Das hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Mainz ent­schie­den (Az.: L 5 KA 41/14) und bestä­tig­te damit das Urteil der Vor­in­stanz.

Dem nun gespro­che­nen Urteils­spruch vor­aus ging ein fast 14 Jah­re wäh­ren­der Rechts­streit: Bereits 2002 hat­te der einer Senio­rin zwei Blut­druck­sen­ker ver­schrie­ben; wäh­rend­des­sen befand sich die Dame jedoch in einer sta­tio­nä­ren Behand­lung. Die AOK, wo die Pati­en­tin ver­si­chert ist, woll­te sich die 324,66 Euro Medi­ka­ti­ons-Kos­ten vom Arzt zurück­ho­len. Ihr Argu­ment: Die -Ver­sor­gung sei wäh­rend eines lau­fen­den -Auf­ent­halts schließ­lich Sache der Kli­nik, nicht der Kran­ken­kas­se. Der Arzt habe wie­der­um sei­ne Sorg­falts­pflicht ver­letzt und fahr­läs­sig gehan­delt, indem er bei der Pati­en­tin nicht nach­ge­fragt habe, ob sie sich in einer -Behand­lung befin­de.

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Des­halb bean­trag­te die AOK bei der Gemein­sa­men Prü­fungs­ein­rich­tung der Ver­trags­ärz­te und Kran­ken­kas­sen die Fest­stel­lung eines soge­nann­ten „Sons­ti­gen Scha­dens“. Das Prüf­gre­mi­um lehn­te das Ansin­nen jedoch ab – zunächst aus for­ma­len Grün­den wegen Frist­ab­laufs für den Antrag, mit einem spä­te­ren zwei­ten Bescheid wegen man­geln­der Begrün­dung: Der habe nicht wis­sen kön­nen, dass sich die Frau im befin­de; er habe sie weder dort­hin ein­ge­wie­sen, noch ande­re Anhalts­punk­te hier­für gehabt.

Arzt ist nicht zur Recherche verpflichtet

Gegen den Ableh­nungs­be­scheid klag­te die Kran­ken­kas­se. Doch nach dem Sozi­al­ge­richt schei­ter­te die­se nun auch am Lan­des­so­zi­al­ge­richt: Es sei kein fahr­läs­si­ges Ver­hal­ten des Arz­tes erkenn­bar, so die Rich­ter. Nur bei kon­kre­ten Anhalts­punk­ten hier­für hät­te der Haus­arzt bei der Pati­en­tin nach­fra­gen müs­sen, ob sie sich in einer Kran­ken­haus-Behand­lung befin­de. Eine gesetz­li­che Grund­la­ge für eine der­ar­ti­ge Nach­fra­ge­pflicht des Arz­tes bei Pati­en­ten gebe es nicht. Da er nach alle­dem nicht schuld­haft gehan­delt habe, schei­de eine Scha­dens­er­satz-Pflicht aus.

Ob es vor der Ver­schrei­bung einen per­sön­li­chen Kon­takt zwi­schen Pati­en­tin und Arzt gege­ben habe oder nicht, sei im Übri­gen irrele­vant – denn ein Medi­zi­ner dür­fe Medi­ka­men­te auch dann ver­ord­nen, wenn ihm der Zustand des Pati­en­ten aus der lau­fen­den Behand­lung bekannt sei. Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt ließ eine Revi­si­on nicht zu.