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Christian Eriksen
Däne­marks Fuß­bal­ler Chris­ti­an Erik­sen brach im EM-Spiel gegen Finn­land zusam­men und benö­tig­te Ers­te Hil­fe (Archiv­bild von 2018).Mar­co Iacobucci/Dreamstime.com [Dream­sti­me RF/Editorial]

Dänemarks Erste Hilfe-Leister als Helden der EURO 2020

Es war der bis­her scho­ckie­rends­te Moment der aktu­el­len UEFA Euro­pa­meis­ter­schaft 2020, als Däne­marks Mit­tel­feld­star Chris­ti­an Erik­sen ohne geg­ne­ri­sche Ein­wirk­kung mit­ten auf dem Spiel­feld kol­la­bier­te und meh­re­re Minu­ten bewusst­los auf dem Spiel­feld lag. Die Mann­schafts­ärz­te eil­ten sofort her­bei, Erik­sen muss­te mehr­fach wie­der­be­lebt wer­den. Es dau­er­te, bis der Spie­ler vom Spiel­feld ins Kran­ken­haus gebracht wurde.

Spä­ter berich­te­te der Chef­arzt der däni­schen Teams, es habe nicht viel gefehlt, dass Erik­sen an die­sem Tag gestor­ben wäre. Eben­falls gro­ßen Anteil an der Ret­tungs­ak­ti­on hat­te Däne­marks Kapi­tän Simon Kja­er. Nach Erik­sens Kol­laps begriff der Innen­ver­tei­di­ger als Ers­ter die Situa­ti­on, sprin­te­te von der Mit­tel­li­nie zum Ort des Gesche­hens, brach­te Erik­sen in eine sta­bi­le Sei­ten­la­ge und sorg­te dafür, dass er sei­ne Zun­ge nicht ver­schluck­te. Anschlie­ßend trom­mel­te er die gesam­te Mann­schaft für einen Sicht­schutz zusam­men – Bil­der, die die Fuß­ball­welt bewegten.

Umso deut­li­cher wur­de jedoch, wie wich­tig es ist, in Not­si­tua­tio­nen schnell han­deln zu kön­nen. Immer­hin erlei­den mehr als 50.000 Men­schen pro Jahr einen Herz-Kreis­lauf-Still­stand. Einen Grund­kurs für Ers­te Hil­fe durch­läuft in Deutsch­land jeder Bür­ger im Vor­feld sei­ner Füh­rer­schein­prü­fung ein­mal. Vie­les davon gerät jedoch schnell in Ver­ges­sen­heit. Des­halb haben wir hier noch ein­mal eini­ge wich­ti­ge Ers­te Hil­fe-Maß­nah­men als aufgelistet.

Was ist bei Erster Hilfe zu tun?

Als Ers­tes ist zu prü­fen, ob das Opfer ansprech­bar und bei Bewusst­sein ist, indem man das Opfer anspricht oder leicht anstubst.

Zeigt die ver­un­glück­te Per­son kei­ne Reak­ti­on, so ist umge­hend die Num­mer des Not­rufs 112 zu wäh­len. Bis die Hil­fe ein­ge­trof­fen ist, soll­te der Kopf nach hin­ten geneigt wer­den, um eine freie Atmung zu ermög­li­chen. Es soll­te auch über­prüft wer­de, ob das Opfer über­haupt nor­mal atmet.

Ist dem so, ist das Opfer in eine sta­bi­le Sei­ten­la­ge zu brin­gen, zuzu­de­cken und Kopf­be­de­ckun­gen wie Hel­me unbe­dingt vor­her zu entfernen.

Ist das Opfer wider­um bewusst­los, muss eine Herz-Lun­gen-Wie­der­be­le­bung ein­ge­lei­tet wer­den. Dazu wird im Wech­sel 30x mit bei­den Hän­den auf das Herz gedrückt und das Opfer 2x Mund-zu-Mund beatmet. Im Volks­mund sagt man, die Herz­druck­mas­sa­ge sol­le im Rhyth­mus des Refrains von „Stayin‘ ali­ve“ von den Bee Gees druch­ge­führt wer­den. Der beson­de­re Takt des Lieds macht den Sond zu einer guten Merk­hil­fe für die Herzdruckmassage.

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Wich­tig: Hat man kein Tele­fon dabei, kann man den Not­ruf auch über die nächst­ge­le­ge­ne Not­ruf­säu­le täti­gen. Schwar­ze Pfei­le auf den wei­ßen Auto­bahn­leit­pfos­ten wei­sen den Weg zur nächs­ten Notrufsäule.

Mehr Infor­ma­tio­nen zur Ers­te Hil­fe-Anlei­tung gibt es auf der Web­site des Deut­schen Roten Kreuzes.

Haftungsfalle Erste Hilfe?

Die Rechts­de­pe­sche hat 2019 bereits dar­über berich­tet, wer für einen bei der Ers­te Hil­fe ent­ste­hen­den Scha­den am Opfer haf­tet. Wich­tig zu mer­ken ist dabei: Leis­tet ein Laie, also ein nicht­pro­fes­sio­nel­ler Not­hel­fer, Ers­te Hil­fe, so haf­tet die­ser im Scha­dens­fall nur bei einer gro­ben oder vor­sätz­li­chen Fahrlässigkeit.

Ver­fügt der Not­hel­fer jedoch über eine pro­fes­sio­nel­le Aus­bil­dung (zum Bei­spiel Arzt), so kön­nen auch „leich­te“ oder „mitt­le­re“ Fahr­läs­sig­kei­ten im Scha­dens­fall Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen nach sich ziehen.

Erste Hilfe-Auffrischung: Wann und wo?

Für den Füh­rer­schein braucht man den Ers­te Hil­fe­kurs nur ein­mal besu­chen. Jedoch soll­te man sei­ne Ers­te Hil­fe-Kennt­nis­se alle zwei bis drei Jah­re ein­mal auf­fri­schen. Als Betriebs­erst­hel­fer ist ein Nach­weis die­ser Auf­fri­schungs­kur­se häu­fig verpflichtend.

Fol­gen­de Betrie­be bie­ten Ers­te Hil­fe-Kur­se an:

  • Johan­ni­ter
  • Deut­sches Rotes Kreuz
  • ADAC
  • Mal­te­ser

Die Kos­ten für einen Ers­te Hil­fe-Kurs lie­gen in der Regel nicht höher als 40 Euro. Die Ers­te Hil­fe-Schu­lung beinhal­tet neun Unter­richts­ein­hei­ten zu je 45 Minu­ten. Es ist also theo­re­tisch mög­lich, den kom­plet­ten Kurs an einem Tag zu absol­vie­ren. Am Ende des Kur­ses erhält man eine Teil­nah­me­be­schei­ni­gung, eine Prü­fung zum Abschluss gibt es nicht.

Reanimation mit Defibrillatoren

Einst waren Defi­bril­la­to­ren nur auf Inten­siv­sta­tio­nen vor­han­den. Mitt­ler­wei­le fin­det man sie an vie­len öffent­li­chen Orten, an denen ein höher Publi­kums­ver­kehr herrscht. Dazu zäh­len Bahn­hö­fe, Flug­hä­fen, Fuß­ball­sta­di­en, Frei­bä­der und vie­le mehr.

Zur Benut­zung muss man je eine Defi­bril­la­tor-Elek­tro­de unter­halb des Schlüs­sel­beins und unter­halb der Ach­sel­hö­he ankle­ben, damit die Maschi­ne den Herz­rhyth­mus ana­ly­sie­ren kann. Die meis­ten Defi­bril­la­to­ren wei­sen den Hel­fer per Sprach­durch­sa­ge, blin­ken­den Lämp­chen oder per digi­ta­lem Hin­weis auf die Zeit­punk­te hin, an denen per Knopf­druck ein elek­tri­scher Schlag aus­zu­füh­ren ist.

Wich­tig: Wärend des Strom­sto­ßes darf die Per­son nicht berührt wer­den, da sonst eine Eigen­schä­di­gung mög­lich ist. Wei­ter­hin ist zwi­schen den Strom­stö­ßen die Herz­druck­mas­sa­ge zur Reani­ma­ti­on fortzusetzen.