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Einarbeitung von Mitarbeitern: Oftmals fühlen sich neue Mitarbeiter nicht ausreichend eingearbeitet.
Nur 12 Pro­zent der Beschäf­tig­ten in Deutsch­land fühlt sich bei einer neu­en Arbeits­stel­le aus­rei­chend ein­ge­ar­bei­tet.© Mast3r | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Sprin­gen die Neu­en schon in der Pro­be­zeit wie­der ab oder stellt man fest, dass man sich zu viel von ihnen ver­spro­chen hat, ist erneut der Kos­ten­fak­tor Per­so­nal­su­che gesetzt. Jeder Wech­sel kann zudem den Ver­lust von teil­wei­se lang­jäh­ri­gen Erfah­run­gen, Detail­wis­sen und Kun­den­kon­tak­ten mit sich brin­gen. Nach Berech­nun­gen der inter­na­tio­na­len Stra­te­gie­be­ra­tung Gal­lup „müs­sen Unter­neh­men im Schnitt das 1,5‑fache des Jah­res­ge­halts eines Mit­ar­bei­ters auf­wen­den, um einen Mit­ar­bei­ter gleich­wer­tig zu erset­zen – Kos­ten, die letzt­lich durch man­geln­de Mit­ar­bei­ter­bin­dung ver­ur­sacht wer­den“.

In vielen Fällen wird die Einarbeitungsphase nicht ausreichend genutzt

Um die Mit­ar­bei­ter an den Betrieb zu bin­den, ist ein Ein­ar­bei­tungs­leit­fa­den bzw. ein Onboar­ding-Pro­gramm sinn­voll. Jedoch nur rund 44 Pro­zent der deut­schen Unter­neh­men hat laut einer Step­stone-Erhe­bung aus 2018 bis­her einen struk­tu­rier­ten Ein­ar­bei­tungs­plan. Nur zwölf Pro­zent der Beschäf­tig­ten füh­len sich laut einer Gal­lup-Umfra­ge an einer neu­en Arbeits­stel­le genü­gend in ihrem Bereich ein­ge­ar­bei­tet.

Neue Kol­le­gen brau­chen meist eini­ge Mona­te, bis sie pro­duk­tiv und voll­stän­dig selbst­stän­dig mit­ar­bei­ten kön­nen. Dies ist vor allem in klei­ne­ren Fir­men pro­ble­ma­tisch, denn die Betreu­ung eines neu­en Team­mit­glieds kommt zur ansons­ten bereits ver­dich­te­ten Arbeits­be­las­tung noch hin­zu. Häu­fig wird dann von Vor­ge­setz­ten die Erwar­tung geäu­ßert, dass man die­ses „Onboar­ding“ neben­her mit­be­treu­en kön­ne.

Wie sehen ein­zel­ne Onboar­ding-Aspek­te kon­kret aus: Fra­gen sind neu­en Mit­ar­bei­tern in fast allen Fir­men als Infor­ma­ti­ons­quel­le in der ers­ten Pha­se zuge­stan­den (über 80 Pro­zent). Eigent­li­che Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten wie die Vor­stel­lung neu­er Kol­le­gen oder eine ers­te Betriebs­füh­rung wer­den jedoch nur von rund 64 Pro­zent der Fir­men umge­setzt.

Buddy-Programm noch stärker als Instrument bei der Einarbeitung einsetzbar

Ein Ele­ment, das als Men­to­ren- oder „Buddy“-Programm, häu­fig als ein Bau­stein einer gelun­ge­nen Ein­ar­bei­tung gelobt wird, fin­det sich jedoch bis­her nur in rund 40 Pro­zent der Betrie­be. Erstaun­lich, da die­ses Instru­ment der Ein­glie­de­rung im HR-Bereich in den letz­ten Jah­ren viel dis­ku­tiert wur­de.

Wich­tig erscheint auch, wie die neu­en Mit­ar­bei­ter selbst ihre Ein­ar­bei­tung laut Step­stone-Stu­die bewer­ten: Nur rund 50 Pro­zent der Berufs­er­fah­re­nen emp­fan­den den Onboar­ding-Pro­zess als struk­tu­riert und ange­nehm. Die Unter­neh­mens­kul­tur, auch mit den Begrif­fen Betriebs­kli­ma und Team­geist belegt, spielt eine gro­ße Rol­le dabei, ob die Neu­en blei­ben wol­len. Über 45 Pro­zent gaben dies als einen der Grün­de an, war­um sie selbst in der Pro­be­zeit kün­dig­ten.

Ob sich eine erfolg­rei­che Rekru­tie­rung in eine erfolg­rei­che und lang­fris­ti­ge Mit­ar­bei­ter­in­te­gra­ti­on wei­ter­füh­ren lässt, ent­schei­den nicht nur die ers­ten Tage im Unter­neh­men, son­dern eine struk­tu­rier­te und inten­si­ve Beglei­tung in den ers­ten Mona­ten der Anstel­lung. Über 50 Pro­zent der HR-Ver­ant­wort­li­chen gaben an, dass sie glau­ben, Onboar­ding-Pro­zes­se wür­den in Zukunft immer wich­ti­ger.