Als schwangere Pflegekraft dürfen körperliche Arbeiten nicht mehr ausgeführt werden.
Als schwan­ge­re Pfle­ge­kraft dür­fen kör­per­li­che Arbei­ten nicht mehr aus­ge­führt wer­den.© Pik­sel | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Seit dem 01.01.2018 gel­ten die refor­mier­ten Rege­lun­gen des Mut­ter­schutz­ge­set­zes (MuSchG). Das Gesetz gilt dem­nach nicht mehr nur für Arbeit­neh­me­rin­nen, son­dern auch für Schü­le­rin­nen, Prak­ti­kan­tin­nen und Stu­den­tin­nen. Die zuläs­si­gen Auf­ga­ben­be­rei­che für eine schwan­ge­re Frau sind gesetz­lich fest­ge­hal­ten.

Arbeitszeiten während der

§ 5 Abs. 1 des MuSchG sieht ein Nacht­schicht-Ver­bot für schwan­ge­re Frau­en vor. Dem­nach dür­fen Frau­en von 20 Uhr bis 6 Uhr kei­nen Dienst antre­ten. Erklärt sich die Frau zur Arbeit bereit und gibt es sei­tens des Arz­tes kei­ne Ein­wän­de, so darf die Frau bis 22 Uhr im Dienst blei­ben. Gesetz­lich fest­ge­legt ist eine unun­ter­bro­che­ne Ruhe­zeit von elf Stun­den. Eben­so dür­fe kei­ne Mehr­ar­beit geleis­tet wer­den. Bei Frau­en über 18 Jah­ren bedeu­tet das, nicht mehr als acht Stun­den am Tag (acht­ein­halb bei Min­der­jäh­ri­gen) und 90 (80) Stun­den in der Dop­pel­wo­che arbei­ten zu dür­fen. Auch an Sonn- und Fei­er­ta­gen ist es dem Arbeit­ge­ber unter­sagt, eine schwan­ge­re Mit­ar­bei­te­rin ein­zu­tei­len. Hier kann es jedoch Aus­nah­men geben. Erklärt sich die Frau aus­drück­lich zum Dienst bereit, ist die Gefähr­dung der Frau und des Kin­des aus­ge­schlos­sen und erhält die Frau ent­spre­chen­de Ersatz­ru­he­ta­ge, so darf die Frau gemäß § 6 Abs. 1 Satz 2 MuSchG an sol­chen Tagen ein­ge­setzt wer­den. Da in der Pfle­ge­bran­che laut § 10 Abs. 1 Nr.3 ArbZG eine Aus­nah­me vom Ver­bot der Arbeit an Sonn- und Fei­er­ta­gen besteht, sind für eine schwan­ge­re Pfle­ge­kraft die drei obi­gen Vorraus­set­zung zu erfül­len, wenn sie an einem Sonn­tag ihren Dienst antre­ten will.

No-Go in der : Körperliche Arbeit

Unab­hän­gig von der jewei­li­gen kör­per­li­chen Kon­sti­tu­ti­on der Frau bewahrt § 11 des MuSchG die ange­hen­de Mut­ter vor Tätig­kei­ten mit Gefahr­stof­fen und kör­per­li­cher Belas­tung. Dabei gilt immer die Prä­mis­se, dass die Arbeit weder der Frau, noch dem Kind in irgend­ei­ner Wei­se scha­den kön­ne. Die Frau sol­le sich nicht groß­ar­tig stre­cken oder beu­gen, auch Arbei­ten im Ste­hen sind nach dem fünf­ten Schwan­ger­schafts­mo­nat ab einer Dau­er von vier Stun­den gesetz­lich unzu­läs­sig. Beschäf­ti­gun­gen mit Las­ten von regel­mä­ßig über 5kg soll­ten nicht ohne maschi­nel­le Hil­fe geho­ben, gehal­ten oder bewegt wer­den. Des Wei­te­ren ste­he der schwan­ge­ren Pfle­ge­kraft kein Ein­satz auf Beför­de­rungs­mit­tel zu, wenn die­ser die Frau oder das Kind gefähr­den könn­te. Kon­kret äußern sich die Ver­bo­te für eine schwan­ge­re Pfle­ge­rin wie folgt:

Unter­sagt sind…

  • …Bet­ten­ma­chen,
  • …Heben von Pati­en­ten oder die Beglei­tung von sturz­ge­fähr­de­ten Men­schen, Beglei­tung ins Bad,
  • …Injek­tio­nen und Umgang mit infek­tiö­sen Pati­en­ten oder Mate­ra­li­en,
  • …OP-Besu­che, Rönt­gen, Arbeit auf der Inten­siv-Sta­ti­on

Welche Tätigkeiten darf eine schwangere Frau ausüben?

Zu den zumut­ba­ren Auf­ga­ben einer schwan­ge­ren Pfle­ge­rin zäh­len logi­scher­wei­se nur Tätig­kei­ten, die kei­ne kör­per­li­che Anstren­gung erfor­dern oder eine Gefähr­dung von Frau und Kind ris­kie­ren. Dazu zäh­len:

  • Erst­ge­sprä­che mit Pati­en­ten und Erstel­lung der Pfle­ge­pla­nung,
  • Bera­tung der Pati­en­ten oder ihrer recht­li­chen Betreu­er,
  • Admi­nis­tra­ti­ve und orga­ni­sa­to­ri­sche Auf­ga­ben: Mate­rial­ord­nung, Schreib­ar­bei­ten, Tele­fo­na­te, etc.,
  • Vor­be­rei­tung und Ver­tei­lung von Medi­ka­men­ten (aus­ge­nom­men sind gefähr­li­che Sub­stan­zen) und von Mahl­zei­ten,
  • Teil­nah­me an, oder Orga­ni­sa­ti­on von Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen

Auch wenn die schwan­ge­re Frau in ihren Auf­ga­ben­fel­dern ein­ge­schränkt ist, so darf sie also den­noch mit den zu pfle­gen­den Men­schen arbei­ten. Zumin­dest soweit, wie es das Gesetz erlaubt.

Wich­tig: Sechs Wochen vor dem ärzt­lich berech­ne­ten Ent­bin­dungs­ter­min beginnt die Schutz­frist der Mut­ter i.S.v. § 3 Abs. 1 MuSchG. Die Schwan­ge­re dür­fe dem­nach in die­ser Zeit gar nicht beschäf­tigt wer­den, es sei denn sie erklä­re sich dazu bereit. Ihr Ein­ver­ständ­nis darf die ange­hen­de Mut­ter jeder­zeit wider­ru­fen. Nach der Ent­bin­dung setzt sich die Schutz­frist um wei­te­re acht Wochen fort. Bei einer Früh­ge­burt oder einer fest­ge­stell­ten Behin­de­rung des Kin­des kann sich die­se Frist zudem ver­län­gern.

Wäh­rend der Schwan­ger­schaft und bis zum Ablauf von vier Mona­ten nach der Ent­bin­dung besteht für den Arbeit­ge­ber abso­lu­tes Kün­di­gungs­ver­bot gegen­über der Frau. Dies garan­tiert § 9 des Mut­ter­schutz­ge­set­zes auf Grund­la­ge des Art. 6 Abs. 4 GG.