Lauterbach
Bundes­mi­nis­ter für Gesund­heit, Karl Lauter­bach (SPD)Bild: BMG/Thomas Ecke

Die Pflege im Kranken­haus müsse dringend aufge­wer­tet werden. Lauter­bach verwies auf die USA, wo „beson­ders gut ausge­bil­dete Pflege­kräfte vieles machen, was bei uns den Hausärz­ten vorbe­hal­ten ist“.

In Deutsch­land wehre die Ärzte­lobby jede Übertra­gung von Kompe­ten­zen an das Pflege­per­so­nal ab.

Lauter­bach plant große Reform

Der Gesund­heits­mi­nis­ter plant zur Zeit eine große Kranken­haus­re­form. Die Vorschläge sehen unter anderem vor, Kranken­häu­ser einzu­rich­ten, die ohne angestellte Ärzte auskom­men und ganz von Pflege­kräf­ten gelei­tet werden.

Eine neue gesetz­li­che Regelung plant Lauter­bach zudem zur Überwin­dung der Liefer­eng­pässe bei Arzneimitteln.

„Wir arbei­ten deshalb an einem Gesetz, das sicher­stellt, dass Medika­mente in mehre­ren Weltre­gio­nen gleich­zei­tig beschafft werden müssen, damit wir nicht mehr von ein oder zwei Fabri­ken weltweit abhän­gig sind“, sagte er der Zeit.

Künftig solle zudem „nicht mehr allein der billigste Anbie­ter den Zuschlag bekom­men, sondern dieje­ni­gen, die mehr Versor­gungs­si­cher­heit anbieten“.

Lauter­bach kriti­sierte die starke Ausrich­tung auf Wirtschaft­lich­keit in vielen Berei­chen des Gesundheitswesens.

„Wir sind zu weit gegan­gen“, sagte der Minis­ter. Das gelte nicht nur für die Arznei­mit­tel­ver­sor­gung, sondern auch für Arztpra­xen, die zuneh­mend von Inves­to­ren übernom­men würden und wo nun billige Massen­ab­fer­ti­gung drohe.

„Wir müssen die Discoun­ter-Medizin beenden“, erklärte er.

Quelle: Die Zeit