Berufsprofile im Gesundheitswesen.
Berufs­pro­file im Gesund­heits­we­sen.Bild: Heszter/Pixabay.com

Immer wieder bilden sich neue Assis­tenz­be­rufe im Gesund­heits­we­sen heraus. Dies sei ein norma­ler Prozess, der durch die Weiter­ent­wick­lung von Berufs­fel­dern und die Umver­tei­lung von Aufga­ben entstehe, erklärt der Deutsche Berufs­ver­band für Pflege­be­rufe (DBfK). Doch gerade im Bereich der Pflege, aber auch in der Medizin, entste­hen oftmals in Folge von Perso­nal­man­gel neue Berufs­pro­file, die nicht system­kom­pa­ti­bel seien. Im Konkre­ten geht es dem Verband dabei um die Opera­ti­ons­tech­ni­schen, Anästhe­sie-techni­schen, Chirur­gie-techni­schen Assis­tenz­be­rufe sowie um das Berufs­bild des Physi­cian Assistant. In einem Positi­ons­pa­pier hat der DBfK sich dazu kritisch geäußert und einzelne Kritik­punkte aufgeführt

  • Wenn neue Berufs­pro­file infolge des Fachkräf­te­man­gels entste­hen, bleibt das eigent­li­che Problem ungelöst
  • Meist umfasst das neue Berufs­pro­fil nur ein eng gefass­tes Aufga­ben­ge­biet, beruf­li­che Aufstiegs­mög­lich­kei­ten sind begrenzt
  • Die Rechte im Bereich der Ausbil­dungs­för­de­rung und des Zugangs zur beruf­li­chen Weiter­ent­wick­lung sind oft einge­schränkt (Stipen­dien, Meister-BAFöG, Hochschul­zu­gang nach Ausbildungsabschluss)
  • Die Abgren­zung zu bestehen­den Berufs­pro­fi­len bleibt unklar
  • Die Finan­zie­rung und häufig auch die Vergü­tung sind nicht geregelt

Keine bundes­ein­heit­li­che Regelung für den OTA-Beruf

Als lang bestehen­des Beispiel führt der DBfK in seinem Positi­ons­pa­pier den Beruf des Opera­ti­ons­tech­ni­schen Assis­ten­ten (OTA) an. Dieser habe sich in den 1990er Jahre heraus­ge­bil­det, nachdem die Deutsche Kranken­haus­ge­sell­schaft (DKG) eine Empfeh­lung zur Ausbil­dung und Prüfung von OTAs abgab, weil es an OP-Fachpfle­ge­per­so­nen mangelte. Anstatt dass ihre schlech­ten Arbeits­be­din­gun­gen verbes­sert wurden, habe man die neue Quali­fi­ka­tion des OP-Assis­ten­ten geschaf­fen. Recht­lich sind die OTAs aller­dings mittler­weile im Tarif­sys­tem einge­glie­dert und bundes­weit gibt es bereits 120 OTA-Schulen. Wie auch in der Rechts­de­pe­sche (Ausgabe März/April) berich­tet wurde, schei­terte aller­dings bereits zum dritten Mal der Versuch, den Beruf des OTA gesetz­lich bundes­ein­heit­lich zu regeln.

Das Studium zum Physi­cian Assistant

Kritisch sieht der DBfK außer­dem das Studium zum Physi­cian Assistant (PA), das für berufs­er­fah­rene Fachkräfte des Gesund­heits­we­sens – bevor­zugt aus der Pflege – vorge­se­hen ist und zur Quali­fi­ka­tion für ärztli­che Assis­tenz­auf­ga­ben in der Chirur­gie führen soll. Dem Verband zufolge handele es sich bei diesem noch recht neuen Berufs­pro­fil um keine echte Karrie­re­chance für Pflege­fach­per­so­nen, da ein Physi­cian Assistant letzt­lich auf der unters­ten ärztli­chen Hierar­chie­ebene einge­setzt werde. Eine Weiter­bil­dung für diesen Quali­fi­ka­ti­ons­be­reich würde ebenso ausrei­chen, kriti­siert der DBfK.

Die Meinun­gen zu dem von der Kassen­ärzt­li­chen Bundes­ver­ei­ni­gung (KBV) und der Bundes­ärz­te­kam­mer (BÄK) entwi­ckel­ten Konzept des Physi­cian Assistant gehen ausein­an­der. Die Idee dahin­ter ist, dass durch diesen Assis­tenz­be­ruf mehr Möglich­kei­ten der Delegier­bar­keit entste­hen. So soll ein Physi­cian Assistant selbstän­dig deligier­bare Aufga­ben ausüben können, die zuvor dem Arzt vorbe­hal­ten waren. In den USA und vielen weite­ren Ländern, etwa in den Nieder­lan­den und in Großbri­tan­nien, ist der Beruf des PA bereits seit einigen Jahren fest etabliert.

Forde­run­gen des DBfK

Angesichts der zu kriti­sie­ren­den Punkte fordert der DBfK , dass die Weiter­ent­wick­lung von neuen Berufs­pro­fi­len im Gesund­heits­we­sen nur auf recht­li­cher Grund­lage erfol­gen dürfen sollten. Zudem sollten sie in Relation zu bereits bestehen­den Berufen gesetzt werden und ihre Sinnhaf­tig­keit entspre­chend geprüft werden. Wenn neue Berufs­pro­file heraus­ge­bil­det werden, sollten sie die gleichen struk­tu­rel­len Rechte beinhal­ten wie bereits etablierte Berufe, so der DBfK abschließend.

Quelle: DBfK