Seit April 2017 gilt die neue Psy­cho­the­ra­pie­richt­li­nie, nun zieht die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) ers­te Bilanz. „In kür­zes­ter Zeit haben die Psy­cho­the­ra­peu­ten die Vor­ga­ben der Psy­cho­the­ra­pie­richt­li­nie aus dem GKV-Ver­sor­gungs­stär­kungs­ge­setz umge­setzt und die neu­en Leis­tun­gen – Sprech­stun­den zur Erst­be­ra­tung sowie die Akut­be­hand­lung in beson­ders drin­gen­den Fäl­len – ein­ge­führt“, äußer­te sich der -Vor­stands­vor­sit­zen­de, Dr. Andre­as Gas­sen, posi­tiv. So konn­ten im zwei­ten Quar­tal 2017 ins­ge­samt 346.000 Pati­en­ten die psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Sprech­stun­de wahr­neh­men und 28.900 Pati­en­ten haben eine psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Akut­be­hand­lung erhal­ten. Die­se Zahl hat sich dann im drit­ten Quar­tal deut­lich erhöht: 430.000 Pati­en­ten bean­spruch­ten die Sprech­stun­de und rund 60.000 wur­den in der Akut­be­hand­lung ver­sorgt. Ein Dank ging dabei auch an die Psy­cho­the­ra­peu­ten selbst, da durch ihr Enga­ge­ment ein deut­lich brei­te­res Sprech­stun­den­an­ge­bot als ver­langt ange­bo­ten wer­den wür­de.

Lob und Ermahnung des

Auch der Ver­band der Ersatz­kas­sen (vdek) gab posi­ti­ve Rück­mel­dung in Bezug auf die Reform der ambu­lan­ten : „Vie­len Pati­en­ten ist ins­be­son­de­re durch die Ein­füh­rung der psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Sprech­stun­de und der Akut­be­hand­lung der Zugang zur erheb­lich erleich­tert wor­den“, Ulri­ke Els­ner, Vor­stands­vor­sit­zen­de des . Gleich­zei­tig beton­te sie jedoch, dass die Ver­mitt­lungs­tä­tig­keit, die bereits im Rah­men der Termin­ser­vice­stel­len statt­fin­det, auch auf die ambu­lan­te Richt­li­ni­en­the­ra­pie zuguns­ten der Ver­si­cher­ten aus­ge­wei­tet wer­den muss. Gegen die­sen Beschluss vom Bun­des­schieds­amt hat die Kla­ge ein­ge­legt, die aller­dings – so Els­ner – „kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung ent­fal­tet“ und daher von den KVen umzu­set­zen sei.

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Zum Hintergrund

Die Psy­cho­the­ra­peu­ten­richt­li­nie wur­de einer umfas­sen­den Reform unter­zo­gen, die neu­en Rege­lun­gen gel­ten seit dem 1. April 2017. Um Pati­en­ten einen leich­te­ren Zugang zur psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Behand­lung zu ermög­li­chen, wur­de der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss (G‑BA) zur Über­ar­bei­tung der -Richt­li­nie beauf­tragt; G‑BA und KBV haben dann ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­run­gen getrof­fen. Unter ande­rem wur­den mit der Sprech­stun­den­aus­wei­tung, der Akut­be­hand­lung und Rezi­div­pro­phy­la­xe neue Behand­lungs­op­tio­nen geschaf­fen, das Gut­ach­ter­ver­fah­ren wur­de ver­ein­facht sowie neue Rah­men­be­din­gun­gen für Grup­pen­the­ra­pien ein­ge­führt und min­des­tens zwei pro­ba­to­ri­sche Sit­zun­gen vor jeder Lang­zeit- und Kurz­zeit­the­ra­pie fest­ge­legt.