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Pflegende
Bochu­mer Bund

Anstatt die Arbeits­be­din­gun­gen in der Pflege zu verbes­sern und den Beruf attrak­ti­ver zu machen, bleibt es also dabei, dass seitens der Politik auf kurzfris­tige „Lösun­gen” gesetzt wird. Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, ob die noch verblei­ben­den Pflege­kräfte bis an die Grenzen und darüber hinaus getrie­ben werden, um die Statio­nen am laufen zu halten.

Längst wäre es an der Zeit die Betten zu sperren, für die das Perso­nal fehlt und die Arbeits­kräfte stärker, nicht weniger zu schüt­zen und zu entlas­ten. Dass sich der allge­gen­wär­tige Pflege­not­stand durch solches Eingrei­fen weiter drama­ti­sie­ren wird, scheint offen­sicht­lich. Beson­ders ärger­lich für die Pflegen­den ist neben den weite­ren Verschär­fun­gen im beruf­li­chen Alltag die Tatsa­che, dass die neu gegrün­dete Regie­rung genau die selbe Linie fährt, wie die abgewählte Schwarz-rote Koalition.

Die Bundes­re­gie­rung, die sich in Image­kam­pa­gnen gern als Koali­tion der Verän­de­rung und Neuerung gibt, übernimmt hier den Vorschlag der nieder­säch­si­schen (nicht-mehr-sehr-) großen Koali­tion und weitet ihn noch dazu bis Juni aus. Damit zeigt die neue Regie­rung im Bund überra­schend schnell ihren mangeln­den Willen zur Verän­de­rung. Für Pflegende, Angehö­rige, aber auch für die breite Bevöl­ke­rung, kann dies nur bedeu­ten, sich noch stärker für bessere Arbeits­be­din­gun­gen, bessere Bezah­lung und einen angemes­se­nen Schutz für Pflege­kräfte einzusetzen.

Denn wovor die Regie­rung mit aller Kraft die Augen verschließt, ist den Betrof­fe­nen längst klar: Eine angemes­sene Behand­lung kann in deutschen Kranken­häu­sern schon jetzt nicht mehr statt­fin­den. Durch immer stärker überlas­tete Pflege­kräfte wird sich die Situa­tion aller­dings für die Patien­ten und Bewoh­ner noch weiter verschlechtern.

Es gilt daher, sich Möglich­kei­ten zu suchen, den eigenen Unmut über diese Entschei­dun­gen zu äußern und in wirkungs­vol­len Protest zu verwan­deln. Unter­zeich­net Petitio­nen, geht (Corona-konform) demons­trie­ren und organi­siert euch gewerk­schaft­lich. Wir dürfen uns nicht länger gefal­len lassen, dass Politi­ker Entschei­dun­gen treffen, die sich negativ auf unsere Gesund­heit auswir­ken. Denn letzt­end­lich leiden wir alle unter einer solchen Politik.

Niklas Kemper