Anzei­ge
avanti

Auf der heu­ti­gen Kabi­netts­sit­zung hat man sich unter ande­rem mit dem Geset­zes­ent­wurf zur Bei­trags­ent­las­tung der Ver­si­cher­ten in der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung aus­ein­an­der­ge­setzt. Laut Beschluss des Bun­des­ka­bi­netts wird die Gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung ab dem 1. Janu­ar 2019 wie­der pari­tä­tisch finan­ziert. Künf­tig zah­len dann Arbeit­ge­ber und Beschäf­tig­te den glei­chen Zusatz­bei­trag für die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung. Die­sen kann jede Kran­ken­kas­se selbst fest­le­gen und wur­de bis­lang aus­schließ­lich von der Arbeit­neh­mer­sei­te getragen.

Auch für Selb­stän­di­ge wird sich die neue Rege­lung finan­zi­ell posi­tiv aus­wir­ken. Selb­stän­di­ge mit einem gerin­gen Ein­kom­men kön­nen mit einem nied­ri­ge­ren Bei­trags­satz rech­nen, wenn sie sich frei­wil­lig gesetz­lich ver­si­chern. Bei­spiels­wei­se muss jemand mit einem Ver­dienst von 1.142 Euro pro Monat nur noch einen Bei­trag in Höhe von 171 Euro pro Monat auf­brin­gen – die­ser betrug bis­lang etwa dop­pelt so viel.

„Wir ent­las­ten die Bei­trags­zah­ler um rund acht Mil­li­ar­den Euro jähr­lich“, so Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn. Mit der neu­en Rege­lung dür­fen Kran­ken­kas­sen ihren Zusatz­bei­trag nur noch dann anhe­ben, wenn ihre finan­zi­el­len Reser­ven gerin­ger sind ihre Aus­ga­ben für einen Monat.

vdek: Positive Bewertung der neuen Regelung

„Durch die Wie­der­ein­füh­rung der pari­tä­ti­schen Finan­zie­rung wer­den die Ver­si­cher­ten in Mil­li­ar­den­hö­he ent­las­tet“, bewer­te­te Vor­stands­vor­sit­zen­de des Ver­ban­des der Ersatz­kas­sen (vdek) Ulri­ke Els­ner das Vorhaben.

Auch von der nun vor­ge­se­he­nen Reform des Finanz­aus­gleichs Mor­bi-RSA erhof­fen sich die Ersatz­kas­sen wei­te­re Ent­las­tun­gen. „Die geplan­te Fort­ent­wick­lung des Mor­bi-RSA muss zwin­gend dazu bei­tra­gen, dass die Bei­trags­gel­der aus dem Gesund­heits­fonds wie­der gerech­ter auf die Kran­ken­kas­sen ver­teilt werden.“

Martin Litsch: „Gesundheitsminister Spahn schießt übers Ziel hinaus“

Auch der Vor­stands­vor­sit­zen­de des AOK-Bun­des­ver­ban­des Mar­tin Litsch kom­men­tier­te bereits in der Ver­gan­gen­heit den geplan­ten Beschluss des Bun­des­ka­bi­netts. Grund­sätz­lich posi­tiv bewer­tet er, dass über­schüs­si­ge Gel­der an die Ver­si­cher­ten zurück­ge­zahlt wer­den. Hin­ge­gen kri­tisch sieht er, dass man an die Rück­la­gen der Kas­sen ran­ge­hen will: „Der Plan, die Kran­ken­kas­sen zur Sen­kung des Zusatz­bei­trags­bei­trags zu zwin­gen, wenn die Rück­la­gen über eine Monats­aus­ga­be hin­aus­ge­hen, ist ein gra­vie­ren­der Ein­griff in die Bei­trags­satz­au­to­no­mie der Kran­ken­kas­sen. Hier schießt der Gesund­heits­mi­nis­ter übers Ziel hin­aus“, so Litsch in sei­nem Statement.

Quel­le: Bun­des­re­gie­rung, vdek, AOK-BV