Anzei­ge
PWG-Seminare
Kleidungswechsel im Umkleideraum
Num­mer 4.1 des Anhangs „Anfor­de­run­gen und Maß­nah­men für Arbeits­stät­ten nach § 3 Absatz 1“ der ArbStättV regelt die Bereit­stel­lung von Umkleideräumen.

Das An- und Able­gen der Dienst­klei­dung gehört für jede Pfle­ge­kraft zum Arbeits­all­tag dazu: Pfle­ge­ka­sack an und los geht’s. Doch wohin mit den pri­va­ten Kla­mot­ten, der Hand­ta­sche und den Wert­sa­chen? Muss der Arbeit­ge­ber hier­für Schließ­fä­cher zur Ver­fü­gung stellen?

Kleidung unterliegt dem Arbeitsschutz

Der Arbeit­ge­ber hat in ers­ter Linie dafür Sor­ge zu tra­gen, dass die Dienst­aus­übung am Arbeits­platz gefahr­los und hygie­nisch von­stat­ten gehen kann. Dies ist unter ande­rem in der Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung (ArbStättV) sowie in den Unfall­ver­hüft­ungs­vor­schrif­ten (UVV) geregelt.

Laut Num­mer 4.1 des Anhangs „Anfor­de­run­gen und Maß­nah­men für Arbeits­stät­ten nach § 3 Absatz 1“ der ArbStättV hat der Arbeit­ge­ber geeig­ne­te Umklei­de­räu­me zum An- und Able­gen der Dienst­klei­dung zur Ver­fü­gung zu stel­len, wenn die Beschäf­tig­ten – wie in der Pfle­ge – für ihre Tätig­keit spe­zi­el­le Tex­ti­li­en tra­gen müs­sen und es ihnen nicht zuzu­mu­ten ist, sich in einem ande­ren Raum umzuziehen.

Außer­dem müs­sen die Umklei­de­räu­me nach Num­mer 4.1 Absatz 3b mit abschließ­ba­ren Ein­rich­tun­gen aus­ge­stat­tet sein, die für die Auf­be­wah­rung der Gar­de­ro­be einer jeden Pfle­ge­kraft dient.

Trennung von Arbeits- und Privatkleidung

Aller­dings müs­sen die jewei­li­gen Schrän­ke zur Auf­be­wah­rung der Dienst­klei­dung und der pri­va­ten Gegen­stän­de unter Umstän­den von­ein­an­der getrennt sein. Dies hat hygie­ni­sche Grün­de. Kei­me aus dem pri­va­ten Umfeld sol­len nicht an die Dienst­tex­ti­li­en gelan­gen und umgekehrt.

Bekräf­tigt wird die­se Rege­lung durch das Zusam­men­wir­ken der All­ge­mei­nen Schutz­maß­nah­men und der Bio­stoff­ver­ord­nung mit der Tech­ni­schen Regel für bio­lo­gi­sche Arbeits­stof­fe (TRBA 250) „Bio­lo­gi­sche Arbeits­stof­fe im Gesund­heits­we­sen und in der Wohlfahrtspflege“.

§ 9 Absatz 1 Num­mer 4 der Bio­stoff­ver­ord­nung (Bio­StoffV) schreibt zunächst eben­falls vor, dass der Arbeit­ge­ber vom Arbeits­platz getrennt Umklei­de­räu­me zum An- und Able­gen des Diens­tout­fits bereit­zu­stel­len hat. Fer­ner ist die­se regel­mä­ßig zu wech­seln und zu reinigen.

Die TRBA 250 greift dies auf und führt dar­über hin­aus an, dass eine getrenn­te Auf­be­wah­rung der Texi­li­en im Rah­men einer Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung fest­ge­legt wer­den muss.

Alle Infos zum The­ma Tex­til­hy­gie­ne und sau­be­rer Dienst­klei­dung fin­den Sie bei unse­rem The­men­part­ner DTV.

Hier­bei mög­li­cher­wei­se interessant:

Fazit

Die öffent­lich-recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen des Arbeit­ge­bers aus den genann­ten Vor­schrif­ten erge­ben einen arbeit­recht­li­chen Anspruch für den Arbeit­neh­mer. Die­ser kann auf die Ein­hal­tung der Schutz­reg­lun­gen sei­tens des Arbeit­ge­bers bestehen. Somit hat der Arbeit­neh­mer das Recht, sei­ne pri­va­ten Kla­mot­ten plus Wert­ge­gen­stän­de bei Dienst­an­tritt sicher und sau­ber zu verstauen.

Quel­le: RDG 2021, 18(5), S. 290f.