Seit 2004 gibt es bei der ein eigen­stän­di­ges Refe­rat, die AOK PLUS, mit sechs Mit­ar­bei­tern, die dar­auf spe­zia­li­siert sind Fehl­ver­hal­ten im Gesund­heits­we­sen in Sach­sen und Thü­rin­gen zu bekämp­fen. Aus dem Bericht für die Jah­re 2014/15 ging nun her­vor, dass das Refe­rat 832 Hin­wei­se erhal­ten und bear­bei­tet hat, davon 485 in Sach­sen und 347 in Thü­rin­gen. Die Hin­wei­se sind der PLUS aus ver­schie­de­nen Quel­len zuge­tra­gen wor­den, zum einen aus den eige­nen Fach­ab­tei­lun­gen (468), zum ande­ren aber auch von Exter­nen (186), wie Ver­si­cher­te, Ange­hö­ri­ge oder Ermitt­lungs­be­hör­den. Auch anony­me Mel­dun­gen von ins­ge­samt 51 Per­so­nen gin­gen bei dem Refe­rat ein.

Nicht erbrachte Leistungen wurden abgerechnet

Die meis­ten Hin­wei­se gab es in Fäl­len, in denen nicht erbrach­te Leis­tun­gen abge­rech­net wur­den (384). So haben bei­spiels­wei­se Ärz­te Ver­ord­nun­gen an Ver­si­cher­te aus­ge­stellt, wel­che direkt an die betei­lig­te Phy­sio­the­ra­pie­pra­xis wei­ter­ge­lei­tet und dann mit der AOK PLUS abge­rech­net wur­den, obwohl tat­säch­lich kei­ne Leis­tung erbracht wor­den ist. In 164 Fäl­len lag der Ver­dacht vor, dass Sozi­al­leis­tun­gen erschli­chen wor­den sind, wie etwa durch das Abschlie­ßen von Schein­ar­beits­ver­trä­gen, um von der pri­va­ten in die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se wech­seln zu kön­nen. Eben­falls häu­fig sind pfle­ge­ri­sche Leis­tun­gen von Mit­ar­bei­tern erfolgt, die für die­se Auf­ga­ben eigent­lich kei­ne Qua­li­fi­zie­rung haben – abge­rech­net wur­de jedoch so, als hät­te eine Pfle­ge­kraft die Leis­tung erbracht. Auch die Rechts­de­pe­sche hat­te in der Ver­gan­gen­heit im Recht­spre­chungs­ti­cker über einen Abrech­nungs­be­trug einer Betrei­be­rin eines ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­tes berich­tet.

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Beträge in Millionenhöhe

Ins­ge­samt konn­ten durch die Über­prü­fun­gen der AOK PLUS 2.110.078,86 Euro zurück­ge­holt wer­den. In 256 Fäl­len hat sich her­aus­ge­stellt, dass es sich nicht um Fehl­ver­hal­ten han­delt oder es konn­te nicht nach­ge­wie­sen wer­den. Das Fazit der Aus­wer­tung: In Sach­sen und Thü­rin­gen kommt es in allen Leis­tungs­be­rei­chen zum Miss­brauch der Kas­sen­gel­der, den­noch steckt nicht hin­ter jedem Ver­dacht tat­säch­lich ein , der zur straf­recht­li­chen Ver­fol­gung führt.