12. Mai: Internationaler Tag der Pflege
12. Mai: Inter­na­tio­na­ler Tag der PflegeBild: © Elena Nazarova | Dreamstime.com

Ein Report des Inter­na­tio­nal Council of Nurses zum Inter­na­tio­na­len Tag der Pflege zeigt die wichtige Rolle der Pflege­fach­kräfte im Gesund­heits­we­sen und fordert unter anderem eine stärkere Einbe­zie­hung der Pflege­kräfte auf allen Ebenen in Gesundheitseinrichtungen.

Der Deutsche Berufs­ver­band für Pflege­be­rufe (DBfK) und der Deutsche Pflegerat (DPR) äußer­ten sich beide zum Thema „Gesund­heits­ver­sor­gung mit Zukunft”. Sie beton­ten die Wichtig­keit von politi­scher Unter­stüt­zung und einer Verbes­se­rung der Pflegesituation.

„Es ist seit langem bekannt, wo die Probleme liegen”

DBfK-Präsi­den­tin Chris­tel Bienstein bedau­erte vor allem die mangelnde Unter­stüt­zung für Pflegende. „Seit über einem Jahr bewei­sen beruf­lich Pflegende weltweit tagtäg­lich, dass sie die tragende Säule in jedem Gesund­heits­sys­tem sind. Und seit über einem Jahr werden sie allein­ge­las­sen und ihre Forde­run­gen werden ignoriert. Das wird auch bei uns Folgen für die Gesund­heits­ver­sor­gung haben“, erklärte sie hierzu.

Auch Franz Wagner, Präsi­dent des Deutschen Pflegerats, unter­strich: „Seit über einem Jahr sind Pflege­fach­per­so­nen in allen Sekto­ren bis an und teilweise über den Rand ihrer Kräfte belas­tet. Das verdient ungeheu­ren Respekt. Aber wir werden dafür einen hohen Preis zu bezah­len haben. Dieser ist die Gesund­heit der Pflegenden.”

„Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass nicht noch mehr Kolle­gin­nen und Kolle­gen den Beruf verlas­sen, weil sie mit ihren trauma­ti­schen Erfah­run­gen in der Pande­mie allein­ge­las­sen werden. Hier sind die Arbeit­ge­ber und die Regie­run­gen gefragt,” so Bienstein. Insbe­son­dere forderte sie „leicht zugäng­li­che, psycho­so­ziale Unter­stüt­zungs­an­ge­bote, die voll finan­ziert werden”.

Auch Wagner appel­lierte an die Politik: „Es ist seit langem bekannt, wo die Probleme liegen und welche Lösun­gen es hierfür gibt. Was hindert, ist die mangelnde politi­sche Bereit­schaft, für tatsäch­lich nachhal­tig wirksame und grund­le­gende Verbes­se­run­gen für die Profes­sion Pflege zu sorgen.”

Erfah­run­gen der Pflege­fach­per­so­nen sind „wegwei­send”

In Einklang mit dem ICN-Report, hob Bienstein die Wichtig­keit der Betei­li­gung von Pflegen­den bei der Gestal­tung der Zukunft der Pflege heraus: „Wir müssen […] aus den Erfah­run­gen mit der Pande­mie lernen, um die Gesund­heits­sys­teme zukunfts­fä­hig, gerecht und krisen­fest aufzu­stel­len. Die Erfah­run­gen der Pflege­fach­per­so­nen sind hier wegweisend“.

„Wir sehen inter­na­tio­nal, dass Länder wie beispiels­weise Austra­lien, die gut durch die Pande­mie gekom­men sind, Pflegeexpert/innen fest in den Beratungs­gre­mien veran­kert haben und diese Exper­tise nutzen,” fügte sie hinzu.

Aktio­nen zum Tag der Pflege

Zum Tag der Pflege wurde außer­dem ein offener Brief an Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn veröf­fent­licht. Der Brief wurde von einem Verbän­de­bünd­nis aus der Pflege erstellt und fordert ein gesetz­li­ches Mindest­ge­halt von 4.000 Euro für Pflege­fach­per­so­nen. Zu den Unter­zeich­nen­den gehören unter anderem der Deutsche Berufs­ver­band für Pflege­be­rufe, der Deutsche Pflegerat und die Bundespflegekammer.

Der vollstän­dige Brief ist hier zu lesen.

Des Weite­ren rief Bienstein dazu auf, Pflege­po­li­tik zum Wahlkri­te­rium zu machen. „Viele haben für die Kolle­gin­nen und Kolle­gen geklatscht und würden auch sicher gern mehr für sie tun: In diesem Jahr ist das möglich, man kann gute Pflege­po­li­tik und damit eine bessere Gesund­heits­ver­sor­gung wählen“, gab sie zu bedenken.

Quelle: DBfK, ICN, DPR