Pflegerat
Chris­ti­ne Vog­ler, Prä­si­den­tin des Deut­schen Pfle­gerats (DPR).Bild: Gud­run Arndt

Der Deut­sche Pfle­gerat (DPR) wirft dem Gemein­sa­men Bun­des­aus­schuss (G‑BA) vor, das Pfle­ge­be­ru­fe­ge­setz aus­zu­he­beln. Hin­ter­grund sind Vor­ga­ben zur Qua­li­fi­ka­ti­on des Pfle­ge­per­so­nals in ver­schie­de­nen G‑BA-Richt­li­ni­en. Dar­in ver­su­che der G‑BA Ver­tie­fungs­ein­sät­ze für die gene­ra­lis­ti­sche Pfle­ge­aus­bil­dung vor­zu­schrei­ben, so dass Pfle­ge­fach­frau­en und ‑män­ner in päd­ia­tri­schen Ver­sor­gungs­be­rei­chen nicht ein­ge­setzt wer­den könnten.

„Der Aus­schluss von Pfle­ge­fach­frau­en und ‑män­ner durch Richt­li­ni­en des G‑BA ist bei­spiel­los in der gesam­ten Geschich­te der Beru­fe des Pfle­ge- und Gesund­heits­we­sens und gefähr­det die pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung“, mach­te DPR-Prä­si­den­tin Chris­ti­ne Vog­ler deutlich.

Vorgehen sei grundgesetzwidrig

Zum wie­der­hol­ten Mal habe der G‑BA die im Pfle­ge­be­ru­fe­ge­setz gere­gel­ten Kom­pe­ten­zen, die Pfle­ge­fach­frau­en und ‑män­ner zur Pfle­ge von Kin­dern befä­hi­gen, in sei­nen Richt­li­ni­en nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt. Statt­des­sen ver­su­che er Tei­le der prak­ti­schen Aus­bil­dung neu zu regeln.

Vog­ler mach­te auch ganz deut­lich, dass auch das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um das Vor­ge­hen des G‑BA bereits mehr­fach als grund­ge­setz­wid­rig bewer­tet hat, weil der G‑BA unzu­läs­sig in die Berufs­aus­übungs­frei­heit von Pfle­ge­fach­frau­en und ‑män­nern ein­grei­fe und die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des unter­lau­fe. Pfle­ge­fach­frau­en und ‑män­ner wür­den gegen­über Gesund­heits- und Kinderkrankenpfleger:innen unge­recht­fer­tigt benachteiligt.

Pflegerat will keine Einmischung in Ausbildung

Vog­ler erklär­te: „Der G‑BA hat gene­rell kein Recht, in die Aus­bil­dung bun­des­ge­setz­lich regle­men­tier­ter Heil- bzw. Gesund­heits­fach­be­ru­fe ein­zu­grei­fen.“ Sei­ne Befug­nis­se sei­en auf den Bereich Fort- und Wei­ter­bil­dung beschränkt und das auch nur, sofern dies im Rah­men der Qua­li­täts­si­che­rung not­wen­dig sei.

Der DPR for­der­te den G‑BA daher auf, unver­züg­lich alle Richt­li­ni­en mit Rege­lungs­in­hal­ten zur Qua­li­fi­ka­ti­on des Pfle­ge­per­so­nals – auch außer­halb der Päd­ia­trie – rechts­kon­form anzu­pas­sen. Auch der hoch­schu­li­sche Abschluss nach dem Pfle­ge­be­ru­fe­ge­setz müs­se über­all ein­be­zo­gen werden.

Bereits im Janu­ar hat­te die DPR-Prä­si­den­tin Vog­ler den G‑BA mit deut­li­chen Wor­ten kri­ti­siert: „Der G‑BA zer­stört unse­ren Berufs­stand“, erklär­te Chris­ti­ne Vog­ler und warf dem Gre­mi­um vor, die Gene­ra­lis­tik zu unterlaufen.

Quel­le: DPR