Ver­gan­ge­ne Woche hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn eine Ver­ord­nung zur Fest­le­gung von Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen für pfle­ge­sen­si­ti­ve Kran­ken­haus­be­rei­che auf den Weg gebracht. Die Ver­ord­nung sei Resul­tat geschei­ter­ter Ver­hand­lun­gen der Inter­es­sen­ver­tre­ter von Kran­ken­häu­sern und Kran­ken­kas­sen. Da sie sich nicht auf eine Rege­lung für die geplan­ten Per­so­nal­un­ter­gren­zen eini­gen konn­ten, habe das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um eine Rege­lung tref­fen müs­sen, hieß es in einem Twit­ter-Bei­trag Spahns.

Dar­auf haben mit­un­ter die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DKG) sowie der Deut­sche Berufs­ver­band für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK) mit Kri­tik reagiert:

Der Prä­si­dent der DKG, Dr. Gerald Gaß, hält die Umset­zung der Vor­ga­ben für unrea­lis­tisch und pro­gnos­ti­ziert für Inten­siv­sta­tio­nen eine dras­ti­sche Ver­knap­pung der Behand­lungs­ka­pa­zi­tä­ten infol­ge der Vor­ga­ben: „Zahl­rei­che Kli­ni­ken mit Inten­siv­sta­tio­nen wer­den nicht mehr in der Lage sein, zusätz­li­che Pati­en­ten auf­zu­neh­men, weil sie ansons­ten die Per­so­nal­vor­ga­ben nicht mehr erfül­len“, so Gaß. Auch der Umgang mit Per­so­nal­un­ter­gren­zen in Aus­nah­me­zu­stän­den – bei­spiels­wei­se im Fal­le von Epi­de­mi­en oder wenn Pfle­ge­kräf­te erkran­ken – sieht Gaß nicht hin­rei­chend abge­deckt in der Ver­ord­nung. Dar­über hin­aus sei bekannt, dass ein hoher Man­gel an Pfle­ge­fach­kräf­ten bestehe. Vor­wür­fe, dass Kran­ken­häu­ser bewusst nicht genü­gend Fach­kräf­te ein­stel­len wür­den, wies Gaß daher zurück.

Nach Mei­nung des DBfK wür­den die getrof­fe­nen Rege­lun­gen nicht zu einer erhöh­ten Pati­en­ten­si­cher­heit füh­ren. Außer­dem sei pro­ble­ma­tisch, dass die Per­so­nal­un­ter­gren­zen nur für bestimm­te Berei­che gel­ten sol­len. Laut DBfK bestehe dadurch die Gefahr, dass Pfle­ge­fach­per­so­nen von ande­ren Berei­chen auf die von der Ver­ord­nung ein­ge­schlos­se­nen Berei­che ver­legt wer­den. Der DBfK for­der­te daher „eine Per­so­nal­be­mes­sung, die sich an den Ver­sor­gungs­be­dar­fen der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten ori­en­tiert“.