Anerkennung als deutsche Pflegekraft in Spanien
Das son­ni­ge und medi­ter­ra­ne Spa­ni­en ist ein ver­lo­cken­des Ziel für Aus­wan­de­rer.Bild: Mar­co DI Bella

In Deutschland ausgebildet – In Spanien studiert

Ist die Ent­schei­dung gefal­len als deut­sche Pfle­ge­kraft in Spa­ni­en arbei­ten zu wol­len, stellt sich zunächst ein­mal die Fra­ge der Aner­ken­nung der Pfle­ge­aus­bil­dung. Die­se unter­schei­det sich in Spa­ni­en und Deutsch­land grund­le­gend, da die Aus­bil­dung in Spa­ni­en aka­de­mi­siert ist, wäh­rend dies in Deutsch­land bis­her nicht der Fall ist. Laut Erfah­rungs­be­rich­ten wird man daher zunächst nur als Hilfs­kraft ein­ge­stellt, da die deut­sche Pfle­ge­aus­bil­dung nicht dem spa­ni­schen Hoch­schul­stan­dard entspricht.

Die Gesetzesgrundlagen

Trotz­dem ist es mög­lich mit einer in Deutsch­land absol­vier­ten Pfle­ge­aus­bil­dung in Spa­ni­en zu arbei­ten. Gere­gelt ist dies durch die EU-Berufs­an­er­ken­nungs­richt­li­nie 2005/36/EG, die 2005 in Kraft getre­ten ist. Sie sieht für die regle­men­tier­ten Berufs­ab­schlüs­se vor, dass sie von den Mit­glieds­staa­ten der EU grund­sätz­lich als gleich­wer­tig aner­kannt wer­den und man als Berufs­an­ge­hö­ri­ger frei­en Zugang zum jeweils hei­mi­schen Arbeits­markt erhält.

Zu die­sen regle­men­tier­ten, also staat­lich gere­gel­ten Beru­fen, gehö­ren unter ande­rem die Beru­fe des Arz­tes, Apo­the­kers und eben auch der Pfle­ge­kräf­te. Die­se Berufs­grup­pe muss sich einem Aner­ken­nungs­ver­fah­ren des jewei­li­gen Lan­des unter­zie­hen, wel­ches in Spa­ni­en für die­se Berufs­grup­pe ver­hält­nis­mä­ßig unpro­ble­ma­tisch sein soll – ein gewis­ser büro­kra­ti­scher Auf­wand bleibt jedoch nicht aus.

Die Mindestanforderungen müssen erfüllt sein

Die Richt­li­nie sieht vor, dass man als Pfle­ge­kraft gewis­se Min­dest­an­for­de­run­gen erfül­len muss. Dem­nach muss man min­des­tens drei Jah­re oder 4.600 Stun­den theo­re­ti­schen Unter­richt und kli­nisch-prak­ti­sche Unter­wei­sun­gen absol­viert haben. Wei­ter­hin muss „die Dau­er der theo­re­ti­schen Aus­bil­dung min­des­tens ein Drit­tel und die der kli­nisch-prak­ti­schen Unter­wei­sung min­des­tens die Hälf­te der Min­dest­aus­bil­dungs­dau­er betra­gen.“ Die deut­sche Kran­ken­pfle­ge­aus­bil­dung rich­tet sich danach und erfüllt dem­entspre­chend die­se Anforderungen.

Um das Aner­ken­nungs­ver­fah­ren zu durch­lau­fen, muss man sich an das spa­ni­sche Minis­te­ri­um für Gesund­heit, Sozi­al­po­li­tik und Gleich­stel­lung (Minis­te­rio des Sani­dad, Ser­vici­os Socia­les y Igu­aldad) wen­den. Erfor­der­li­che Doku­men­te sind das offi­zi­el­le Prü­fungs­zeug­nis sowie eine beglau­big­te Über­set­zung, die man bei einem spa­ni­schen Kon­su­lat erhal­ten kann. Inner­halb von drei Mona­ten wird dann von dem spa­ni­schen Minis­te­ri­um über die Aner­ken­nung ent­schie­den, im Anschluss kann man sich frei am spa­ni­schen Arbeits­markt bewerben.

Quel­le: eu-info.de, spanieninfo.de, Minis­te­rio des Sani­dad, Ser­vici­os Socia­les y Igualdad