­re­ne Klä­ge­rin lei­det unter einer krank­haf­ten Fett­ver­tei­lungs­stö­rung () und hat sich auf die Emp­feh­lung ihrer behan­deln­den Ärz­te hin für eine Fett­ab­sau­gung (Lipo­suk­ti­on) ent­schie­den. Da ihre Kran­ken­kas­se die Kos­ten­über­nah­me die­ses chir­ur­gi­schen Ein­griffs ablehn­te, mit dem Hin­weis auf alter­na­ti­ve Behand­lungs­mög­lich­kei­ten durch eine Kom­pres­si­ons­the­ra­pie oder Lymph­drai­na­gen, leg­te die zu Behan­deln­de Kla­ge beim Sozi­al­ge­richt (SG) Det­mold ein.

Die Behandlungsmethode wird derzeit vom G‑BA geprüft

Die Kla­ge blieb erfolg­los, die 3. Kam­mer des SG Det­mold schloss sich der Ein­schät­zung der Kran­ken­kas­se an. Grund war, dass es der­zeit weder wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Aus­sa­gen zu Nut­zen und Risi­ken noch belast­ba­re Stu­di­en zur Wirk­sam­keit der Lipo­suk­ti­on gibt. Ob die Lipo­suk­ti­on als Behand­lungs­me­tho­de alter­na­tiv zu kon­ser­va­ti­ven The­ra­pie­mög­lich­kei­ten in Fra­ge kommt und zulas­ten der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung gehen soll, will der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss (G‑BA) prü­fen. Der Beschluss, Stu­di­en zu Nut­zen und Risi­ken der Lipo­suk­ti­on durch­zu­füh­ren, wur­de erst kürz­lich gefasst und eine ent­spre­chen­de Erpro­bungs­richt­li­nie vom G‑BA her­aus­ge­ar­bei­tet. Noch lie­gen aller­dings kei­ne Ergeb­nis­se vor.

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Dar­über hin­aus stüt­ze sich das Gericht in sei­nem Urteil auf das „Gut­ach­ten zur Lipo­suk­ti­on bei Lip- und Lymphö­de­men“ der Sozi­al­me­di­zi­ni­schen Exper­ten­grup­pe des MDK aus dem Jahr 2011, das 2014 aktua­li­siert wur­de. Dem­nach kön­ne nicht zuge­sagt wer­den, dass die Metho­de dem für eine Kran­ken­haus­be­hand­lung not­wen­di­gen „Qua­li­täts­ge­bot des all­ge­mein aner­kann­ten Stan­des der medi­zi­ni­schen Erkennt­nis­se“ genü­ge. Außer­dem stel­le das kei­ne „lebens­be­droh­li­che, regel­mä­ßig töd­li­che Erkran­kung oder wer­tungs­mä­ßig ver­gleich­bar schwe­re Erkran­kung dar, für die eine all­ge­mein aner­kann­te, dem medi­zi­ni­schen Stan­dard ent­spre­chen­de Leis­tung nicht zur Ver­fü­gung steht.“

Wie aus der Pres­se­mit­tei­lung des SG Det­mold her­vor­geht, ist das Urteil vom 02.03.2017 (Az.: S 3 KR 604/15) nicht rechts­kräf­tig, Beru­fung kann ein­ge­legt werden.