Bluthochdruck
Blutdruck­mess­ge­rätBild: Ariano Gadini / Pixabay

Fakt 1: Bluthoch­druck kann drasti­sche Folgen haben

Da Bluthoch­druck im Anfangs­sta­dium oft noch keine Symptome verur­sacht, besteht die Gefahr, dass er über Jahre weiter ansteigt. Der chronisch erhöhte Blutdruck kann die Blutge­fäße schädi­gen, was zu Arterio­skle­rose und Blutge­rinn­seln beiträgt.

Menschen mit Bluthoch­druck können so Durch­blu­tungs­stö­run­gen in den Beinen entwi­ckeln. Durch die vereng­ten Gefäße können die Organe nicht mehr ausrei­chend mit Blut versorgt werden. So kann sich zum Beispiel eine Nieren­funk­ti­ons­stö­rung entwi­ckeln, die ihrer­seits den Blutdruck weiter anstei­gen lässt.

Dadurch dass das Herz stärker pumpen muss, verdi­cken sich mit der Zeit die Herzmus­kel­fa­sern und der Herzmus­kel wird steifer, sodass das Herz sich nicht mehr richtig zusam­men­zie­hen kann und das Blut weniger Sauer­stoff trans­por­tiert. Schlag­an­fälle und Herzin­farkte können ebenfalls Folgen von Bluthoch­druck sein, genauso wie Schädi­gun­gen des Gehirns.

Fakt 2: Einige Lebens­mit­tel können den Blutdruck günstig beeinflussen

Immer wieder ist die Rede von Lebens­mit­teln, die den Blutdruck senken sollen. Einige wurden in Studien unter­sucht. Demnach hat Knoblauch eine günstige Wirkung auf den systo­li­schen Blutdruck, vermut­lich aufgrund des hohen Schwe­fel­ge­halts. Auch Rote-Bete-Saft ist effek­tiv: Der hohe Nitrat­ge­halt der Roten Bete wirkt gefäßerweiternd.

Aller­dings ist noch nicht klar, ob die Wirkung länger anhält. Kakao­pro­dukte – bezie­hungs­weise die darin enthal­te­nen Flava­nole – wirken ebenfalls blutdrucksenkend.

Einige Mineral­stoffe gelten als blutdruck­sen­kend: Kalium trägt zur Senkung des Blutdrucks bei, da es den Nieren hilft, überschüs­si­ges Natrium auszu­schei­den. Magne­sium erwei­tert die Gefäße und kann so den Blutdruck sinken lassen.

Fakt 3: Sport hilft bei hohem Blutdruck

Viele Menschen mit hohem Blutdruck haben Angst, sich zu überlas­ten. Sport­li­che Anstren­gung erhöht natür­lich den Blutdruck, aber nur kurzfris­tig. Wer regel­mä­ßig Sport treibt, trainiert das Herz-Kreis­lauf-System. Die Gefäße werden elasti­scher und der Ruhepuls sinkt. Beson­ders günstig sind Ausdau­er­sport­ar­ten, also Nordic Walking, Fahrrad fahren oder Schwimmen.

Diese sind auch für Menschen mit höherem Körper­ge­wicht machbar, da sie die Gelenke weniger belas­ten als zum Beispiel Joggen. Auch leich­tes Kraft­trai­ning ist empfeh­lens­wert, da es hilft, Muskeln aufzu­bauen und so die Belas­tungs­grenze des Körpers zu erhöhen. Aller­dings sollte man nicht mit schwe­ren Gewich­ten trainie­ren, da die Press­at­mung den Blutdruck steigen lässt.

Grund­sätz­lich sollte man auf jeden Fall mit dem Arzt abspre­chen, welche Sport­ar­ten in welcher Inten­si­tät indivi­du­ell empfeh­lens­wert sind. Für den Anfang sind schon regel­mä­ßige Spazier­gänge ein Fortschritt.

Dabei kann ein Schritt­zäh­ler motivie­rend wirken. Ideal für die Herzge­sund­heit sind 10.000 Schritte pro Tag. Wenn das regel­mä­ßig klappt, kann man mit einem geziel­ten Ausdau­er­trai­ning begin­nen. Viele Kranken­kas­sen fördern entspre­chende Trainingsprogramme.

Fakt 4: Die richtige Ernäh­rung ist wichtig

Der Begriff „gesunde Ernäh­rung“ ist für die meisten Menschen wenig greif­bar. Hilfrei­cher ist hier die Orien­tie­rung an der sogenann­ten Mittel­meer-Diät. Das heißt

  • Wenig rotes Fleisch, dafür mehr Fisch, Geflü­gel in Maßen
  • Frische, unver­ar­bei­tete Lebens­mit­tel, weniger Fertig­ge­richte einschließ­lich Wurst­wa­ren (das spart auch Salz)
  • Olivenöl als Fettquelle nutzen
  • Statt Salz öfter Kräuter zum Würzen nutzen
  • Wenig Alkohol (am besten ganz verzichten)
  • Viel Gemüse und Obst (am besten frisch)

Auch die Umstel­lung von Weißmehl- auf Vollkorn­pro­dukte hilft der Gesundheit.

Das wichtigste bei einer blutdruck­sen­ken­den Ernäh­rung ist die Reduk­tion von Salz. Denn Salz enthält Natrium, das Wasser im Körper bindet. Dadurch erhöht sich die Menge Blut, die im Körper zirku­liert und das Herz muss stärker pumpen, um das Blut zu bewegen. Wenn man weniger Salz aufnimmt, sinkt dagegen das Blutvo­lu­men – der Blutdruck kann sinken.

Fakt 5: Selbst messen ist sinnvoll

Den Blutdruck selbst zu messen hilft dabei, die Kontrolle zu behal­ten. So kann man erken­nen, wie der Blutdruck auf den norma­len Alltag reagiert oder was sich durch Sport oder Medika­mente ändert. Auch für das Arztge­spräch ist es wichtig, die eigenen Werte zu kennen.

Messge­räte für den Blutdruck gibt es sowohl für die Oberarm- als auch für die Handge­lenk­mes­sung. Die Oberarm­mes­sung gilt als genauer, aller­dings empfin­den viele Menschen das Gerät zur Handge­lenk­mes­sung als einfa­cher in der Bedie­nung. Am besten ist es, sich vor dem Kauf vom Arzt beraten zu lassen.

So messen Sie richtig:

  • Messen Sie im Sitzen, nach zwei bis drei Minuten der Ruhe
  • Messen Sie regel­mä­ßig über einen länge­ren Zeitraum
  • Messen Sie immer zur gleichen Tageszeit
  • Messen Sie an dem Arm, an dem der Druck höher ist
  • Handge­lenk­mes­sung: Halten Sie den Arm in Höhe des Herzens
  • Oberarm­mes­sung: Legen Sie die Manschette fest an, etwas zwei bis drei Zenti­me­ter über der Ellbogenbeuge