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Personalschlüssel in der Pflege
Der Deut­sche Bun­des­rat for­dert die Sicher­stel­lung eines ange­mes­se­nen Pfle­ge­per­so­nal­schlüs­sels ab 2019.Vik­tor Levi | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

In einem Beschluss des Deut­schen Bun­des­rats vom ver­gan­ge­nen Frei­tag geht es um die Sicher­stel­lung eines ange­mes­se­nen Per­so­nal­schlüs­sels in der , die von den Län­dern kürz­lich per Ent­schlie­ßungs­an­trag ein­ge­for­dert wur­de (wir berich­te­ten).

Ab 2019 müs­sen ver­bind­li­che Per­so­nal­un­ter­gren­zen in der gel­ten, so wur­de es bereits im ver­gan­ge­nen Jahr beschlos­sen. Auf die Rege­lung im Ein­zel­nen müs­sen sich gemäß Sozi­al­ge­setz­buch (SGB) V die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DKG) und der GKV-Spit­zen­ver­band bis Ende Juni die­ses Jah­res eini­gen. Kommt kei­ne Eini­gung zustan­de, wird das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um ent­spre­chen­de Ver­ord­nun­gen erlas­sen müs­sen.

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Ein klarer Auftrag an Jens Spahn

Das Land Ber­lin ist erfreut, dass die Bun­des­rats­in­itia­ti­ve zur Sicher­stel­lung eines umfas­sen­den Pfle­ge­per­so­nal­schlüs­sels einen Schritt nach vor­ne geht. Die Sena­to­rin für Gesund­heit, Pfle­ge und Gleich­stel­lung Ber­lins, Dilek Kolat, erklär­te dazu: „Der Bun­des­rat hat dem neu­en Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn einen kla­ren Auf­trag erteilt. Er muss sich mit Hoch­druck um die Pfle­ge küm­mern und hier die Bedin­gun­gen für Pfle­gen­de und Pati­en­ten ver­bes­sern. In den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren ist die Zahl des Pfle­ge­per­so­nals in den Kran­ken­häu­sern um 30 Pro­zent gesun­ken. Im Ver­gleich dazu gab es 25 Pro­zent mehr Ärz­tin­nen und Ärz­te. Die Fol­ge ist eine Über­las­tung des Pfle­ge­per­so­nals durch Über­stun­den, Dop­pel­schich­ten und die Nicht­ein­hal­tung der Pau­sen­zei­ten. Dadurch wan­dert das Fach­per­so­nal aus den Pfle­ge­be­ru­fen ab und die Pati­en­ten­ver­sor­gung wird beein­träch­tigt. Des­halb for­dern wir ver­bind­li­che Per­so­nal­schlüs­sel und damit ein­her­ge­hend die Erhö­hung der Zahl der Pfle­ge­kräf­te.“

Ber­lin und die ande­ren Län­der befürch­ten, dass die Rege­lung nur für pfle­ge­in­ten­si­ve Berei­che gel­tend gemacht wer­de und hat­ten in dem Antrag die Sicher­stel­lung zur spür­ba­ren Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on in der Pfle­ge durch Per­so­nal­un­ter­gren­zen gefor­dert. Im Kon­kre­ten möch­te man errei­chen, dass der Per­so­nal­schlüs­sel aus­schließ­lich durch Fach­per­so­nal und nicht bei­spiels­wei­se durch Aus­zu­bil­den­de erfüllt wer­den darf. Man möch­te zudem ver­hin­dern, dass eine Ver­bes­se­rung der Per­so­nal­si­tua­ti­on von Pfle­ge­fach­kräf­ten dazu führt, dass die dadurch ent­ste­hen­den Kos­ten zulas­ten der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen gehen. Wei­ter­hin wird ein ange­mes­se­ner Per­so­nal­schlüs­sels für die sta­tio­nä­re Heb­am­men­be­treu­ung gefor­dert.

Der Beschluss des Bun­des­ra­tes mit den ent­spre­chen­den For­de­run­gen wur­de nun an die Bun­des­re­gie­rung wei­ter­ge­lei­tet.

„Die Personalbemessung muss robust gestaltet sein“

Auch aus den Rei­hen der Lan­des­pfle­ge­kam­mern kamen bereits Reak­tio­nen zu den bis­her bekannt gewor­de­nen Rege­lun­gen der DKG und des GKV-Spit­zen­ver­ban­des zum The­ma Per­so­nal­un­ter­gren­zen. Dem­nach sei bei­spiels­wei­se vor­ge­se­hen, dass ein Drit­tel des Per­so­nal­schlüs­sels auch aus Hilfs­kräf­ten zusam­men­ge­setzt sein dür­fe. Zudem müs­se der Schlüs­sel laut bis­he­ri­gen Vor­ga­ben nur quar­tals­wei­se im Durch­schnitt erreicht wer­den, nicht aber in jeder Schicht.

Sei­tens des Prä­si­den­ten der rhein­land-pfäl­zi­schen Lan­des­pfle­ge­kam­mer,  Dr. Mar­kus Mai, stie­ßen die­se Anga­ben auf Kri­tik: „Offen­sicht­lich soll der aku­te Fach­kräf­te­man­gel als Vor­wand die­nen, um die drin­gend benö­tig­te, gesetz­lich gere­gel­te Per­so­nal­be­mes­sung zu unter­lau­fen. Die Per­so­nal­be­mes­sung muss so robust gestal­tet sein, dass die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen nicht zwangs­läu­fig in den Burn-Out getrie­ben wer­den“, so Mai.