Karl-Josef Laumann ist für Pflegekammern
Pfle­ge­be­auf­tra­ger Karl-Josef Lau­mann spricht sich für die Errich­tung von Pfle­ge­kam­mern aus.Hol­ger Groß [CC BY-SA 4.0]

Wenn aktu­ell in Deutsch­land über Pfle­ge ent­schie­den wür­de, säßen alle am Tisch, nur die Pfle­ge selbst nicht, stell­te Karl-Josef Lau­mann (CDU) in einem kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Posi­ti­ons­pa­pier fest. Die Pfle­ge müs­se sich eman­zi­pie­ren, so Pfle­ge­be­voll­mäch­tig­te der Bun­des­re­gie­rung wei­ter, um nicht län­ger fremd­be­stimmt blei­ben. Und: „Um dem hohen Stel­len­wert der Pfle­ge gerecht zu wer­den, benö­tigt eine star­ke Pfle­ge auch eine star­ke Stim­me“, so Lau­mann.

Klares Votum für eine

Für Lau­mann ist klar: Nur eine unab­hän­gi­ge, insti­tu­tio­na­li­sier­te , die mit allen Rech­ten und Pflich­ten einer eigen­ver­ant­wort­li­chen Berufs­kam­mer aus­ge­stat­tet ist, sind die Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft zu meis­tern. Vor allem sol­len die Berufs­an­ge­hö­ri­gen in die Lage ver­setzt wer­den selbst mit­zu­ent­schei­den zu kön­nen, wel­che Ent­wick­lung die Pfle­ge hier­bei neh­men wird. Er ver­weist dabei auch auf die posi­ti­ven Erfah­run­gen mit Pfle­ge­kam­mern im Aus­land.

Lau­mann ist sich sicher: Der Zusam­men­schluss zu einer , die mit einer Stim­me die Pfle­ge­ex­per­ti­se in die gesund­heits- und berufs­po­li­ti­schen Ent­schei­dungs­pro­zes­se wirk­sam ein­bringt, wird zwangs­läu­fig dazu füh­ren, dass die Pfle­ge die Wert­schät­zung und Auf­merk­sam­keit erhält, die ihr zuste­he. Es sei auch ein wich­ti­ger Schritt, um die Pfle­ge als attrak­ti­ven Beruf zu stär­ken. Er begrü­ße des­halb aus­drück­lich die Akti­vi­tä­ten in Deutsch­land zur Errich­tung von Pfle­ge­kam­mern, wie z.B. in Rhein­land-Pfalz, Schles­wig-Hol­stein und Nie­der­sach­sen.

Lau­mann stellt in dem Posi­ti­ons­pa­pier auch klar, dass „nur in einer Pfle­ge­kam­mer, in der auch alle Pfle­ge­fach­kräf­te ver­tre­ten sind, …die Inter­es­sen der Berufs­grup­pe gebün­delt und kom­mu­ni­ziert wer­den“ kön­nen. Damit erteilt er dem von der Baye­ri­schen Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­te­rin Mela­nie Huml pro­pa­gier­ten Modell des Pfle­ge­rings, wel­ches eine frei­wil­li­ge Mit­glied­schaft vor­sieht, eine kla­re Absa­ge.

Unabhängigkeit gibt es nicht zum Nulltarif

Eine unab­hän­gi­ge müs­se jedoch auch auf eige­nen Bei­nen ste­hen, so Lau­mann. „Die­se gibt es daher nicht zum Null­ta­rif. Nur so ist gewähr­leis­tet, dass auch wirk­lich die Inter­es­sen der Pfle­ge­kräf­te ver­tre­ten wer­den und nicht die von Arbeit­ge­ber­ver­bän­den oder ande­ren Berufs­grup­pen“, so der Pfle­ge­be­auf­trag­te wei­ter. Die­ser Hin­weis scheint vor allem an die Pfle­gen­den gerich­tet sein, die die Ein­rich­tung einer Kam­mer wegen eines vor­aus­sicht­lich zu ent­rich­ten­den Pflicht­bei­tra­ges ableh­nen.