Anzei­ge
avanti

Ste­fan Dürha­ger fragt: Ist die Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift wirk­lich so ein­deu­tig, dass sie das Tra­gen eines kan­ten­lo­sen Uten­sils (Ehe­ring) verbietet?

Ant­wort der Redak­ti­on: § 35 Abs. 2 der All­ge­mei­nen Vor­schrif­ten der UVV gibt vor, dass Schmuck­stü­cke, Arm­band­uh­ren oder ähn­li­che Gegen­stän­de beim Arbei­ten nicht getra­gen wer­den dür­fen, wenn sie zu einer Gefähr­dung füh­ren kön­nen. Zu die­sen Schmuck­stü­cken zählt dabei auch ein Ehe­ring, unab­hän­gig davon, ob er kan­tig oder kan­ten­los ist.

Die­se Vor­schrift dürf­te gera­de bei der pfle­ge­ri­schen Tätig­keit zur Ver­hü­tung eines Unfalls zur Anwen­dung kom­men. Denn das Tra­gen eines Ehe­rings kann in vie­len denk­ba­ren Situa­tio­nen sowohl zu einer Gefähr­dung des Pfle­ge­per­so­nals als auch des Pati­en­ten füh­ren. Dabei ist bei­spiels­wei­se auf eine mög­li­che Infek­ti­ons­ge­fahr des Pati­en­ten bei der Behand­lung einer offe­nen Ver­let­zung durch die Pfle­ge­kraft anzu­füh­ren. Wei­ter­hin besteht die Mög­lich­keit, dass sich der Ehe­ring der Pfle­ge­kraft mit Schläu­chen ver­hakt und der Pati­ent dadurch in gesund­heit­li­che Gefahr gebracht wird.

In die­sem Zusam­men­hang ist zudem dar­auf hin­zu­wei­sen, dass das Tra­gen von Schmuck in Rönt­gen­räu­men gene­rell aus gesund­heit­li­chen Grün­den ver­bo­ten ist. Außer­dem soll­te das Tra­gen eines Ehe­rings aus Grün­den der Ste­ri­li­tät und der Hygie­ne gera­de bei der Inten­siv­pfle­ge unter­las­sen werden.