Inwieweit gehört die Toiletten-Pause noch zur (bezahlten) Arbeitszeit, wo liegen die Grenzen?
Inwie­weit gehört die Toi­let­ten- noch zur (bezahl­ten) , wo lie­gen die Gren­zen?© Esky­maks | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Kann der Arbeitgeber das regelmäßige Aufsuchen der Toilette vom Gehalt abziehen?

Die­se Fra­ge lässt sich zunächst ein­mal mit „Nein“ beant­wor­ten. Denn: Im Gegen­satz zur Rau­cher­pau­se gilt ein wäh­rend des Diens­tes grund­sätz­lich als Teil der (bezahl­ten) .

Die Fra­ge, wie lang oder kurz der Auf­ent­halt auf der Toi­let­te kor­rek­ter­wei­se andau­ern soll­te, ist nicht pau­schal zu beant­wor­ten, son­dern hängt von den Umstän­den des Ein­zel­falls ab. Dies zeigt ein Urteil aus dem Jah­re 2010. Hier kürz­te ein Arbeit­ge­ber das Gehalt sei­nes Ange­stell­ten, da die­ser in einem Zeit­raum von zwei­ein­halb Wochen fast sechs­ein­halb Stun­den auf der Toi­let­te ver­bracht hat­te. Der Ange­stell­te gab an, in die­sem Zeit­raum an Ver­dau­ungs­be­schwer­den gelit­ten zu haben, die die län­ge­ren Toi­let­ten­gän­ge begrün­de­ten. Er zog vor das Arbeits­ge­richt Köln, wel­ches ihm in die­sem Punkt Recht gab, wor­auf­hin der Arbeit­ge­ber zur Lohn­nach­zah­lung ver­ur­teilt wur­de (ArbG Köln 21.01.2010 – 6 Ca 3846/09).

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Abmahnung oder Kündigung bei Zeitvertreib auf der Toilette

Liegt also kei­ne Ver­let­zung der Arbeits­pflicht vor, so wie in die­sem Fall, wird die Zeit auf der Toi­let­te als Arbeits­zeit bewer­tet.  Nutzt ein Arbeit­neh­mer jedoch die Gele­gen­heit des Toi­let­ten­be­suchs, um dort z.B. zu tele­fo­nie­ren oder zu lesen, so ver­wei­gert er in die­sem Moment sei­ne Arbeits­leis­tung und ver­letzt damit sei­ne Arbeits­pflicht. Der Arbeit­ge­ber kann in einem sol­chen Fall eine Abmah­nung gegen den Arbeit­neh­mer aus­spre­chen. Wie­der­holt sich ein sol­ches Ver­ge­hen, so kann dies auch zur Kün­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses füh­ren.