Ausbildungsplätze für Hebammen.
Der Deutsche Hebam­men­ver­band zu aktuel­len Daten der zur Verfü­gung stehen­den Ausbil­dungs­plätze für Hebam­men. Bild: mreed720/Pixabay.com

Der Deutsche Hebam­men­ver­band (DHV) hat bei Hochschu­len und Ausbil­dungs­sät­ten nachge­fragt, wie viele Ausbil­dungs­plätze zur Verfü­gung gestellt wurden. Danach würde es derzeit Plätze für 2.796 angehende Hebam­men geben – darun­ter 2.486 Auszu­bil­dende und 310 Studie­rende. Bis Ende 2018 soll die Zahl der Plätze weiter angeho­ben werden: Dann soll es insge­samt 3.055 Ausbil­dungs- und 400 Studi­en­plätze geben. Pro Jahr absol­vie­ren dann rund 1.000 Hebam­men ihre Ausbil­dung.

Ulrike Geppert-Ortho­fer, Präsi­den­tin vom Deutschen Hebam­men­ver­band, ist zwar erfreut über den Zuwachs an poten­zi­el­len Hebam­men: „Hebam­men werden dringend gebraucht. Wir freuen uns deshalb, dass zukünf­tig mehr Hebam­men in den Beruf starten“, sagt sie. Aller­dings sieht sie darin nicht die allei­nige Lösung des Problems. „Damit Hebam­men im Beruf bleiben, müssen ihre Arbeits­be­din­gun­gen verbes­sert werden“, erklärt die Präsi­den­tin. Viele Hebam­men würden durch­schnitt­lich nicht länger als sieben Jahre in ihrem Beruf bleiben.

Insge­samt hält der Verband die Schaf­fung von neuen Ausbil­dungs­plät­zen ohnehin nicht für den richti­gen Schritt, da bis Anfang 2020 laut einer EU-Richt­li­nie die Akade­mi­sie­rung des Hebam­men­be­rufs begin­nen soll. Daher sei die Schaf­fung neuer Ausbil­dungs­plätze nur eine Notlö­sung. „Hebam­men sollen bereits 2020 an die Hochschu­len. Dass kurz davor noch in den Ausbau der schuli­schen Ausbil­dung inves­tiert wird, ist nicht der richtige Schritt. Damit können nur die größten Lücken geschlos­sen werden. Der Erhalt der Hebam­men­schu­len ist keine Option. Wir sehen jetzt dringen­den politi­schen Handlungs­be­darf, endlich die gesetz­li­chen Grund­la­gen in Bund und Ländern für eine volle Akade­mi­sie­rung zu schaf­fen“, so Yvonne Bover­mann aus dem Präsi­dium des Hebam­men­ver­ban­des.

Deutsch­land ist eines der wenigen Länder in der EU, in dem der Hebam­men­be­ruf noch nicht vollstän­dig akade­mi­siert ist.

Quelle: DHV