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Coronabonus
In der Kritik: der geplante Coronabo­nus der Bundes­re­gie­rung für die PflegeBild: Photo 177399464 © Fever­pit­ched – Dreamstime.com

Es ist verein­bart im Koali­ti­ons­ver­trag von SPD, Grünen und FDP: Auch im Jahr 2022 soll ein bundes­wei­ter Coronabo­nus in der Pflege ausbe­zahlt werden. Doch über die Art der Auszah­lung gibt es weiter­hin Unstim­mi­glei­ten und Streit.

Scharfe Kritik kommt jetzt vom Vorstand der Deutschen Stiftung Patien­ten­schutz, Eugen Brysch. Laut Brysch drohe ein „böses Erwachen für die 1,5 Millio­nen Pflege­kräfte in Deutsch­land“, sagte Brysch. Der Pflege­bo­nus sei nämlich nichts anderes als ein Steuerbonus.

„Der Staat verzich­tet auf Steuer­ein­nah­men. Voraus­set­zung dafür ist aber, dass die Arbeit­ge­ber überhaupt zusätz­lich bis zu 3.000 Euro pro Pflege­mit­ar­bei­ter zahlen. Doch viele Kranken­häu­ser, Pflege­heime und ambulante Dienste werden dazu gar nicht in der Lage sein.“ Schließ­lich gehe es um bis zu 4,6 Milli­ar­den Euro insgesamt.

Coronabo­nus: eine Milli­arde Euro insgesamt

Die Bundes­re­gie­rung will für den Coronabo­nus für Pflege­kräfte eine Milli­arde Euro bereit­stel­len. Mit dem vorge­leg­ten Gesetz wird geregelt, dass diese Prämien bis zu einer Höhe von 3000 Euro steuer­frei bleiben. Bei den Beschäf­tig­ten soll möglichst viel von dem Geld auch wirklich ankom­men. Das gilt für Sonder­zah­lun­gen unter anderem für Mitar­bei­ter in Kranken­häu­sern, in der Inten­siv­pflege, für ambulante Pflege­kräfte und Beschäf­tigte in Pflegeheimen.

„Zwar bezeugt die Ampel im Koali­ti­ons­ver­trag den Pflege­kräf­ten eine heraus­ra­gende Leistung in der Pande­mie“, erklärte Brysch. Doch Rot-Gelb-Grün sei nicht bereit, den Coronabo­nus selbst aufzu­brin­gen. „So nimmt die Regie­rung in Kauf, dass viele Beschäf­tigte leer ausge­hen.“ Die Bundes­re­gie­rung solle statt­des­sen den Pflege­bo­nus aus Haushalts­mit­teln garantieren.

Quelle: Deutsche Stiftung Patientenschutz