Anzeige
ConvaTec AquacelFoam

Digita­li­sie­rung im Gesund­heits­we­sen: Der IST-Zustand

Auch wenn die Digita­li­sie­rung in vielen Lebens­be­rei­chen eine immer relevan­tere Rolle einnimmt, so ist die Entwick­lung im Gesund­heits­we­sen noch ausbau­fä­hig. Die geringe Akzep­tanz der Patien­ten gegen­über digita­len Neuerun­gen hindert Akteure und Unter­neh­men daran, diesen Bereich noch weiter auszu­bauen. Ein wichti­ger Grund für diese fehlende Bereit­schaft am digita­len Gesund­heits­we­sen zu parti­zi­pie­ren ist u.a. der Daten­schutz. Allein das Tracking bzw. die Auswer­tung von Vital­da­ten mithilfe von Smart­phone-Apps und Weara­bles wird strin­gent abgelehnt. Laut einer Studie von Bearing­Point nutzen ledig­lich 18% der Deutschen ihre Smart­pho­nes für diese Zwecke.

Auch gegen­über der Künst­li­cher Intel­li­gen) wird ein kriti­sches Augen­merk gerich­tet: Allei­nige Diagno­sen durch einen Compu­ter, oder Pflege durch einen Roboter werden von den meisten Deutschen abgelehnt. Vermut­lich besteht hier noch keine fundierte Vertrau­ens­ba­sis, die es ermög­li­chen würde, ausschließ­lich nur auf compu­ter­ge­stützte Diagno­sen zurück­zu­grei­fen. Für viele Patien­ten spielt die zwischen­mensch­li­che Bezie­hung eine sehr große Rolle bei der Thera­pie bzw. Behand­lung. In der Pflege ist diese Bezie­hung sogar noch wichti­ger. Im Bereich der Alten­pflege müssen sich die Pfleg­kräfte nicht nur um den gesund­heit­li­chen Zustand ihrer Patien­ten kümmern, viele versu­chen es den Bewoh­nern angenehm zu machen und sich um diese auch emotio­nal zu kümmern. Eigen­schaf­ten und Tätig­kei­ten, zu deren Leistung bislang noch keine KI in der Lage ist. Ein derart emotio­na­ler Gesund­heits­ro­bo­ter, wie er beispiels­weise im Disney-Film „Baymax – Riesi­ges Robowa­bohu“ zu sehen ist, werden wir deshalb wohl in abseh­ba­rer Zukunft noch nicht erleben.

Wie offen sind die Deutschen, dem digita­len Gesund­heits­we­sen gegen­über? Quelle.Bild: Friede­rike Hansmann/Statista.com, BearPoint

Digita­li­sie­rung im Gesund­heits­we­sen ist jedoch keines­falls Neuland für die Deutschen. So wäre der Großteil der Befrag­ten durch­aus bereit, ihre Daten an einen Hausarzt zu übertra­gen, oder ein Tracking-Tool zu nutzen um dieses später auswer­ten zu können, das setzt jedoch den absolu­ten Schutz dieser Daten voraus. Aller­dings wird befürch­tet, dass durch den Einsatz solcher Metho­den die Daten verfälscht werden und sich ein falsches Gesund­heits­bild ergibt. Wer von Ihnen mal die Schritt-Zähler-App verwen­det hat, kann sich eher etwas unter diesem Problem vorstel­len. Die App misst die Anzahl der Schritte, aller­dings nicht die tatsäch­li­che Entfer­nung, den zeitli­chen Abstand und die Inten­si­tät dieser Tätig­keit. So können zehntau­send Schritte vielleicht als ein Lauf inter­pre­tiert werden, auch wenn man in Wirklich­keit nur vom Bett bis zum Kühlschrank hin und her rennt. Zwar wird die Infor­ma­ti­ons­wei­ter­gabe aus diesen Gründen abgelehnt, die Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung hat aber auf der anderen Seite eine immense Bedeu­tung. So nutzen die meisten Deutschen eHealth um sich über gesunde Rezepte zu infor­mie­ren, Neben­wir­kun­gen von Medika­men­ten zu recher­chie­ren und medizi­ni­schen Rat einzuholen.

So gehen wir mit eHealth um. QuelleBild: Mathias Brandt/Statista.com

Weitere digitale Möglich­kei­ten die genutzt werden, sind zum Beispiel die Online-Termin­ver­ein­ba­rung: Patien­ten haben so die Gelegen­heit, sich eine Gesamt­über­sicht der freien Termine zu verschaf­fen, ohne unter zeitli­chen Druck bei der Festle­gung auf einen Termin zu geraten. Dies ist vor allem in Situa­tio­nen von Vorteil, in denen Arztpra­xen sehr ausge­las­tet sind und in der die Sprech­stun­den­hel­fer auf Anrufe nicht recht­zei­tig reagie­ren können. Die Eintra­gung wird anschlie­ßend per E‑Mail bestä­tigt und kann direkt in den eigenen Smart­phone-Kalen­der einge­tra­gen werden. Auch die Bewer­tung von Arztpra­xen, Behand­lern und der Sprech­stun­den­hilfe sowie die Recher­che nehmen einen hohen Stellen­wert bei den Deutschen ein.

Digita­li­sie­rung der Pflege: Macht es Sinn?

Die Einstel­lung des Patien­ten zu der Digita­li­sie­rung kennen wir nun bereits. Aber wie weit gehen die Inter­es­sen zwischen Patient und Behand­ler bzw. Pfleger ausein­an­der? Beide haben unter­schied­li­che Anfor­de­run­gen und Bedürf­nisse an die Digita­li­sie­rung. Die Redak­tion der Rechts­de­pe­sche hat aus diesem Grund am 23. Novem­ber eine Umfrage auf Facebook gestar­tet und wollte von Ihnen wissen, ob Sie sich mehr digitale Techno­lo­gien in der Pflege wünschen. Hier die Ergebnisse:

https://www.facebook.com/rechtsdepesche/posts/1801226226573918

Insge­samt haben 238 Facebook-Nutzer an unserer nicht-reprä­sen­ta­ti­ven Umfrage teilge­nom­men. Mit 72 % wünscht sich die Mehrheit unserer Leser mehr digitale Techno­lo­gien in ihrem derzei­ti­gen Arbeits­um­feld. Verständ­lich, denn durch den Einsatz digita­ler Metho­den lassen sich Arbeits­pro­zesse optimie­ren, indem manche Tätig­kei­ten automa­ti­siert werden können. Dadurch kann man sich als Arbei­ter wiederum auf andere Aufga­ben stärker konzen­trie­ren, die sonst leider etwas zu kurz kommen würden. Zwar werden in manchen Pflege­hei­men bereits digitale Techno­lo­gien einge­setzt wie die EDV-Dokumen­ta­tion, aller­dings ist diese aufgrund von Störfak­to­ren wie Server­feh­lern noch sehr ausbau­fä­hig und durch den bemän­gel­ten, weiter­hin bestehen­den Papier­ver­brauch nicht ressourcenschonend.

Fazit

Jede Medaille hat zwei Seiten: Zwar können einer­seits durch digitale Metho­den, wie eine sprach­ge­steu­erte Diktier­funk­tion über das iPad, die Dokumen­ta­tion erleich­tern und über automa­tisch versprüh­ten Raumduft können auch kleinere Arbeits­schritte wegfal­len und dem Mitar­bei­ter mehr Zeit für andere Tätig­kei­ten einräu­men. Anderer­seits stehen dem gegen­über Kosten für das anzuschaf­fende Equip­ment, fehler­hafte Software und es müssen weitere Fortbil­dun­gen für Mitar­bei­ter geschaf­fen werden um sie auf den Einsatz der neuen Gerät­schaf­ten einzu­ar­bei­ten. Dennoch: Der Wunsch der meisten Pfleger besteht darin, mehr digitale Techno­lo­gien nutzen zu können und es bleibt abzuwar­ten, wie sich die Pflege in diesem Bereich weiterentwickelt.

Wir bedan­ken uns an dieser Stelle bei allen Teilneh­mern unserer Umfrage. Wir werden auch in Zukunft weitere Umfra­gen dieser Art online stellen, um Ihre Bedürf­nisse und Sorgen mit dem nötigen Ernst aufzuarbeiten.

Am Ende würden wir noch gerne wissen: Welche digita­len Techno­lo­gien wünschen Sie sich an Ihrem Arbeits­platz am meisten? Was wird dringend benötigt?

Quelle: Friede­rike Hansmann, Mathias Brandt, Statista.com