Schlafmangel bei Pflegenden
Schlaf­man­gel scheint unter Pflegen­den ein so großes Problem zu sein, dass es Auswir­kun­gen auf deren Arbeits­leis­tung hat.Bild: © Vadym­vd­ro­bot | Dreamstime.com

69 Prozent der Pflege­fach­per­so­nen in Deutsch­land schla­fen oft oder manch­mal so schlecht, dass es negative Auswir­kun­gen auf ihre beruf­li­che Leistungs­fä­hig­keit hat – so lautet das Ergeb­nis einer aktuel­len Umfrage von Psyma unter 135 Pflegen­den. Nur jeder Fünfte hat angege­ben sehr gut zu schla­fen und sogar eine von sieben Pflegen­den lässt sich aufgrund schlech­ten Schla­fes krank­schrei­ben. Die Umfrage wurde von der Initia­tive „Deutsch­land schläft gesund“ in Auftrag gegeben.

Schicht­ar­beit als Ursache für Schlafmangel

Als wesent­li­chen Grund für den Schlaf­man­gel der Pflegen­den führte der Deutsche Pflegerat (DPR) die Schicht­ar­beit an. „Menschen sind 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche, krank oder pflege­be­dürf­tig. Die Gestal­tung des Nacht­diens­tes ist sehr unter­schied­lich und es ist zuneh­mend schwer, in einen natür­li­chen Tag-Nacht-Rhyth­mus zurück­zu­fin­den“, sagt Franz Wagner, Präsi­dent des Deutschen Pflegerates.

Daher haben der Deutsche Pflegerat und die Initia­tive „Deutsch­land schläft gesund“ diese Forde­run­gen aufgestellt:

  • Die Arbeits­be­las­tung soll insge­samt reduziert werden, indem mehr Stellen in der Pflege geschaf­fen werden.
  • Die Arbeits­schutz­be­stim­mun­gen zum Beispiel bezüg­lich der Pausen im Nacht­dienst müssen von den Pflege­ein­rich­tun­gen einge­hal­ten werden.
  • Die Dienst­pla­nung soll möglichst entspre­chend der Wünsche der Schicht­ar­bei­ten­den gestal­tet werden.
  • Der geplante Dienst­plan sollte möglichst einge­hal­ten und ein „Einsprin­gen“ bei Perso­nal­aus­fäl­len auf ein Minimum reduziert werden.
  • Gesund­heits­för­der­li­che Ausgleichs­mög­lich­kei­ten im Sinne der betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung müssen zur Verfü­gung stehen.

Fietze: Schlaf­man­gel führt zu mehr Unfällen

Der Vorsit­zende von „Deutsch­land schläft gesund“, Ingo Fietze, führte zudem an, dass auch von einer Auswir­kung auf die Unfall­rate durch Schlaf­man­gel ausge­gan­gen werden muss: „Eine mittel­gra­dig müde Person hat eine um zehn Prozent gerin­gere Reakti­ons­fä­hig­keit und ein um 10 Prozent einge­schränk­tes visuel­les Wahrneh­mungs­feld. Dass dies zu Unfäl­len führen kann, ist nachvoll­zieh­bar. Als Schlaf­me­di­zi­ner bin ich auch sicher, dass Schicht­ar­beit maßgeb­lich zu mehr Verkehrs­un­fäl­len führt, wenn der Schicht­ar­bei­ter morgens nach der Schicht nach Hause fährt.“ 

Und zuletzt geht der Schlaf­man­gel der Pflegen­den natür­lich auch immer zulas­ten der Pflege­qua­li­tät und damit auch zulas­ten der Gepflegten.

Die Umfrage von Psyma fand im Mai 2019 statt.

Quelle: Deutsch­land schläft gesund