Staats­e­kre­tär Karl-Josef Lau­mann zog am Diens­tag eine posi­ti­ve Bilanz der letz­ten drei Jah­re. Bei der im Arzt­haf­tungs­pro­zess will er Ände­run­gen (Archiv­bild)Hol­ger Groß [CC BY-SA 4.0]

So for­dert er bei­spiels­wei­se eine Erleich­te­rung der für die Ver­si­cher­ten, wenn die­se von einem betrof­fen sind. „Bis­her müs­sen die Pati­en­ten nach­wei­sen, dass der zwei­fels­frei Ursa­che für einen erlit­te­nen Scha­den war. Das ist in der Pra­xis sehr schwie­rig, manch­mal sogar unmög­lich. Ein sol­cher Nach­weis ist in der Medi­zin kaum zu füh­ren – ins­be­son­de­re wenn Pati­en­ten meh­re­re Arz­nei­mit­tel ein­neh­men oder Vor­er­kran­kun­gen haben. Des­halb muss es künf­tig aus­rei­chen, wenn der Zusam­men­hang zwi­schen und Scha­den über­wie­gend wahr­schein­lich ist. Dar­über hin­aus müs­sen wir die Kran­ken­kas­sen noch stär­ker in die Pflicht neh­men, Pati­en­ten bei dem Nach­weis eines Behand­lungs­feh­lers zu unter­stüt­zen. Bis­her heißt es gesetz­lich, dass sie das sol­len. Ich hal­te es für rich­tig, dar­aus eine Muss-Rege­lung zu machen.“

Zustimmung seitens der AOK

Der AOK-Bun­des­ver­band begrüßt die­se For­de­rung des Pati­en­ten­be­auf­trag­ten. „Wir müs­sen vor allem den Pati­en­ten hel­fen. Wer Opfer eines Behand­lungs­feh­lers gewor­den ist, darf nicht auch noch mit der Beweis­füh­rung belas­tet wer­den“, sagt Mar­tin Litsch, Vor­stands­vor­sit­zen­der des AOK-Bun­des­ver­ban­des. Nicht die betrof­fe­nen Pati­en­ten soll­ten die Ursa­che des Behand­lungs­feh­lers nach­wei­sen müs­sen, son­dern betrof­fe­ne Ärz­te ihre Unschuld.

Litsch ver­weist dar­auf, dass alle AOKs ihren Ver­si­cher­ten ein umfas­sen­des Behand­lungs­feh­ler­ma­nage­ment bie­ten. Damit dies noch bes­ser grei­fen kön­ne, müs­se es zusätz­lich kla­re Infor­ma­ti­ons­pflich­ten der Leis­tungs­er­brin­ger gegen­über Pati­en­ten und Kran­ken­kas­sen geben, wenn Behand­lungs­feh­ler erkannt wor­den sind oder die­se für den medi­zi­ni­schen Pro­fi offen­sicht­lich wer­den. Litsch: „Auch die Her­aus­ga­be von Unter­la­gen sei­tens der Ärz­te und Kli­ni­ken muss wei­ter ver­bes­sert wer­den. Zu oft wird das den Ver­si­cher­ten und Kran­ken­kas­sen ver­wehrt, sodass die Trans­pa­renz über den mut­maß­li­chen Behand­lungs­feh­ler am Ende auf der Stre­cke bleibt.“

Ein Härtefallfonds für die Opfer von Behandlungsfehlern

In die­sem Zusam­men­hang wie­der­holt der AOK-Bun­des­ver­band sei­ne For­de­rung nach einem Här­te­fall­fonds für die Opfer von Behand­lungs­feh­lern. „Pati­en­ten, die von einem schwe­ren Behand­lungs­feh­ler betrof­fen sind, brau­chen über einen lan­gen Zeit­raum emo­tio­na­le und finan­zi­el­le Unter­stüt­zung.“ Zusätz­lich müs­se die Feh­ler­prä­ven­ti­on inten­si­viert wer­den. So soll­ten Medi­zi­ner vor einer The­ra­pie oder Ope­ra­ti­on noch kla­rer mit den Pati­en­ten bespre­chen, war­um eine bestimm­te Metho­de geeig­net ist, wel­che Erfolgs­aus­sich­ten bestehen und wel­che Risi­ken auf­tre­ten kön­nen. Auch die Vari­an­te der Nicht-Behand­lung müs­se den Pati­en­ten erläu­tert wer­den.