Die hygienisch fehlerhafte Aufbereitung von Altenheim- und Krankenhauswäsche kann haftungsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Die hygie­nisch feh­ler­haf­te Auf­be­rei­tung von Alten­heim- und kann haf­tungs­recht­li­che Kon­se­quen­zen nach sich zie­hen.© DTV

Aufbereitung von Wäsche mit Infektionsgefährdung

Fra­ge­stel­lun­gen rund um stel­len für Füh­rungs­kräf­te im Gesund­heits­dienst einen sen­si­blen Kom­plex dar, bei dem Nut­zen und Risi­ko beson­ders sorg­fäl­tig abge­wo­gen wer­den müs­sen. Öko­no­mi­sche und öko­lo­gi­sche Gesichts­punk­te ste­hen dem Infek­ti­ons­schutz und der Funk­ti­ons­si­cher­heit gegen­über. In jeder Gesund­heits­ein­rich­tung stellt die Auf­be­rei­tung von Wäsche und Tex­ti­li­en (z. B. Dienst- und Schutz­klei­dung, Bett- und Frot­tee­wä­sche, Rei­ni­gungs­tü­cher und Wisch­tex­ti­li­en) zum einen eine bedeu­ten­de Posi­ti­on im Haus­halts­plan und zum ande­ren ein poten­zi­el­les Risi­ko im Haf­tungs­be­reich „“ dar.

Die recht­li­che Posi­ti­ons­be­stim­mung ist inso­weit ein­deu­tig. Die grund­le­gen­de Ver­ant­wor­tung für die Sicher­heit und den Gesund­heits­schutz der Pati­en­ten und Beschäf­tig­ten liegt bei der Ein­rich­tungs­lei­tung. Zur Erfül­lung die­ser Ver­pflich­tung sind geeig­ne­te orga­ni­sa­to­ri­sche Rege­lun­gen zu tref­fen, die den aktu­el­len Sicher­heits- und Qua­li­täts­an­for­de­run­gen ent­spre­chen. Bezo­gen auf die Ver- und Ent­sor­gung von fri­scher und benutz­ter Wäsche für Ein­rich­tun­gen des Gesund­heits­diens­tes bedeu­tet dies, dass eine gro­ße Anzahl von Vor­schrif­ten ein­ge­hal­ten wer­den muss, die sowohl bau­li­che Vor­aus­set­zun­gen und anzu­wen­den­de Wasch­pro­zes­se, als auch die mikro­bio­lo­gi­schen Eigen­schaf­ten und Qua­li­tä­ten der auf­be­rei­te­ten Tex­ti­li­en beschrei­ben.

Haftungsprivilegierung

Die­ses Risi­ko kann durch die Zusam­men­ar­beit mit einem exter­nen , der Tex­ti­li­en aus Kran­ken­haus und Alten­heim unter siche­ren und repro­du­zier­ba­ren Bedin­gun­gen auf­be­rei­tet, aus dem Pflich­ten­kreis der Ein­rich­tung aus­ge­la­gert wer­den. In die­sem Bereich darf ohne­hin nur tätig wer­den, wer zyklisch sei­ne Fähig­keit zum Betrei­ben einer Hygie­ne­wäsche­rei durch ein spe­zi­fi­sches Zer­ti­fi­kat nach­wei­sen kann. Hier­durch wird die Ein­rich­tung und Anwen­dung eines for­ma­len Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­tems belegt, das den funk­tio­na­len und hygie­ni­schen Sicher­heits­an­for­de­run­gen des Wäsche­kreis­laufs im Bereich des Gesund­heits- und Sozi­al­we­sens gerecht wird. Eine Bür­de, die im Fal­le der sog. „Inhouse-Wäsche­rei“ vom Ein­rich­tungs­be­trei­ber in vol­lem Umfang selbst getra­gen wer­den muss.

Prämienbonus durch Risikominimierung

Aus der Sicht des Betrei­bers einer Gesund­heits­ein­rich­tung stellt die Ein­bin­dung eines exter­nen und zer­ti­fi­zier­ten Wäscherei­dienst­leis­ters (z. B. zur Auf­be­rei­tung der ) einen rele­van­ten Bestand­teil für das haf­tungs­recht­lich rele­van­te Risi­ko­ma­nage­ment dar. Es exis­tie­ren meh­re­re ver­gleich­ba­re Qua­li­fi­ka­ti­ons- und Zer­ti­fi­zie­rungs­mo­del­le für Wäsche­rei­en, die Tex­ti­li­en aus Ein­rich­tun­gen der Gesund­heits- und Sozi­al­wirt­schaft auf­be­rei­ten. Hier­durch kann die Ein­stands­pflicht für Schä­den, die auf Feh­ler im Bereich der Pro­zess­or­ga­ni­sa­ti­on zurück­zu­füh­ren sind, aus dem zu ver­tre­ten­den Haf­tungs­zir­kel der Ein­rich­tung aus­ge­grenzt wer­den. Ein risi­ko­mi­ni­mie­ren­der Umstand, der sich im Übri­gen als Nach­lass auf die Prä­mi­en­hö­he der , bzw. der sog. infol­ge von Seu­chen aus­wir­ken kann.