Anzeige
avanti

Da bisher keine aktuel­len Daten zum Influ­enza-Impfsta­tus in Deutsch­land vorla­gen, hat das Robert Koch-Insti­tut (RKI) es sich zum Ziel gemacht diese Infor­ma­ti­ons­lü­cke zu schlie­ßen. Ziel der Befra­gung war, die Gründe für die Ableh­nung einer Influ­enza-Impfung in Erfah­rung zu bringen.

Die Ständige Impfkom­mis­sion (STIKO) empfiehlt die jährli­che Influ­enza-Impfung insbe­son­dere für Gesund­heits­per­so­nal, da aufgrund ihres Berufes ein erhöh­tes Risiko zur Erkran­kung an Influ­enza besteht. Die Ergeb­nisse der Pilot­stu­die zeigen, dass dennoch viele eine Impfung gegen Influ­enza ablehnen.

Von den insge­samt 1.827 Befrag­ten haben etwa 40 Prozent angege­ben, in den letzten fünf Winter­sai­sons nicht geimpft gewesen zu sein. Davon gehörte etwa ein Drittel dem Pflege­per­so­nal an. 39,8 Prozent aller Befrag­ten gaben an, in der letzten Winter­sai­son 2015/16 gegen Influ­enza geimpft gewesen zu sein. Dabei zeigte sich, dass mit 56 Prozent die Impfquote beim Ärztli­chen Dienst am höchs­ten war, beim Pflege­per­so­nal lag sie bei knapp 35 Prozent. In thera­peu­ti­schen Berufen betrug die Impfquote etwa 28 Prozent.

Gründe für oder gegen die Influenza-Impfung

Die angege­be­nen Gründe gegen eine Impfung variier­ten stark zwischen den jewei­li­gen Berufs­grup­pen. So gaben knapp 30 % der Pflegen­den an, dass sie Angst vor den Neben­wir­kun­gen haben, gefolgt von der Annahme die Impfung selbst könnte eine Grippe auslö­sen. Bei den Ärzten wurden am häufigs­ten organi­sa­to­ri­sche Gründe und Zeitman­gel als Grund für die Nicht-Inanspruch­nahme der Impfung vermerkt. In den thera­peu­ti­schen Berufen wird die Grippe von über 50 Prozent als nicht gefähr­lich einge­stuft und daher eine Impfung abgelehnt. 88 Prozent derje­ni­gen, die in der letzten Winter­sai­son geimpft worden sind, hielten eine Impfung aufgrund des Schut­zes des persön­li­chen Umfel­des für wichtig.

Für die Umfrage wurden zwei Univer­si­täts­kli­ni­ken im Osten Deutsch­lands zwischen August und Septem­ber 2016 befragt. Dabei handelte es sich um eine Pilot­stu­die, die gegebe­nen­falls deutsch­land­weit ausge­dehnt werden soll. Von den 1.827 Befrag­ten waren 559 (30,6 Prozent) im Pflege­be­reich und 350 (19,2 Prozent) im Ärztli­chen Dienst tätig.

Quelle: RKI