Der Schichtplan unterliegt grundsätzlich den Regelungen gemäß dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG).
Das Arbeits­zeit­ge­setz (ArbZG) ist in Deutsch­land ver­bind­lich für Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber. Es soll Sicher­heit und Gesund­heits­schutz der Arbeit­neh­mer gewähr­leis­ten.Kamil Macniak/Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Um Ant­wor­ten auf Fra­gen zum The­ma zu bekom­men, muss ein Blick in das Arbeits­zeit­ge­setz (ArbZG) gewor­fen wer­den.* Es ist 1994 in Deutsch­land in Kraft getre­ten und setzt euro­päi­sches Recht gemäß der Richt­li­nie 2003/88/EG um. Grund­sätz­lich ist es für alle Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer ver­bind­lich und ist dem­nach auch für Fach­kräf­te des Gesund­heits­we­sens grund­le­gend. Aus­ge­nom­men sind unter ande­rem lei­ten­de Ange­stell­te sowie Chefärzte.

Arbeitszeit, Ruhepausen und Ruhezeiten

Laut Arbeits­zeit­ge­setz darf die Arbeits­zeit von Beschäf­tig­ten acht Stun­den am Tag nicht über­schrei­ten, das gilt auch für den . Natür­lich gibt es hier aber auch Aus­nah­men: So darf die Tages­stun­den­zahl auf zehn Stun­den erhöht wer­den, wenn sie inner­halb von sechs Mona­ten (24 Wochen) im Durch­schnitt acht Stun­den beträgt.

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Bei einer Arbeits­zeit von mehr als sechs bis zu neun Stun­den ist eine Ruhe­pau­se von 30 Minu­ten ver­pflich­tend, 45 Minu­ten Pau­se müs­sen bei einer Arbeits­zeit über neun Stun­den ein­ge­legt wer­den. Eine Auf­tei­lung der Pau­sen­zeit auf jeweils min­des­tens 15 Minu­ten ist durch­aus möglich.

Was die Ruhe­zei­ten anbe­langt, gibt es spe­zi­ell für Beschäf­tig­te in Kran­ken­häu­sern und ande­ren Ein­rich­tun­gen zur Behand­lung, und Betreu­ung von Per­so­nen geson­der­te Vor­schrif­ten: Grund­sätz­lich muss die Ruhe­zeit nach einer Schicht min­des­tens elf Stun­den betra­gen – für die­se Beschäf­tig­ten­grup­pe darf sie jedoch auch um eine Stun­de ver­kürzt wer­den, sofern inner­halb eines Kalen­der­mo­nats eine ande­re Ruhe­zeit ent­spre­chend ver­län­gert wird.

Besonderheiten bei

Für die Nacht­schicht­ar­beit gilt eben­falls: Acht Stun­den pro Schicht soll­ten nicht über­schrit­ten wer­den. Auch die Nacht­schich­ten dür­fen aber durch­aus auch mal auf zehn Stun­den aus­ge­wei­tet wer­den und für die­sen Fall gel­ten nun ande­re Aus­gleichs­re­ge­lun­gen als für die Tages­schich­ten: Eine durch­schnitt­li­che Arbeits­dau­er von acht Stun­den muss bei Über­schrei­tung der Nacht­schicht­zei­ten inner­halb von vier Wochen gege­ben sein. Zudem muss Nacht­ar­beit gene­rell ent­we­der mit bezahl­ten frei­en Tagen oder mit einem Lohn­zu­schlag aus­ge­gli­chen wer­den. Der Gesund­heit zulie­be emp­fiehlt sich natür­lich immer der Aus­gleich durch Frei­zeit, sofern möglich.

Gut zu wis­sen: Nacht­arbeit­neh­mer haben vor Beginn der Beschäf­ti­gung Anspruch auf eine arbeits­me­di­zi­ni­sche Unter­su­chung, danach kann man sich alle drei Jah­re durch­che­cken las­sen – die Kos­ten über­nimmt der Arbeit­ge­ber. Ab dem 50. Lebens­jahr steht dem Beschäf­tig­ten eine sol­che Unter­su­chung im jähr­li­chen Abstand zu. Im Inter­es­se der eige­nen Gesund­heit soll­te man die Unter­su­chun­gen auf jeden Fall in Anspruch nehmen!

Wenn die Gesund­heit tat­säch­lich infol­ge der Nacht­ar­beit gefähr­det ist, hat man übri­gens Anspruch dar­auf, nicht mehr für Nacht­schich­ten ein­ge­teilt zu wer­den und nur noch in Tages­schich­ten zu arbei­ten. Über einen sol­chen Fall hat­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) im Jahr 2014 zu ent­schei­den, bei dem eine Kran­ken­pfle­ge­rin aus gesund­heit­li­chen Grün­den kei­ne Nacht­schich­ten mehr leis­ten konn­te. Einen Tages­ar­beits­platz kann man dar­über hin­aus auch ein­for­dern, wenn man allein erzie­hend ein Kind unter 12 Jah­ren oder schwer pfle­ge­be­dürf­ti­ge Ange­hö­ri­ge betreut.

Keine Sonntagsruhe für Krankenpfleger

Natür­lich sind Beschäf­tig­te im Gesund­heits­we­sen, die bei­spiels­wei­se im Kran­ken­haus arbei­ten, auch aus­ge­nom­men von der Sonn- und Fei­er­tags­ru­he. Es müs­sen aller­dings min­des­tens 15 Sonn­ta­ge im Jahr beschäf­ti­gungs­frei blei­ben. Wur­de an einem Sonn­tag gear­bei­tet, muss ein Ruhe­tag zum Aus­gleich inner­halb von zwei Wochen fol­gen, für die Beschäf­ti­gung an einem werk­täg­li­chen Fei­er­tag muss der Aus­gleich inner­halb von acht Wochen gewähr­leis­tet werden.

Wie gut ist mein Schichtplan?

Um sich einen ers­ten Über­blick dar­über zu ver­schaf­fen, ob der eige­ne Schicht­plan tat­säch­lich die erfor­der­li­chen recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen erfüllt und dar­über hin­aus gewis­se Qua­li­täts­merk­ma­le auf­weist, kann man sich an die nach­fol­gen­de Check­lis­te halten.

Ent­spricht mein Schicht­plan den recht­li­chen Vorgaben?

  • Dau­ert die täg­li­che Arbeits­zeit nicht mehr als acht Stun­den bzw. bleibt die Wochen­ar­beits­zeit unter 48 Stunden?
  • Wer­den Über­stun­den durch Frei­zeit ausgeglichen?
  • Wer­den Ruhe­pau­sen von 30 bzw. 45 Minu­ten regel­mä­ßig eingehalten?
  • Beträgt die Ruhe­zeit nach einer Schicht im Durch­schnitt elf Stunden?
  • Sind für Nacht­schich­ten ein finan­zi­el­ler Zuschlag oder ein vorgesehen?
  • Wer­den Über­stun­den im Nacht­dienst inner­halb von vier Wochen ausgeglichen?
  • Wird die arbeits­me­di­zi­ni­sche Unter­su­chung in Anspruch genommen?
  • Blei­ben in mei­nem Schicht­plan 15 Sonn­ta­ge im Jahr beschäftigungsfrei?
  • Wird ein Arbeits­tag am Sonn­tag inner­halb von zwei Wochen ausgeglichen?

Wie gut ist mein Schicht­plan dar­über hinaus?

  • Rotiert das Schicht­sys­tem vor­wärts? (Früh­schicht – Spät­schicht – Nachtschicht)
  • Gibt es zwi­schen Mon­tag und Frei­tag zumin­dest einen frei­en Abend?
  • Habe ich regel­mä­ßig ein Wochen­en­de mit zwei zusam­men­hän­gen­den frei­en Tagen?
  • Habe ich regel­mä­ßig ein Wochen­en­de, das einen tat­säch­li­chen Wochen­end­tag beinhal­tet? (Frei­tag plus Samstag/ Sams­tag plus Sonntag/ Sonn­tag plus Montag)
  • Ist der Schicht­plan lang­fris­tig geplant und vor­her­seh­bar? Wer­den kurz­fris­ti­ge Ände­run­gen des Schicht­plans vermieden?

*Beson­de­re Abwei­chun­gen von den Rege­lun­gen des Arbeits­zeit­ge­set­zes sind im Rah­men eines Tarif­ver­tra­ges durch­aus mög­lich, bei­spiels­wei­se wenn es um die Aus­gleichs­re­ge­lun­gen für Über­stun­den geht (§ 7 ArbZG).