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Ursula Laag bei ihrem Vortrag über die Verantwortungsebenen im Bereich der Dekubitusprophylaxe.
Ursula Laag bei ihrem Vortrag über die Verant­wor­tungs­ebe­nen im Bereich der Dekubi­tus­pro­phy­laxe.Bild: Stefan Kuhn

Im sechs­ten Jahr ist der Inter­dis­zi­pli­näre WundCon­gress endgül­tig zu einem der wichtigs­ten Branchen­treff­punkte der Wundver­sor­ger gewor­den. Mehr als 1100 Teilneh­me­rin­nen und Teilneh­mer – Pflegende, Wundma­na­ger, Ärzte und Wissen­schaft­ler – disku­tier­ten im Plenum sowie in vier Satel­li­ten­sym­po­sien über die Rollen­ver­tei­lung sowie die haftungs­recht­li­chen Verant­wor­tun­gen in der inter­dis­zi­pli­nä­ren Zusam­men­ar­beit über den Einsatz von Klassi­fi­ka­tio­nen und Diagno­se­ver­fah­ren im Versor­gungs­all­tag sowie über die Einbin­dung teleme­di­zi­ni­scher Anwen­dun­gen zur Koordi­nie­rung der Patien­ten­be­treu­ung. Die Satel­li­ten­sym­po­sien der Kongress­part­ner Deutsche Telekom, sorbion, Granulox und medi gaben den Teilneh­me­rin­nen und Teilneh­mern erneut die Gelegen­heit, sich neben dem laufen­den Vortrags­pro­gramm in kleine­rem Rahmen mit Spezi­al­the­men zu beschäf­ti­gen. Hier wurden in der Vergan­gen­heit bereits neue Medika­mente und Wundbe­hand­lun­gen vorge­stellt – auch in diesem Jahr war der Inter­dis­zi­pli­näre WundCon­gress Anlass zur Vorstel­lung verschie­de­ner Innova­tio­nen. In den Diskus­si­ons­run­den waren hochka­rä­tige Referen­ten wie der Greifs­wal­der Hygie­ni­ker Prof. Dr. Axel Kramer oder der Kölner Pflege­wis­sen­schaft­ler Prof. Dr. Michael Isfort zu hören.

Im gut besuch­ten Plenum im großen Sartory-Saal standen grund­le­gende Fragen der moder­nen Wundver­sor­gung im Mittel­punkt. Dr. Jan Kottner ging als Wissen­schaft­li­cher Leiter Klini­sche Forschung am Clini­cal Research Center for Hair and Skin Science der Berli­ner Charité der Frage nach, welche Klassi­fi­ka­tio­nen in der Diagnos­tik chroni­scher Wunden sinnvoll und möglich sind. Er beleuch­tete zudem die aus der richti­gen Diagnos­tik resul­tie­ren­den klini­schen Konsequenzen.

Dass dabei Ärzte und Pflegende auf Augen­höhe zusam­men­ar­bei­ten müssen, war Ursula Laag vom Deutschen Insti­tut für angewandte Pflege­for­schung (dip) wichtig. Sie wies auch auf die bislang noch weitge­hend ungeklärte Frage der Letzt­ver­ant­wor­tung in der Wundver­sor­gung hin.

Welche wichtige Rolle ein effek­ti­ves Exsudat­ma­nage­ment spielt, verdeut­lichte Thomas Bonkow­ski vom Univer­si­täts­kli­ni­kum Regens­burg. Obwohl das Exsudat oftmals in den Augen der Thera­peu­ten nur einen kleinen Bestand­teil des ganzen Wundge­sche­hens ausma­che, habe es große und weitrei­chende Wirkun­gen für die Betrof­fe­nen und verdiene daher eine beson­dere Aufmerksamkeit.

Mit einem Ausblick auf die umfang­rei­chen Maßnah­men der DAK-Gesund­heit im Bereich der Wundver­sor­gung beschloss der Arzt und Gesund­heits­öko­nom Dr. Jan Helfrich als Referent des Vorstands­vor­sit­zen­den der DAK-Gesund­heit den Kongress­tag mit dem Angebot, gemein­sam mit den Prakti­kern Möglich­kei­ten zur Umset­zung von integrier­ten Versor­gungs­kon­zep­ten zu entwickeln.

„Von moder­ner Wundver­sor­gung profi­tie­ren bis zu sieben Millio­nen Betrof­fene in Deutsch­land. Prakti­ker, Wissen­schaft­ler und Unter­neh­men zusam­men­zu­brin­gen und dadurch innova­tive Ansätze für die alltäg­li­che Patien­ten­ver­sor­gung zu entwi­ckeln ist das Ziel unseres Kongres­ses“, so Initia­tor Prof. Dr. Volker Großkopf zum Abschluss.

Die Tagung wurde erneut durch eine umfang­rei­che Fachaus­stel­lung ergänzt, die von den Besuche­rin­nen und Besuchern rege genutzt wurde. Viele Bilder und Videos des IWC 2013 sind auch im Inter­net auf der Kongress­web­seite sowie auf der Facebook-Seite des Veran­stal­ters PWG-Seminare zu finden.

Im kommen­den Jahr wird sich der IWC wiederum in Köln unter dem Titel „Wunden verste­hen – Wunden heilen“ erneut mit Innova­tio­nen, Konzep­ten und Lösun­gen in der Wundver­sor­gung beschäftigen.