Die Definition für ein Zentrum ist nicht ganz klar. GKV kündigt Vertrag.
Johann-Magnus v. Sta­ckel­berg, stellv. Vor­stands­vor­sit­zen­der des -Spit­zen­ver­ban­des.

Der GKV-Spit­zen­ver­band hat gemein­sam mit dem Ver­band der Pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) den Ver­trag zur Finan­zie­rung von Zen­tren inklu­si­ve sei­ner Anla­ge gekün­digt. Eine ent­spre­chen­de Infor­ma­ti­on zusam­men mit der Auf­for­de­rung zur Neu­ver­hand­lung ging am Diens­tag letz­ter Woche an den drit­ten Ver­trags­part­ner, die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (). Die­ser Schritt war aus Sicht der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen unver­meid­bar. Denn der Ver­trag zur Zen­tren­fi­nan­zie­rung basiert auf Fest­le­gun­gen der Bun­des­schieds­stel­le, die aus Kas­sen­sicht dem eigent­li­chen Geset­zes­auf­trag aus dem Kran­ken­haus­struk­tur­ge­setz (KHSG) nicht gerecht wer­den.

200 Kliniken erhalten Zuschlag als Zentrum

Aus­rei­chend für eine Finan­zie­rung laut Schieds­stel­le ist, dass eine Kli­nik in der Kran­ken­haus­pla­nung der Län­der als Zen­trum aus­ge­wie­sen wird, ohne dass es wei­te­re struk­tu­rie­ren­de Ele­men­te gibt. Ein Fli­cken­tep­pich in der Umset­zung und Streit über die Kri­te­ri­en je Bun­des­land sind die Fol­ge. Der­zeit gibt es in Deutsch­land ca. 200 Kli­ni­ken, die einen Zuschlag als Zen­trum erhal­ten. Aller­dings gibt es kei­ne ein­heit­li­che Defi­ni­ti­on, was als Zen­trum gilt.

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Mit dem KHSG woll­te der Gesetz­ge­ber die hete­ro­ge­ne Zen­trums­land­schaft in Deutsch­land ver­ein­heit­li­chen und auf ver­sor­gungs­po­li­tisch rele­van­te Krank­heits­bil­der kon­zen­trie­ren. Ver­si­cher­te soll­ten künf­tig davon pro­fi­tie­ren, dass beson­de­re Leis­tun­gen von Zen­tren wie Tumor­kon­fe­ren­zen auch für Pati­en­ten ande­rer Kran­ken­häu­ser in allen Bun­des­län­dern an kom­pe­ten­ter Stel­le der Spit­zen­me­di­zin ange­bo­ten und finan­ziert wer­den. Es soll­te zu erken­nen sein, dass sich die­se Zen­tren objek­tiv durch spe­zi­el­le Auf­ga­ben, eine ent­spre­chen­de Aus­stat­tung, medi­zi­ni­sche Exper­ti­se und Fach­per­so­nal von ande­ren Kli­ni­ken unter­schei­den. Es dräng­te sich jedoch der Ein­druck auf, jede medi­zi­ni­sche Ein­rich­tung, die etwas auf sich hielt, bezeich­ne­te sich als Zen­trum. Ver­sor­gungs­po­li­ti­sche Begrün­dun­gen bei den Ent­schei­dun­gen der Län­der zur Zen­tren­bil­dung fehl­ten oft.

Klare Entscheidungskriterien und nicht nur ein Türschild, auf dem Zentrum steht

„Die Kran­ken­kas­sen ste­hen zu ihrem Wort und wol­len die Kon­zen­tra­ti­on von beson­de­ren, ver­sor­gungs­re­le­van­ten Auf­ga­ben an kom­pe­ten­ter Stel­le för­dern. Dafür braucht es aber kla­re Ent­schei­dungs­kri­te­ri­en und nicht nur ein Tür­schild, auf dem Zen­trum steht“, so Johann-Magnus v. Sta­ckel­berg, stellv. Vor­stands­vor­sit­zen­der des GKV-Spit­zen­ver­ban­des.

Das KHSG sieht neben dem Ver­trags­auf­trag vor, dass die Über­gangs­fi­nan­zie­rung für bestehen­de Zen­tren Ende 2017 aus­läuft. Damit ange­sichts der aktu­el­len Ent­wick­lung kein Ver­sor­gungs­eng­pass für Pati­en­ten ent­steht, for­dert der GKV-Spit­zen­ver­band die auf, sich gemein­sam gegen­über der Poli­tik für eine Ver­län­ge­rung der Über­gangs­zeit bis 2018 stark zu machen. So hät­te man genug Zeit, bun­des­ein­heit­li­che Kri­te­ri­en für beson­de­re Auf­ga­ben zu ent­wi­ckeln.