Der Ent­wurf für die geplan­ten Per­so­nal­un­ter­gren­zen ist bereits viel­fach auf Kri­tik gesto­ßen. Es feh­le die Daten­grund­la­ge, die Vor­ga­ben bie­ten Frei­raum zum „Trick­sen“ und umsetz­bar sei­en sie ohne­hin nicht – so jeden­falls der all­ge­mei­ne Kon­sens der Kri­ti­ker.

Daher haben sich zahl­rei­che Pfle­ge­ver­bän­de, Insti­tu­tio­nen und Pati­en­ten­funk­tio­nä­re zu einem brei­ten Bünd­nis zusam­men getan und for­dern vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um die Ent­wick­lung eines Per­so­nal­be­mes­sungs­tools. Dies soll pfle­ge­wis­sen­schaft­lich fun­diert sein, sich am indi­vi­du­el­len Pfle­ge­be­darf aus­rich­ten und flä­chen­de­ckend in deut­schen Kran­ken­häu­sern ange­wandt wer­den.

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In ihrer For­de­rung benen­nen die Bünd­nis­mit­glie­der die -Per­so­nal­re­ge­lung (PPR) aus den 1990er Jah­ren als Bei­spiel für ein „prak­ti­ka­bles und büro­kra­tie­ar­mes Instru­ment zur Pla­nung des Pfle­ge­per­so­nal­ein­sat­zes in Abhän­gig­keit vom Pati­en­ten­be­darf“. Es sei ein bewähr­tes Prin­zip, es müs­se ledig­lich moder­ni­siert und an aktu­el­le pfle­ge­fach­li­che Erkennt­nis­se ange­passt wer­den – zu einer PPR 2.0.

Fünf Vor­tei­le sehen die Bünd­nis­mit­glie­der in einer PPR 2.0:

  • Sie könn­te auf allen Sta­tio­nen ange­wen­det wer­den und wür­de ope­ra­ti­ve Umset­zungs­schwie­rig­kei­ten sowie Umge­hungs­stra­te­gien mit nach­fol­gen­dem büro­kra­ti­schem Kon­troll­auf­wand ver­mei­den
  • Eine schritt­wei­se Annä­he­rung der Ist-Situa­ti­on der Per­so­nal­be­mes­sung an die Soll-Situa­ti­on wäre umsetz­bar
  • Eine Anga­be des ein­fa­chen Ver­hält­nis­ses von Per­so­nal­be­stand zu Per­so­nal­be­darf auf der Grund­la­ge eines pfle­ge­wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Per­so­nal­be­mes­sungs­tools ist unmit­tel­bar auch für den Pati­en­ten ver­ständ­lich
  • Die am Bett soll von den Kos­ten­trä­gern finan­ziert wer­den. Dazu ist eine trag­fä­hi­ge Daten­grund­la­ge not­wen­dig, die aus den Ergeb­nis­sen einer flä­chen­de­cken­den Per­so­nal­be­mes­sung gewon­nen wer­den kann
  • Eine Erhe­bung und Ver­öf­fent­li­chung der Ergeb­nis­se einer Per­so­nal­be­mes­sung kön­nen frucht­bar für neue For­schungs­an­sät­ze etwa in Bezug auf die Pfle­ge­ver­sor­gung gemacht wer­den

Zu dem Bünd­nis gehö­ren mit­un­ter der Deut­sche Pfle­gerat (DPR), das Akti­ons­bünd­nis Pati­en­ten­si­cher­heit (APS) sowie die Deut­sche Gesell­schaft für Pfle­ge­wis­sen­schaft (DGP).

„Ein am indi­vi­du­el­len Pfle­ge­be­darf aus­ge­rich­te­tes und pfle­ge­wis­sen­schaft­lich fun­dier­tes Per­so­nal­be­mes­sungs­tool bzw. eine ent­spre­chend wei­ter­ent­wi­ckel­te PPR 2.0 ist ein unver­zicht­ba­res Kern­stück einer am Pati­en­ten­wohl aus­ge­rich­te­ten, evi­denz­ba­sier­ten Pfle­ge­per­so­nal­aus­stat­tung. Wir for­dern daher den Gesetz­ge­ber auf, schnellst­mög­lich, also noch mit der anste­hen­den Gesetz­ge­bung zum -Stär­kungs­ge­setz, die (Weiter-)Entwicklung und nach­fol­gen­de ver­pflich­ten­de Anwen­dung eines sol­chen Per­so­nal­be­mes­sungs­sys­tems flä­chen­de­ckend in deut­schen Kran­ken­häu­sern zu eta­blie­ren“, kom­men­tier­te Franz Wag­ner, Prä­si­dent des DPR, die For­de­rung.