„Dazu gehören die Hospi­ta­li­sie­rungs­rate, eine alters­stra­ti­fi­zierte Impfquote, die Belegung von Inten­siv­ka­pa­zi­tä­ten, die Positiv­rate an Tests und die Steige­rungs­quo­ten, sowohl der Inzidenz als auch der Hospi­ta­li­sie­rungs­ra­ten“, sagte der Vorstands­vor­sit­zende der DKG, Dr. Gerald Gaß.

Pandemie
Dr. Gerald Gaß, Präsi­dent der Deutschen Kranken­haus­ge­sell­schaft, fordert neue Indika­to­renBild: DKG/Andreas Schoelzel

Von daher sei es zwingend erfor­der­lich, diese Kennzah­len trans­pa­rent darzu­stel­len. Und: öffent­lich. Nur damit errei­che man die notwen­dige Akzep­tanz für bevor­ste­hende polit­sche Entschei­dun­gen. Harte Kritik am Vorge­hen des Robert Koch-Instituts.

Pande­mie: Inzidenz kann nicht einzige Maßgabe sein

„Allein die Inzidenz noch als Maßgabe dafür zu nehmen, wann Beschrän­kun­gen von Grund­rech­ten im Herbst erfol­gen könnten, ist absolut nicht mehr ausrei­chend“, so Gaß deutlich. Die Kranken­haus­ge­sell­schaft hat dazu bereits Kennzah­len vorge­schla­gen – sie liegen vor. Diese würden aber nicht trans­pa­rent zugäng­lich gemacht. Und auch nicht in einem Zusam­men­hang öffent­lich dargestellt.

Die Klini­ken melden nach Infek­ti­ons­schutz­ge­setz alle notwen­di­gen Daten zur Lage in den Kranken­häu­sern, teilte der Verband mit. Das RKI erhalte dann über die Gesund­heits­äm­ter von den Kranken­häu­sern alle Daten zur Kranken­haus­auf­nahme. Nicht nur die Zahl der Neuauf­nah­men, sondern auch Alter und Impfsta­tus der COVID-Patien­ten. Diese Daten würden aber bisher nicht veröf­fent­licht.

„Die Veröf­fent­li­chung der von uns vorge­schla­ge­nen Kennzah­len schafft Akzep­tanz und begrün­det zukünf­tige Entschei­dun­gen der Politik. Bürge­rin­nen und Bürgern wäre es dann möglich, anhand der öffent­lich zugäng­li­chen Daten die politi­schen Entschei­dun­gen besser nachvoll­zie­hen und einord­nen zu können“, so Gaß.

Indika­to­ren­mix für die Pandemie

Für den weite­ren Verlauf der Corona-Pande­mie benötige Deutsch­land deshalb einen Indika­to­ren­mix, um das Infek­ti­ons­ge­sche­hen einzu­schät­zen. Ausser­dem solle so die Gefahr einer Überlas­tung des Gesund­heits­sys­tems beurteilt werden und politi­sche Maßnah­men geplant und festge­legt werden können. Die gefor­der­ten Indika­to­ren der Kranken­haus­ge­sell­schaft im einzelnen:

  • Inzidenz
  • Hospi­ta­li­sie­rungs­rate
  • alters­stra­ti­fi­zierte Impfquote
  • Belegung von Intensivkapazitäten
  • Positiv­rate an Tests
  • Steige­rungs­quo­ten – sowohl der Inzidenz als auch der Hospitalisierungsraten