Pflegeberufegesetz Mayatepek: Keine Zusammenlegung der Pflegeausbildungen

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Dr. Ertan Mayatepek, übte in seiner Eröffnungsrede zur 111. Jahrestagung des Verbandes scharfe Kritik an den Planungen des Pflegeberufegesetzes.

Mayatepek
Prof. Dr. Ertan Mayatepek (re.) plädiert für eine Beibehaltung der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.DGKJ; Monkeybusinessimages/Dreamstime.com

Zur Zeit sitzen die Gesundheits- und Sozialminister sowie die Kultusminister der Länder mit den zuständigen Bundesministerien zusammen, um die Zusammenführung der Ausbildung der einzelnen Pflegeberufe (Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege) zu einer 3-jährigen „generalisierten Ausbildung“ zu regeln.

Die Umsetzung hätte zur Konsequenz, dass die neuen Pflegefachfrauen und -männer, wie diese dann heißen sollen, in Zukunft nicht mehr die fachlichen Kompetenzen haben können, die ein Absolvent in der Kinderkrankenpflege heute aufweist. Auch Sicht von Mayatepek besteht die große Gefahr, dass es im Rahmen einer Generalisierung der Berufsausbildung zu einem Verlust der Expertise „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ und zu einem weiteren Fachkräftemangel in der ambulanten und stationären Kinderkrankenpflege kommen wird.

Mayatepek führte aus, dass auch weiterhin eine Gesundheits- und Kinderkrankenpflege benötigt wird, die über fundiertes Fachwissen und Handlungssicherheit im Umgang mit Kindern und Jugendlichen in den verschiedenen Entwicklungsphasen und komplexen Familiensystemen verfügt. Der Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland fordere zu Recht eine sowohl quantitativ als auch qualitativ angemessene Schwerpunktsetzung in der „Gesundheits- und Krankenpflege“ während der theoretischen und praktischen Berufsausbildung.

Erfahrungen aus der Schweiz zeigten allerdings, dass die Generalisierung zu einer deutlichen Verschlechterung der Qualität in der Pflege geführt habe, was dort inzwischen zu Bestrebungen zu einer Umkehr nach sich zöge. Aus Sicht der Patienten und zur Aufrechterhaltung der Qualität gäbe es also durchaus auch Gründe, die „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ in der pflegerischen Erstausbildung zu erhalten und den Kinderkrankenpflegeberuf weiter aufzuwerten.

Quelle:

DGKJ
  • Peter Naeser
    Recht hat er.
  • Frank Martina
    Ich bin strikt gegen eine Zusammenlegung. Für eine Ausbildung in der Krankenpflege müssen bestimmte vorraussetzungen erfüllt sein und das muss auch so bleiben damit das Niveau nicht ganz den Bach runter geht. Auch eine Zusammenlegung von kranken und Altenpflege halte ich keinesfalls für gut. Um den Beruf des Altenpflege zu erlernen braucht man nicht mal bestimmte vorraussetzungen das sagt schon einiges aus.
  • Johanna Meixner
    keine Zusammenlegung,das kann nur auf Kosten der Qualität in der Pflege gehen.Kinder,alte Menschen und Erwachsene brauchen unterschiedliche Arten der Pflege. Sicher gibt es Gemeinsamkeiten, aber die allein rechtfertigen nicht diesen "Einheitsbrei" in der Ausbildung.Eine typische Entscheidung von Menschen,die keine Ahnung haben.
  • Stephan
    @Frank

    Was schreibst du denn da???Die Zugangsvoraussetzung für Alten und Krankenpflege sind exakt dieselben!!!Also bitte erst richtig informieren bevor man eine Berufsgruppe schlecht macht!!!
  • Woga
    Ich habe beide Ausbildungen, doch ich würde mir so eine Aussage verkneifen.Es gibt Dinge die mancher einfach nicht in den Kopf bekommt. Was man in der Gerontolgie
    alles wissen muss. Außerdem gibt es überall Pflegemangel und Mann muss unzumutbares leisten in beiden Berufen schon mal daran Gedacht?
  • Leila
    Warum glauben Krankenschwestern immer, dass sie was besseres sind, als Altenpfleger? Warum kann man nicht an einem Strang ziehen? Wir alle Pflegen Menschen! Die Arbeit des Altenpflegers wir hier offensichtlich unterschätzt. Vielleicht sollte man sich über den jeweils anderen Beruf erst mal informieren, bevor man solche Aussagen macht.
  • Wolf-Dietrich Trenner
    Ärzte sollten sich nur dann in Pflegefragen einmischen wenn sie etwas davon verstehen. Hier scheint der Blick verstellt: schließlich lernen Kinderärzte auch erst einmal Arzt und dürfen sich dann spezialisieren. Und genau das soll nun zur Verschlechterung der Pflege führen? Der Lobbyist entlarvt sich selbst. Pflege ist bei Patienten jeden Alters eine Arbeit, für die viele Voraussetzungen erforderlich sind. Keine heutige Kleingruppe hat vernünftige Gründe sich über andere Kleingruppen erhaben zu fühlen.