Zur Ein­füh­rung der geplan­ten Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen haben am Mon­tag der GKV-Spit­zen­ver­band und die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DKG) eine außer­or­dent­li­che Sit­zung abge­hal­ten. Von einer Eini­gung kann bis­lang jedoch nicht die Rede sein. Die DKG wies den bis­he­ri­gen Ver­hand­lungs­stand als „nicht akzep­ta­bel“ zurück.

DKG: Willkürlich gewählter Grenzwert

Vor­ge­se­hen ist sei­tens GKV-Spit­zen­ver­band die Fest­le­gung eines sta­tis­ti­schen Grenz­wer­tes von 25 Pro­zent zur Bemes­sung der Unter­gren­zen. Unter den aus­ge­wer­te­ten Kli­ni­ken wür­den dann immer die letz­ten 25 Pro­zent eine nicht aus­rei­chen­de Per­so­nal­aus­stat­tung mar­kie­ren und sei­en zur Auf­sto­ckung ihres Per­so­nals oder zur Absen­kung ihres Leis­tungs­ni­veaus ver­pflich­tet. Genau in die­sem Punkt liegt der wesent­li­che Kri­tik­punkt der DKG, die die­sen Wert als will­kür­lich gewählt und zu hoch ange­setzt bewer­tet. Die empi­ri­schen Ana­ly­sen, die die­ser Bemes­sung zugrun­de lie­gen, hält die DKG für zu wenig reprä­sen­ta­tiv und aus­sa­ge­kräf­tig. „Wir kön­nen kei­ner Ver­ein­ba­rung zustim­men, die ohne aus­rei­chen­de empi­ri­sche Grund­la­ge solch weit­rei­chen­de Fest­le­gun­gen zur Per­so­nal­aus­stat­tung trifft“, erklärt DKG-Prä­si­dent Dr. Gerald Gaß.

Ins­be­son­de­re für den Bereich der Inten­siv­me­di­zin hält die DKG den ange­setz­ten Wert für kri­tisch. Dem­nach wür­de für Inten­siv­sta­tio­nen ein Ver­hält­nis von 1,7 Pati­en­ten je Pfle­ge­kraft als Unter­gren­ze fest­ge­legt wer­den. „Nur weni­ge Pati­en­ten mehr an eini­gen Tagen wür­den dazu füh­ren, dass die Vor­ga­ben nicht ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen“, heißt es in der DKG-Mit­tei­lung wei­ter. Zudem sei­en sogar die Leit­li­ni­en der medi­zi­ni­schen Fach­ge­sell­schaft deut­lich weni­ger streng und defi­nie­ren einen Per­so­nal­schlüs­sel von 2 zu 1 als Nor­mal­be­set­zung. Mit dem Modell zur Bemes­sung der Per­so­nal­un­ter­gren­zen kön­ne etwas nicht stim­men, wenn die­ses sogar schär­fer for­mu­liert sei als die ent­spre­chen­den Leit­li­ni­en, so Gaß. Aus die­sem Grund schlägt die DKG einen Grenz­wert von zehn Pro­zent vor.

GKV leht den Vorschlag der DKG ab

Laut GKV-Spit­zen­ver­band hin­ge­gen sei die Daten­er­he­bung vor allem für die Inten­siv­me­di­zin und Ger­ia­trie sta­tis­tisch durch­aus aus­rei­chend zur Fest­set­zung von Per­so­nal­un­ter­gren­zen. Einen Grenz­wert von zehn Pro­zent lehnt der Ver­band ent­schie­den ab. „Dann müss­ten ledig­lich die schlech­tes­ten zehn Pro­zent der Kli­ni­ken ihre Per­so­nal auf den nied­rigs­ten Wert der übri­gen 90 Pro­zent der Kli­ni­ken anpas­sen“, erklärt der Ver­band in sei­nem State­ment. „Ange­sichts der qua­li­täts­kri­ti­schen Situa­ti­on in der Pfle­ge ist der Bevöl­ke­rung nicht zu ver­mit­teln, dass Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen fest­ge­legt wer­den, die in 90 Pro­zent der betrof­fe­nen Häu­ser kei­ner­lei Wir­kung ent­fal­ten“, so Johann-Magnus v. Sta­ckel­berg, stell­ver­tre­ten­der Vor­stands­vor­sit­zen­der des GKV-Spit­zen­ver­ban­des.

Eine ver­bind­li­che Fest­set­zung der Unter­gren­zen ist für die Zeit ab dem 01.01.2019 vor­ge­se­hen, so wur­de es per Gesetz fest­ge­legt. Wenn sich DKG und GKV-Spit­zen­ver­band nicht eini­gen kön­nen, dann wird sich das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um ein­schal­ten.