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Laut einer Studie verdienen Alten- und Krankenpflegekräfte weniger als der Bundesdurchschnitt aller Beschäftigten.
Laut einer Stu­die ver­die­nen Alten- und Kran­ken­pfle­ge­kräf­te weni­ger als der Bun­des­durch­schnitt aller Beschäf­tig­ten.Pio­tr Marcinski/Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Laut den Zah­len der aktu­el­len Stu­die „Auf­wer­tung von sozia­len Dienst­leis­tun­gen – War­um sie not­wen­dig ist und wel­che Stol­per­stei­ne noch auf dem Weg lie­gen“ der Hans-Böck­ler-Stif­tung ver­die­nen exami­nier­te Alten- und Kran­ken­pfle­ge­fach­kräf­te weni­ger als Beschäf­tig­te im bun­des­wei­ten Durch­schnitt. Und das trotz des gra­vie­ren­den Fach­kräf­te­man­gels, den die Bun­des­agen­tur für Arbeit für alle 16 Bun­des­län­der signa­li­siert. Wäh­rend der durch­schnitt­li­che Brut­to­stun­den­lohn einer Alten­pfle­ge­fach­kraft bei 14,24 Euro, eines Erzie­hers oder einer Erzie­he­rin bei 15,91 Euro und in der Kran­ken­pfle­ge bei 16,23 Euro liegt, so liegt der durch­schnitt­li­che Brut­to­lohn aller Beschäf­tig­ten in Deutsch­land bei 16,97 Euro. Hel­fe­rin­nen und Hel­fer in der Kran­ken- und der Alten­pfle­ge ver­die­nen mit 11,09 bzw. 11,49 Euro brut­to pro Stun­de noch mal deut­lich weni­ger.

Permanente Personalverluste in der Branche aus diversen Gründen

Die Stif­tung deu­tet das gerin­ge Ein­kom­men als einen wesent­li­chen Fak­tor dafür, dass sozia­le Beru­fe für vie­le unat­trak­tiv blei­ben. Hin­zu kom­men die kör­per­li­chen und psy­chi­schen Belas­tun­gen, die mit einem sol­chen Berufs­bild ver­bun­den sind. Per­so­nal­knapp­heit, schlech­te Arbeits­zei­ten und ein unüber­sicht­li­ches Aus­bil­dungs­sys­tem erschwe­ren zusätz­lich dann den ohne­hin anspruchs­vol­len Beruf. Auf die­se Wei­se ent­ste­he häu­fig ein „Teu­fels­kreis“, bei dem auf­grund der pre­kä­ren Per­so­nal­si­tua­ti­on und den hohen Belas­tun­gen nur noch mehr Beschäf­tig­te im sozia­len Bereich aus dem Beruf aus­stei­gen.

Dabei sei­en sozia­le Dienst­leis­tun­gen ein Teil der gesell­schaft­li­chen Infra­struk­tur, schrei­ben die Exper­tin­nen Chris­ti­na Schild­mann und Dr. Doro­thea Voss in ihrer Unter­su­chung. „Wo sie nicht zur Ver­fü­gung ste­hen, wird das Leben im All­tag oft zur Zer­reiß­pro­be.“ Daher kön­ne es sich eine moder­ne, indi­vi­dua­li­sier­te Gesell­schaft wie in Deutsch­land nicht län­ger leis­ten, immer noch auf die Über­nah­me sozia­ler Dienst­leis­tun­gen durch Ange­hö­ri­ge zu set­zen. Eine umfas­sen­de Auf­wer­tung sozia­ler Beru­fe sei daher drin­gend erfor­der­lich und auch volks­wirt­schaft­lich durch­aus sinn­voll. Schließ­lich wür­den Staat und Sozi­al­ver­si­che­run­gen zusätz­li­che Ein­nah­men erzie­len, wenn höhe­re Löh­ne und ein grö­ße­res Arbeits­zeit­vo­lu­men geschaf­fen wür­den.

Ein Blick ins Aus­land zeigt, dass es auch anders lau­fen kann: Laut Stu­die kom­men in US-ame­ri­ka­ni­schen Kran­ken­häu­sern durch­schnitt­lich 5,3 Pati­en­ten auf eine Pfle­ge­fach­kraft, in den Nie­der­lan­den 7, in Schwe­den 7,7 und in der Schweiz 7,9. In Deutsch­land kom­men dage­gen auf eine Kran­ken­pfle­ge­kraft im Schnitt 13 Pati­en­ten.

Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten sieht die Stif­tung in der Ein­füh­rung ver­bind­li­cher Per­so­nal­schlüs­sel sowie in einer Tarif­stei­ge­rung und in bes­se­ren beruf­li­chen Ent­wick­lungs­chan­cen.

Inzwi­schen suchen sich Pfle­ge­kräf­te auch neue Wege: Die Zahl von Pfle­ge­kräf­ten steigt, die sich spe­zia­li­sier­te Pfle­ge­dienst­leis­ter wie die avan­ti GmbH als neue Arbeit­ge­ber aus­su­chen. Zum einen ist die Bezah­lung ein Argu­ment, ein wei­te­res ist die Mög­lich­keit aus dem Drei-Schicht-Sys­tem der Kli­ni­ken und Pfle­ge­hei­me zu einer bes­se­ren Ver­ein­bar­keit von Beruf und Fami­lie zu kom­men, in dem man den eige­nen Dienst­plan wesent­lich selbst bestim­men kann.