Fortbildungspunkte
Zwar sind vie­le Fort­bil­dungs­kon­zep­te in der All­tags­rea­li­tät der Medi­zin und Pfle­ge inzwi­schen ange­kom­men – wenn es um Details geht, herrscht häu­fig noch viel Unwis­sen.Bild: Mar­co Di Bel­la mit Mate­ri­al von Martinmark/Dreamstime.com

Für Ärz­te ist die Teil­nah­me an Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen zur Siche­rung der Leis­tungs­qua­li­tät ver­bind­lich in § 5 der Mus­ter-Berufs­ord­nung (MBO) fest­ge­legt. Die Län­der- und Lan­des­ärz­te­kam­mern haben dar­um die Auf­ga­be, die Fort­bil­dung in ihren Kam­mer- und Heil­be­rufs­ge­set­zen und in ihren Berufs­ord­nun­gen zu regeln. Eben­so ent­hält das Sozi­al­recht mit § 95d SGB V eine Rege­lung, die absi­chert, dass der Ver­trags­arzt das Fach­wis­sen, das er zu Beginn sei­ner Berufs­tä­tig­keit mit­bringt regel­mä­ßig aktua­li­siert. Für die Ärz­te­schaft ist inso­weit also klar mani­fes­tiert, dass alle fünf Jah­re gegen­über der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung (KV) der Nach­weis erbracht wer­den muss, dass der Fort­bil­dungs­pflicht nach­ge­kom­men wor­den ist. Als Grund­la­ge für die Berech­nung des Fort­bil­dungs­nach­wei­ses gilt der „Fort­bil­dungs­punkt“. Inner­halb des vor­ge­schrie­be­nen Fünf­jah­res­zeit­raums sind ins­ge­samt min­des­tens 250 Punk­te nach­zu­wei­sen. Wer­den die­se nicht oder nicht voll­stän­dig nach­ge­wie­sen, sind Hono­rar­kür­zun­gen oder –bei nach­hal­ti­ger Ver­wei­ge­rung– der Ent­zug der Kas­sen­zu­las­sung zu befürchten.

Unver­bind­li­cher ist dem­ge­gen­über der Nach­weis über die Teil­nah­me an Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen in der Pfle­ge aus­ge­stal­tet. Mit der „Regis­trie­rung für beruf­lich Pfle­gen­de“ besteht seit dem Jahr 2003 für alle pro­fes­sio­nell Pfle­gen­den die frei­wil­li­ge Mög­lich­keit, sich bei einer unab­hän­gi­gen Regis­trie­rungs­stel­le zen­tral erfas­sen zu las­sen. Ein Kern­ele­ment die­ser Pro­fes­sio­na­li­sie­rungs­in­itia­ti­ve ist die För­de­rung unter­schied­li­cher pfle­ge­ri­scher Kom­pe­tenz­be­rei­che durch den Nach­weis der Teil­nah­me an zer­ti­fi­zier­ten Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen. Inner­halb von zwei Jah­ren müs­sen min­des­tens 40 Fort­bil­dungs­punk­te gesam­melt wer­den, um für die erneu­te Regis­trie­rung qua­li­fi­ziert zu sein.

Dane­ben gibt es auf der Ebe­ne der Fach­ge­sell­schaf­ten und Ver­bän­de in Medi­zin und Pfle­ge eine Fül­le von Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen durch die die pro­fes­sio­nel­le Grund­aus­bil­dung der Teil­neh­mer mit­tels Ver­ga­be berufs­qua­li­fi­zie­ren­der Zer­ti­fi­ka­te zusätz­lich geschärft wer­den kann. Gleich, ob es sich hier­bei um ärzt­li­che oder nicht­ärzt­li­che Ange­bo­te han­delt; für den Nach­weis der Ein­hal­tung der jeweils gebo­te­nen Fort­bil­dungs­ver­pflich­tung set­zen alle Fort­bil­dungs­or­ga­ni­sa­tio­nen auf den „Fort­bil­dungs­punkt“. Die Fest­set­zung der Kri­te­ri­en für die jähr­lich zu errei­chen­den Punk­t­o­ber­gren­zen, die anrech­nungs­fä­hi­gen Fort­bil­dungs­ka­te­go­rien und die Punkt­be­wer­tung der ein­zel­nen Fort­bil­dungs­ein­hei­ten obliegt dabei den jewei­li­gen Fach­ge­sell­schaf­ten und Ver­bän­den. Die Ver­ga­be der Fort­bil­dungs­punk­te erfolgt dem­ge­mäß nicht nach ein­heit­li­chen Regeln. So wird die Teil­nah­me an Prä­senz­ver­an­stal­tun­gen, das medi­en­ge­stütz­te Eigen­stu­di­um, die kli­ni­sche Fort­bil­dung oder cur­ri­cu­lär ver­mit­tel­te Inhal­te mit unter­schied­li­chen Punkt­wer­ten versehen.