Hepatitis A verursacht Gelbsucht.
Jun­ger Mann mit typi­scher Gelb­sucht infol­ge einer -A-.CDC/ Dr. Tho­mas F. Sel­lers; Emo­ry Uni­ver­si­ty

Fakt #1 – Definition

Als „“ wer­den Ent­zün­dungs­krank­hei­ten der (von grie­chisch „hepar“ = ) bezeich­net. Aus­lö­ser kön­nen Viren, Gif­te, Medi­ka­men­te oder Auto­im­mun­krank­hei­ten sein. Zu den Sym­pto­men zäh­len bei­spiels­wei­se Müdig­keit, Erbre­chen, Fie­ber, aber auch Gelb­sucht (Ikte­rus), Leber­druck­schmerz, Juck­reiz und Ent­fär­bung des Stuhl­gangs kön­nen auf­tre­ten.

Fakt #2 – Verschiedene Formen

Man unter­schei­det zwei For­men der Leber­ent­zün­dung, die aku­te und die chro­ni­sche. Wäh­rend die aku­te in der Regel von sel­ber aus­heilt, dau­ert die chro­ni­sche län­ger als 6 Mona­te und kann zu Leber­zir­rho­se oder Leber­krebs füh­ren. So wird bei­spiels­wei­se Hepa­ti­tis A nie­mals chro­nisch und heilt von sel­ber aus. Dem­ge­gen­über besteht bei Hepa­ti­tis C eine hohe Gefahr der Chro­ni­fi­zie­rung.

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Fakt #3 – Von A bis E

Bei der über­wie­gen­den Zahl der Fäl­le han­delt es sich bei der Hepa­ti­tis um eine vira­le . Die klas­si­schen Hepa­ti­tis-Viren sind – ent­spre­chend der Rei­hen­fol­ge ihrer Ent­de­ckung – alpha­be­tisch ein­ge­teilt in die Typen A bis E. Laut WHO leben welt­weit 325 Mil­lio­nen Men­schen mit chro­ni­scher Hepa­ti­tis B oder C. Man geht davon aus, dass rund 290 Mil­lio­nen die­ser Betrof­fe­nen von ihrer nichts ahnen. In der Euro­päi­schen Regi­on sind jeweils 15 bzw. 14 Mio. Men­schen von die­sen bei­den Krank­hei­ten betrof­fen, die auch Haupt­ur­sa­chen für Leber­zir­rho­se und Leber­krebs sind. Die bei­den Krank­hei­ten ver­ur­sa­chen jedes Jahr über 170 000 Todes­fäl­le in der Regi­on. Welt­weit ster­ben schät­zungs­wei­se 1 Mil­li­on Men­schen pro Jahr an chro­ni­scher Virus­he­pa­ti­tis. Durch recht­zei­ti­ge Tests und eine ent­spre­chen­de Behand­lung könn­ten die­se deut­lich redu­ziert wer­den.

Fakt #4 – Übertragung

Die For­men A und E über­tra­gen sich über kon­ta­mi­nier­tes Trink­was­ser oder Nah­rung, wäh­rend man sich bei den übri­gen Virus-For­men typi­scher­wei­se über Blut- und Schleim­haut­kon­tak­te ansteckt. Bei Hep­ti­tis B erfolgt die Über­tra­gung dar­über hin­aus auch über Sper­ma, Trä­nen­flüs­sig­keit, Spei­chel und sogar Mut­ter­milch. Das Risi­ko, sich bei einer Nadel­stich­ver­let­zung mit dem Virus anzu­ste­cken, liegt bei 30%.

Fakt #5 – Vorbeugung und Therapie

Gegen Hepa­ti­tis A und B kann man sich imp­fen las­sen. Gegen Hepa­ti­tis C und die wei­te­ren For­men gibt es bis­lang noch kei­nen Impf­stoff. Hier muss nach Aus­bruch der Erkran­kung medi­ka­men­tös ein­ge­grif­fen wer­den: Eine der­ar­ti­ge The­ra­pie ist dabei sehr kost- und lang­wie­rig: So kos­tet die zwölf­wö­chi­ge Behand­lung mit dem Arz­nei­mit­tel Sofos­bu­vir in Deutsch­land rund 41.000 Euro. Die chro­ni­sche Hepa­ti­tis B‑Infektion ist bereits kon­trol­lier­bar, jedoch sel­ten heil­bar. Hepa­ti­tis C ist heu­te fast immer heil­bar und könn­te sogar welt­weit ein­ge­dämmt wer­den. Dies hat sich die WHO als glo­ba­les Ziel bis 2030 gesetzt, muss durch die Coro­na-Kri­se dar­in jedoch Rück­schlä­ge erfah­ren.

Aus­rich­ter des Akti­ons­ta­ges in Deutsch­land ist die Deut­sche Leber­hil­fe.