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Nachtschicht
Auf Sta­ti­on mit­ten in der NachtBild: Sudok1/Dreamstime.com

Was ist Nachtschicht?

Der Gesetz­ge­ber defi­niert Arbeit, die zwi­schen 23:00 Uhr und 6:00 Uhr statt­fin­det, als Nacht­ar­beit. Die­se Rege­lung gilt für ambu­lan­te Pfle­ge­diens­te und pri­va­te Ein­rich­tun­gen. Bei Beschäf­tig­ten, für die der Tarif­ver­trag des öffent­li­chen Diens­tes gilt, beginnt die Nacht­ar­beit schon ab 21 Uhr und geht eben­falls bis sechs Uhr morgens.

Ist Bereitschaft auch Dienst?

Hier wird zwi­schen Bereit­schafts­dienst und Ruf­be­reit­schaft unter­schie­den. Der wesent­li­che Unter­schied ist dabei, dass man sich wäh­rend des Bereit­schafts­diens­tes am Arbeits­platz auf­hal­ten muss. Wäh­rend der Ruf­be­reit­schaft dage­gen kann man den Auf­ent­halts­ort frei wäh­len, muss sich aller­dings bereit hal­ten, bei Bedarf die Arbeit anzu­tre­ten. Dem­entspre­chend gilt die Ruf­be­reit­schaft auch nicht als Arbeits­zeit. Soll­te man aller­dings wäh­rend der Ruf­be­reit­schaft zum Dienst geru­fen wer­den, hat das Ein­fluss auf die Ruhe­zei­ten bis zum nächs­ten Schichtbeginn.

Kann man Nachtschicht ablehnen?

Lei­der nein. Zwar ist all­ge­mein aner­kannt, dass Nacht­schicht schäd­lich für die Gesund­heit ist und zum Bei­spiel Schlaf­stö­run­gen, Appe­tit­lo­sig­keit und psy­chi­sche Krank­hei­ten ver­ur­sa­chen kann. Aller­dings ist ohne den Schicht­dienst eine Rund-um-die-Uhr-Betreu­ung der Pati­en­ten nicht mach­bar. Des­halb haben Pfle­ge­kräf­te nicht das indi­vi­du­el­le Recht, Nacht­ar­beit pau­schal abzulehnen.

Aller­dings gibt es Aus­nah­men. Eine Pfle­ge­kraft, die Kin­der unter 12 Jah­ren oder pfle­ge­be­dürf­ti­ge Ange­hö­ri­ge ver­sor­gen muss, hat Anspruch auf Ver­set­zung in den Tag­dienst. Auch die Gefähr­dung der eige­nen Gesund­heit durch eine Fort­set­zung des Nacht­dienst ist ein Grund für die Befrei­ung vom Nacht­dienst. Der Arbeit­ge­ber kann jedoch auf den Nacht­dienst bestehen, wenn aus drin­gen­den betrieb­li­chen Grün­den kein geeig­ne­ter Arbeits­platz im Tag­dienst zur Ver­fü­gung gestellt wer­den kann.

Haben Pflegende einen Anspruch auf Zuschläge für den Nachtdienst?

Die gesund­heit­li­chen Nach­tei­le der Nacht­ar­beit sol­len durch eine ent­spre­chend höhe­re Ver­gü­tung aus­ge­gli­chen wer­den. Aller­dings besteht nicht auto­ma­tisch ein Anspruch auf den Nacht­zu­schlag. Den bekom­men nur sol­che Pfle­ge­kräf­te, die min­des­tens zwei Stun­den in der als Nacht­ar­beit defi­nier­ten Zeit­span­ne arbei­ten und dann auch nur für die Arbeits­stun­den, die in die­ser Zeit anfallen.

Alter­na­tiv kann der Arbeit­ge­ber aber auch eine ange­mes­se­ne Anzahl bezahl­ter frei­er Tage anbie­ten. Bei Tarif­ver­trä­gen gel­ten die dort fest­ge­leg­ten Bestimmungen.

Wie ist der Personalschlüssel?

Die­ser ist lei­der nicht ein­heit­lich gere­gelt, so dass jedes Bun­des­land eige­ne Rege­lun­gen hat. Dabei haben vie­le Bun­des­län­der kei­nen ein­heit­li­chen Per­so­nal­schlüs­sel. In Kran­ken­häu­sern liegt dabei das Ver­hält­nis von Pfle­gen­den zu Pati­en­ten im Nacht­dienst zwi­schen 1:3,5 (Inten­siv) und 1:20 (Ger­ia­trie). In Pfle­ge­hei­men ist es aller­dings kei­ne Sel­ten­heit, dass eine Pfle­ge­fach­kraft nachts für 40 und mehr Pati­en­ten zustän­dig ist.