Expertenstandard Dekubitusprophylaxe
Der neue Exper­ten­stan­dard „Deku­bi­tus­pro­phy­la­xe“.Mar­co Di Bella

Der Exper­ten­stan­dard „Deku­bi­tus­pro­phy­la­xe in der Pfle­ge“ des Deut­schen Netz­werk für Qua­li­täts­ent­wick­lung in der Pfle­ge wur­de 2017 bereits zum zwei­ten Mal aktua­li­siert und ist damit eine wesent­li­che pfle­ge­ri­sche Hand­lungs­vor­ga­be. Er rich­tet sich an alle Pfle­ge­kräf­te in der sta­tio­nä­ren Alten­hil­fe und Gesund­heits­ver­sor­gung sowie der ambu­lan­ten Pflege. 

Ziel­grup­pe der Pro­phy­la­xe sind all jene Men­schen, die durch gesund­heit­li­che Ein­schrän­kun­gen, Pfle­ge­be­dürf­tig­keit sowie Ein­schrän­kun­gen ihrer Mobi­li­tät ein erhöh­tes Risi­ko für Deku­bi­tus auf­wei­sen. Dabei spielt das Alter kei­ne Rolle.

Basie­rend auf einer umfas­sen­den Über­sicht natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Fach­li­te­ra­tur, Unter­su­chun­gen der Mit­glie­der von Exper­ten­ar­beits­grup­pen sowie Pra­xis­er­fah­run­gen zur Umset­zung des Stan­dards ste­hen die Inter­ven­tio­nen im Vor­der­grund, die zu Druck­ent­las­tung und Druck­ver­tei­lung bei­tra­gen. Eben­so wich­tig ist dar­über hin­aus die Bewegungsförderung.

Expertenstandard repräsentiert den aktuellen Wissensstand

Mit­hin stellt der Exper­ten­stan­dard Deku­bi­tus­pro­phy­la­xe den aktu­el­len Stand der pfle­ge­ri­schen Wis­sen­schaft und For­schung dar. Und ent­fal­tet trotz des Emp­feh­lungs­cha­rak­ters hier­durch eine haf­tungs­recht­li­che Kon­se­quenz. Denn der Sorg­falts­maß­stab der han­deln­den Pfle­ge­kraft hat sich grund­sätz­lich am aner­kann­ten Stand der pfle­ge­ri­schen Wis­sen­schaft und For­schung zu ori­en­tie­ren, sodass eine unbe­grün­de­te Abwei­chung hier­von als Sorg­falts­pflicht­ver­let­zung gewer­tet wird, die gege­be­nen­falls zivil­recht­li­che Scha­dens­er­satz­an­sprü­che nach sich zie­hen kann.

Aus dem Gesichts­punkt des Pati­en­ten­schut­zes und der haf­tungs­recht­li­chen Risi­ko­mi­ni­mie­rung ist es unum­gäng­lich, sich mit den Neue­run­gen und Aktua­li­sie­run­gen des Exper­ten­stan­dards aus­ein­an­der­zu­set­zen und des­sen Inhal­te auf die indi­vi­du­el­len Bedin­gun­gen der Gesund­heits­ein­rich­tung zu kon­kre­ti­sie­ren. Es ist eine gesamt­be­trieb­li­che und Lei­tungs­auf­ga­be, die­sen Stan­dard zu implementieren.