Die „ech­te“ (Influ­en­za) ist nicht zu unter­schät­zen und wird fälsch­li­cher­wei­se oft mit einer Erkäl­tung ver­wech­selt, die sich aller­dings in Schwe­re und Ver­lauf von der Virus­er­kran­kung unter­schei­det. Typi­scher­wei­se wird man von der durch hohes Fie­ber, Hals­schmer­zen, Hus­ten und Schnup­fen schlag­ar­tig und ohne Vor­zei­chen über­rascht. Sie soll­te nicht unter­schätzt wer­den, denn auch ein töd­li­cher Aus­gang ist mög­lich. Gene­rell schwankt die Influ­enza­ra­te von Jahr zu Jahr. Aus­kunft dar­über gibt das Robert Koch-Insti­tut, das für die Win­ter­sai­son wöchent­lich einen Influ­en­za-Bericht ver­öf­fent­licht. Dem­nach sind zumin­dest in der drit­ten Kalen­der­wo­che 2018 die Zah­len der aku­ten Atem­wegs­er­kran­kun­gen (ARE) nicht ange­stie­gen. Mit bis­lang 4.291 gemel­de­ten Influ­enza­fäl­len und ins­ge­samt 11.103 Fäl­len seit der 40. Mel­de­wo­che blei­ben die Wer­te sta­bil.

Wenn man dann aber tat­säch­lich krank gewor­den ist, stellt sich bei vie­len oft­mals die Fra­ge: Blei­be ich zuhau­se oder gehe ich trotz­dem zur Arbeit? Mög­li­cher­wei­se möch­te man die Kol­le­gen nicht im Stich las­sen, sie nicht ver­grau­len oder aber man sorgt sich um sei­nen Arbeits­platz und fürch­tet ihn zu ver­lie­ren, wenn man sich krank­mel­det.

An die eigene Gesundheit denken

Wenn die­se Situa­ti­on ein­tritt, soll­te man sich von sol­chen Gedan­ken lösen und sich zum einen fra­gen, ob man über­haupt arbeits­fä­hig ist und zum ande­ren, ob der Kör­per nicht tat­säch­lich ein­fach eine Pau­se braucht, um sich zu erho­len. Dar­über hin­aus stellt sich die Fra­ge, ob man recht­lich gese­hen über­haupt sei­ner Tätig­keit nach­ge­hen darf, wenn eine auf­grund Krank­schrei­bung beschei­nigt wur­de. Gene­rell gilt: wenn man als Arbeit­neh­mer nach­weis­lich krank ist, dann obliegt die Ent­schei­dung einem selbst, ob man bei der Arbeit erscheint oder sich krank­mel­det. Dabei soll­te natür­lich stets gewis­sen­haft und in Anbe­tracht des gesund­heit­li­chen Zustands ent­schie­den wer­den. Es ist einem selbst also über­las­sen, ob man sei­ne Rech­te aus dem § 275 BGB gel­tend macht oder nicht. Dass die Krank­schrei­bung also gleich­zei­tig ein Arbeits­ver­bot sei, ist ein Irr­tum.

Fürsorgepflicht des Arbeitgebers

Gleich­zei­tig darf der Arbeit­ge­ber sei­ne Für­sor­ge­pflicht gegen­über sei­nen Beschäf­tig­ten nicht ver­nach­läs­si­gen und darf dem­nach kei­ne Arbeits­leis­tung ver­lan­gen, wenn er über die Krank­heit Bescheid weiß. Wenn er dies doch tut bei Kennt­nis der Krank­heit, dann ver­än­dert sich auch die haf­tungs­recht­li­che Situa­ti­on, und zwar zu Las­ten des Arbeit­ge­bers.

Wenn man trotz Krank­heit und Vor­lie­gen einer AU der Arbeit nach­ge­hen möch­te, dann soll­te ein Arbeit­ge­ber sich eine ent­spre­chen­de Erklä­rung von sei­nem Beschäf­tig­ten unter­schrei­ben las­sen. Aus die­ser soll­te her­vor­ge­hen, dass letz­te­rer über sei­ne Rech­te in die­sem Zusam­men­hang auf­ge­klärt ist und sich selbst aber in der Lage fühlt, sei­ne Arbeits­auf­ga­ben wahr­zu­neh­men. Wenn trotz des­sen Zwei­fel bestehen, soll­te ein Arbeit­ge­ber sei­nen Beschäf­tig­ten bes­ser wie­der nach Hau­se schi­cken. Ins­be­son­de­re Men­schen, die einem Gesund­heits­be­ruf nach­ge­hen, soll­ten sich zwei­mal über­le­gen, ob sie sich krank zur Arbeit „schlep­pen“. Schließ­lich sol­le das Mot­to „Kran­ke pfle­gen Kran­ke“ nicht an der Tages­ord­nung ste­hen und letzt­lich bringt man nicht nur die ohne­hin immun geschwäch­ten Pati­en­ten in Anste­ckungs­ge­fahr, son­dern auch die eige­nen Kol­le­gen.