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Bärentraube
Echte Bären­traube (Arcto­st­a­phy­los uva-ursi)Bild: Sten Porse/Wikimedia Commons

Forscher der Univer­si­täts­me­di­zin Göttin­gen (UMG) unter­su­chen derzeit in einer klini­schen Studie, inwie­weit ein aus den Blättern der Echten Bären­traube (Arcto­st­a­phy­los uva-ursi) gewon­ne­nes Extrakt bei der Behand­lung von Blasen­ent­zün­dun­gen Verwen­dung finden können. Unter­stüt­zung erhal­ten sie dabei von Kolle­gen der Medizi­ni­schen Hochschule Hanno­ver (MHH) sowie der Univer­si­tät Bremen.

In der Volks­heil­kunde stellt die Bären­traube, die zu den Heide­kraut­ge­wäch­sen zählt, schon lange keine Unbekannte mehr dar: Seit Jahrhun­der­ten wird es als Heilmit­tel bei bakte­ri­el­len Infek­tio­nen der Harnwege genutzt. Wissen­schaft­lich belast­bare Daten, die für eine Wirksam­keit von Bären­trau­ben­blät­ter sprechen, existie­ren bislang jedoch nicht. Dies wollen die Göttin­ger Forscher nun mit der Studie nun nachholen.

An der Studie betei­li­gen sich 38 Hausarzt­pra­xen in Nieder­sa­chen, Nordrhein-Westfa­len und Bremen mit ihren Patien­tin­nen. Die Proban­den mit einem Alter von 18 bis 75 Jahren weisen die typischen Symptome eines unkom­pli­zier­ten Harnweg­in­fekts auf. Für die Unter­su­chung werden sie nach dem Zufalls­prin­zip in zwei Gruppen unter­teilt: Dabei erhält die eine Gruppe ein Bären­trau­ben­ex­trakt, die andere ein Antibiotikum.Wer welche Variante erhält ist dabei weder für die Proban­den, noch für ihre behan­deln­den Ärzte ersicht­lich (sogenannte Doppel-Blind-Studie).

Sollte sich die Verwen­dung von Bären­trau­ben als wirkungs­volle Alter­na­tive zu einer Antibio­ti­ka­gabe heraus­stel­len, so könnte sich dadurch der Verbrauch von Antibio­tika bei der Behand­lung eines unkom­pli­zier­ten Harnweg­in­fekts deutlich reduzie­ren. Letzte­res wäre zudem ein weite­rer Schritt, die Bildung von weite­ren Antibio­ti­ka­re­sis­ten­zen hinaus­zu­zö­ge­ren, so die Hoffnung der Wissenschaftler.

Das Bundes­mi­nis­te­rium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Studie mit 1,5 Millio­nen Euro.

Quelle: idw