Demenz und Verlust der Selbstständigkeit ängstigen die Senioren
Deut­sche Senio­ren fürch­ten sich ins­be­son­de­re davor, im Kran­ken­heits­fall die Selbst­stän­dig­keit zu ver­lie­ren.geralt/Pixabay.com [CC0 1.0]

Von ihren Ärz­ten wün­schen sich die rund 800 Befrag­ten vor allem drei Din­ge: Sie sol­len in der Nähe erreich­bar sein, eine ganz­heit­li­che Behand­lung anbie­ten und bei unter­schied­li­chen Fach­rich­tun­gen bes­ser zusam­men­ar­bei­ten. „Die Stu­di­en­ergeb­nis­se zei­gen, wor­auf Medi­zi­ner den Fokus bei der Behand­lung älte­rer Men­schen legen soll­ten“, sagt Kai Hankeln, Vor­sit­zen­der der Kon­zern­ge­schäfts­füh­rung der Askle­pi­os Kli­ni­ken GmbH, in deren Auf­trag die erstellt wur­de.

Mehr Angst vor dem Verlust geistiger Gesundheit

Laut -Ergeb­nis hegen zwei Drit­tel der über 65-Jäh­ri­gen gro­ße Befürch­tun­gen, im Krank­heits­fall ihre Selb­stän­dig­keit durch geis­ti­ge Ein­schrän­kun­gen zu ver­lie­ren. 62% fürch­ten, die­se Selb­stän­dig­keit durch kör­per­li­che Beschrän­kun­gen ein­zu­bü­ßen. Und 61% haben gro­ße Angst, dass ihre geis­ti­gen Fähig­kei­ten in Fol­ge einer Demenz­er­kran­kung nach­las­sen. Die­se Sor­gen um Eigen­stän­dig­keit und geis­ti­ge Gesund­heit sind damit sogar grö­ßer als die Angst, grund­sätz­lich einer unheil­ba­ren oder schmerz­haf­ten Krank­heit anheim zu fal­len: Davor hegen 55% der über 65-Jäh­ri­gen gro­ße Befürch­tun­gen.

Eine unzu­rei­chen­de oder schlech­te Pfle­ge befürch­ten ledig­lich 43%. Davor, nicht über genug Geld für medi­zi­ni­sche Hil­fen oder eine pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge zu ver­fü­gen sowie in einem Not­fall nur unzu­rei­chend ver­sorgt zu wer­den, haben weni­ger als vier von zehn Senio­ren gro­ße Angst. Ein wei­te­res Ergeb­nis der Stu­die: Die Frau­en machen sich ins­ge­samt grö­ße­re Sor­gen um die gesund­heit­li­chen Belan­ge im Alter als die Män­ner. Die Unter­schie­de betru­gen zwi­schen 10 und 20 Pro­zent­punk­ten und waren damit deut­lich.

Kernforderung: Ärzte müssen besser zusammenarbeiten

Im Hin­blick auf die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung wün­schen sich die Senio­ren vor allem eine bes­se­re Zusam­men­ar­beit ihrer behan­deln­den Ärz­te. 65% der Befrag­ten hal­ten es für sehr wich­tig, dass sich Spe­zia­lis­ten meh­re­rer Fach­rich­tun­gen in einer Kli­nik gemein­sam um einen älte­ren Pati­en­ten küm­mern, wenn er an meh­re­ren Erkran­kun­gen lei­det. Aktu­ell sind erst 22% der über 65-Jäh­ri­gen mit der Abstim­mung ihrer Ärz­te unter­ein­an­der sehr zufrie­den.

Im Durch­schnitt besu­chen Senio­ren in Deutsch­land regel­mä­ßig 1,6 Ärz­te im Quar­tal. Dabei füh­ren aller­dings 19% gar kei­ne regel­mä­ßi­gen Arzt­be­su­che durch, wäh­rend 40% von ihnen zwei oder mehr Ärz­te auf­su­chen. „Des­we­gen ist eine gut koor­di­nier­te, fach­über­grei­fen­de Zusam­men­ar­beit ent­schei­dend für die Qua­li­tät der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung älte­rer Pati­en­ten“, sagt Kai Hankeln. Und wei­ter: „Die Ger­ia­trie, also die , ist eine beson­ders anspruchs­vol­le Fach­dis­zi­plin, weil vie­le Pati­en­ten unter meh­re­ren Krank­hei­ten gleich­zei­tig lei­den. Herz und Kreis­lauf, Stoff­wech­sel, Bewe­gungs­ap­pa­rat und Ner­ven­sys­tem kön­nen beein­träch­tigt sein.“

Positiver Blick auf das eigene Leben

Abseits der Sor­gen um die eige­ne Gesund­heit und der Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­le in der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung älte­rer Men­schen zeigt die Befra­gung aber auch, dass es um die all­ge­mei­nen Lebens­um­stän­de der Senio­ren in Deutsch­land (noch) aus­ge­spro­chen gut bestellt ist. So geben 92% der befrag­ten über 65-Jäh­ri­gen an, dass sie mit ihrer Lebens­si­tua­ti­on zufrie­den sind. 91% äußern sich so über ihre finan­zi­el­le Situa­ti­on, 88% über die Anzahl ihrer sozia­len Kon­tak­te. Und immer­hin 78% sind mit ihrer kör­per­li­chen Fit­ness zufrie­den.