Schnarchen
Unsere 5 Fakten zum Schnar­chen Bild: Moham­med Hassan / Pixabay

Fakt #1: Nicht nur Männer schnar­chen

Je älter Menschen werden, desto mehr schnar­chen sie. Ob Männer aber tatsäch­lich mehr schnar­chen als Frauen, ist nicht eindeu­tig zu beant­wor­ten. Zwar werden in älteren Studien Männer häufi­ger als Schnar­cher identi­fi­ziert als Frauen, da diese Ergeb­nisse jedoch auf telefo­ni­schen Befra­gun­gen beruhen, könnte es Frauen unange­neh­mer sein, zuzuge­ben, dass sie schnar­chen.

Abgese­hen davon schla­fen Männer tiefer als Frauen, so dass Frauen das Schnar­chen des Partners deutlich häufi­ger wahrneh­men als umgekehrt.

Im Schlaf­la­bor schnar­chen zumin­dest Frauen ebenso häufig wie Männer, aller­dings ist auch dieses Ergeb­nis nicht allge­mein­gül­tig, da hier nur Menschen mit Schlaf­pro­blemen berück­sich­tigt werden.

Fakt #2: Ein schnar­chen­der Mitpa­ti­ent recht­fer­tigt kein Einzel­zim­mer

Als Kassen­pa­ti­ent haben Sie Anspruch auf die medizi­ni­sche Grund­ver­sor­gung und müssen damit auch das Mehrbett­zim­mer in Kauf nehmen. Störun­gen durch die Bettnach­barn – durch Schnar­chen, gesprä­chige Besucher oder andere Fernseh­pro­gramm­wün­sche – sind kein Grund für ein Einzel­zim­mer.

Sollten Sie aller­dings bei einem länge­ren Klinik­auf­ent­halt keine Nacht schla­fen können, steht das ihrer Genesung im Weg. Dann ist es sinnvoll, nach der zweiten oder dritten Nacht beim Perso­nal freund­lich nachzu­fra­gen, ob eine Verle­gung in ein anderes Zimmer – hoffent­lich ohne Schnar­cher – möglich ist.

Fakt #3: Schnar­chen kann zur Trennung führen

Schei­dung, weil der Partner schnarcht? Das klingt extrem. Aber manche Menschen schnar­chen über Jahre hinweg so laut, dass Partner oder Partne­rin keine Nacht durch­schla­fen können. Nicht jede Wohnung ist groß genug für ein zweites Schlaf­zim­mer – oder man möchte nicht getrennt schla­fen. Auch Ohrstöp­sel sind je nach Lautstärke nicht ausrei­chend.

Durch den konstan­ten Schlaf­man­gel kann der nicht-schnar­chende Partner sogar krank werden: Schlaf­man­gel bedeu­tet fehlende Erholungs­zeit für den Körper, die Leistungs­fä­hig­keit nimmt ab.

In dieser Situa­tion hilft nur gegen­sei­ti­ges Verständ­nis: Der Schnar­cher muss verste­hen, dass es mit „Stell dich nicht so an“ nicht getan ist. Der Nicht-Schnar­cher sollte aber auch begrei­fen, dass sich das Schnar­chen nicht durch Willens­an­stren­gung abstel­len lässt. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Ursachen des Schnar­chens ärztlich klären zu lassen und gemein­sam mit dem Arzt nach Lösun­gen zu suchen.

Fakt #4: Auch Kinder schnar­chen

Was bei Erkäl­tungs­krank­hei­ten normal ist, kann für etwa zehn Prozent aller Kinder zum Problem werden: Sie schnar­chen. Die Ursache können Polypen oder vergrö­ßerte Mandeln sein, aber auch eine Schlaf­apnoe mit Atemaus­set­zern ist beson­ders bei überge­wich­ti­gen Kindern möglich.

Die Folgen des Schlaf­man­gels äußern sich bei Kindern nicht nur durch Müdig­keit, sondern auch durch Unauf­merk­sam­keit und Hyper­ak­ti­vi­tät. Im Rahmen der Adole­s­cent Brain Cogni­tive Develo­p­ment-Studie des ameri­ka­ni­schen Natio­nal Insti­tute of Health wurden MRT-Aufnah­men des Gehirns von 10.000 Kindern im Alter von neun und zehn Jahren unter­sucht.

Bei Kindern, die laut Angaben der Eltern mindes­tens drei Nächte pro Woche schnar­chen, waren einige Berei­che des Frontal­lap­pens kleiner als bei den nicht schnar­chen­den Gleich­alt­ri­gen. Diese Region des Gehirns regelt die sogenann­ten Exeku­tiv­funk­tio­nen wie Problem­lö­sungs­kom­pe­tenz und Impuls­kon­trolle.

Diese Verän­de­run­gen des Gehirns findet sich auch bei Kindern, die unter einer Aufmerk­sam­keits­de­fi­zit-/Hyper­ak­ti­vi­täts­stö­rung (ADHS) leiden. Bei einem Verdacht auf ADHS sollte also in jedem Fall auch das Thema Schnar­chen angespro­chen werden.

Fakt #5: Schnar­chen kann sehr laut sein

Schnar­cher errei­chen unter­schied­li­che Lautstär­ken. Bis zu 20 Dezibel – das entspricht etwa dem Rauschen von Blättern – spricht man vom lautlo­sen Schlaf. Viele Menschen fühlen sich aber schon bei einer konstan­ten Lautstärke von 25 bis 30 Dezibel morgens weniger erholt.

Eine Lautstärke bis etwa 60 Dezibel kann man sich etwa so vorstel­len wie ein norma­les Gespräch. Das klingt zwar nicht viel, kann aber für Mitschlä­fer schon sehr belas­tend sein.

Denn schon ab einem Geräusch­pe­gel von 40 bis 45 Dezibel können sich Schlaf­sta­dien ändern. Spätes­tens bei einer Dauer­be­las­tung von über 65 Dezibel besteht ein erhöh­tes Gesund­heits­ri­siko aufgrund von Verän­de­run­gen des Stoff­wech­sels, des Hormon­haus­halts und der Gehirn­strom­ak­ti­vi­tät.

Menschen mit Schlaf­apnoe werden deutlich lauter: Sie errei­chen oft 70 Dezibel und mehr. Laute Geräu­sche ab etwa 85 Dezibel können aber bereits die empfind­li­chen Haarzel­len schädi­gen.

Dauert der Lärm an, zum Beispiel acht Stunden jede Nacht über Jahre hinweg, kann das nicht nur zu einer Schwer­hö­rig­keit führen, sondern durch den konstan­ten Stress zu einer Erhöhung von Blutdruck und Herzfre­quenz führen und so langfris­tig das Risiko für einen Herzin­farkt steigern.