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long covid
Was ist das genau, Long Covid?Bild: Zerbor | Dreamstime.com

Was ist Long Covid?

Long Covid ist ein Oberbe­griff für alle gesund­heit­li­chen Beschwer­den, die nach einer Infek­tion mit dem Corona­vi­rus auftre­ten und nicht ander­wei­tig erklär­bar sind. Die Beschwer­den können dabei nach der Infek­tion zunächst ganz verschwin­den und später wieder auftre­ten, aber auch nach der Infek­tion fortbe­stehen. Es ist auch möglich, dass nach der Infek­tion Symptome neu hinzukommen.

Ist Long Covid das gleiche wie Post Covid?

Auch der Begriff Post Covid beschreibt fortbe­stehende gesund­heit­li­che Einschrän­kun­gen nach einer Corona­in­fek­tion. Der Unter­schied liegt in der Zeitspanne: Während Long Covid sich auf Beschwer­den bezieht, die mehr als vier Wochen nach der ursprüng­li­chen Infek­tion noch vorhan­den oder neu aufge­tre­ten sind, versteht man unter Post Covid Symptome, die noch nach drei Monaten andauern.

Welche Symptome treten bei Long Covid auf?

Die Symptome sind sehr unter­schied­lich. Beson­ders häufig sind Störun­gen des Geruchs- und Geschmacks­sinns, Muskel- und Glieder­schmer­zen und Kopfschmer­zen. Auch Fatigue, einge­schränkte Belast­bar­keit sowie Atemnot bei Belas­tung kommen oft vor. Viele Patien­ten berich­ten über Schlaf­stö­run­gen und Husten. Konzen­tra­ti­ons­stö­run­gen, Wortfin­dungs­stö­run­gen und sogar Haaraus­fall können Symptome von Long Covid sein. Beson­ders belas­tend sind psychi­sche Symptome wie depres­sive Verstim­mun­gen und Angst­zu­stände. Oft ist auch ein generell erhöh­tes Stress­le­vel zu spüren. Eher selten treten Herzra­sen, Schwin­del, Übelkeit oder Durch­fall auf. Gelegent­lich kommt es auch zu Lähmun­gen und Kribbeln in den Gliedmaßen.

Bei einigen Patien­ten kann sich Long Covid in einer Form entwi­ckeln, die dem chroni­schen Erschöp­fun­ges­sym­ptom sehr ähnlich ist. Diese Krank­heit ist auch als Myalgi­sche Enzepha­lo­mye­li­tis (ME) oder Chronic Fatigue Syndrom (CFS) bekannt. Die Ursachen sind bisher nicht bekannt, es schei­nen aber Immun­re­ak­tio­nen nach einer Infek­tion eine Rolle zu spielen. ME/CFS bringt schwere chroni­sche Beein­träch­ti­gun­gen der körper­li­chen und geisti­gen Leistungs­fä­hig­keit mit sich. 

Typisch ist eine deutli­che Verschlech­te­rung nach leich­ter körper­li­cher Belas­tung. Das bedeu­tet eine starke Behin­de­rung im Alltag, einen ausge­präg­ten Verlust von Lebens­qua­li­tät und gesell­schaft­li­cher Teilhabe und dadurch auch eine psychi­sche Belas­tung für die Patienten.

Wie verbrei­tet ist Long Covid?

Die Studi­en­lage zum Auftre­ten von Long Covid ist aktuell sehr wider­sprüch­lich. Die Angaben zu den Erkran­kungs­zah­len schwan­ken stark, je nachdem, wie lange die ursprüng­li­che Infek­tion her ist. Vier Wochen nach der Infek­tion – also zu Beginn der Long-Covid-Phase – sind etwa zehn Prozent aller Patien­ten betrof­fen, nach acht Wochen sinkt die Anzahl auf fünf Prozent und nach zwölf Wochen sind es noch zwei Prozent.

Sind bestimmte Gruppen beson­ders gefährdet?

Dazu gibt es aktuell noch keine gesicher­ten Erkennt­nisse. Viele Menschen glauben, dass Patien­ten mit einem schwe­ren Krank­heits­ver­lauf ein höheres Risiko hätten, an Long Covid zu erkran­ken, das ist aber nicht zwingend der Fall. Genauso sind Patien­ten mit einem leich­ten Verlauf nicht automa­tisch geschützt. Es können also sowohl leicht als auch schwer Erkrankte Long Covid bekom­men, aller­dings ist das Risiko für Menschen mit schwe­rem Verlauf etwas höher. Bei diesen müssen anderer­seits auch die Folgen der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Betreu­ung (zum Beispiel künst­li­cher Beatmung) berück­sich­tigt werden.

Bisher kann man sagen, dass Frauen häufi­ger an Long Covid erkran­ken als Männer. Kinder und Jugend­li­che sind selte­ner betrof­fen als Erwach­sene. Die Alters­gruppe der 30–50-Jährigen taucht am häufigs­ten in den Statis­ti­ken auf. 

Manche Vorer­kran­kun­gen wie Asthma, Bluthoch­druck, Diabe­tes und Überge­wicht schei­nen das Risiko etwas zu erhöhen. Auch psychi­sche Vorer­kran­kun­gen spielen offen­bar eine Rolle.

In der Patien­ten­leit­li­nie zu Long Covid finden sich noch einige Fakto­ren, die beim Auftre­ten vom Long Covid eine Rolle spielen können:

  • Anhal­tende Entzün­dung einzel­ner Organe durch das Virus selbst
  • Ernied­rig­ter Blut-Sauer­stoff­ge­halt und daher ggf. höhere Erschöpf­bar­keit und längerer
    Heilungsprozess
  • Anhal­tende überschie­ßende Reaktion des Immun­sys­tems auf die Virusinfektion
  • Zu schwa­che oder fehlende Abwehr des Virus durch das Immunsystem
  • Anhal­tende Infek­tion mit SARS-CoV‑2
  • Körper­li­che Folgen und psychi­sche Belas­tun­gen durch einen schwe­ren Krank­heits­ver­lauf mit Kranken­haus­auf­ent­halt und/oder Intensivmedizin
  • Trainings­man­gel bzw. ein Rückgang der körper­li­chen Gesund­heit nach einer längeren
    Zeit der Bettruhe und Inaktivität
  • Verschlim­me­rung vorbe­stehen­der Erkrankungen
  • Folgen von Erleb­nis­sen mit der Erkran­kung und des gesell­schaft­li­chen Lockdowns

Kann ich mich vor Long Covid schützen?

Den besten Schutz vor Long Covid ist es, gar nicht erst zu erkran­ken. Das bedeu­tet: Häufi­ges Hände­wa­schen, Maske – am besten eine FFP2-Maske – in Innen­räu­men und nicht zuletzt Abstand­hal­ten. Auch ein vollstän­di­ger Impfschutz inklu­sive regel­mä­ßi­ger Auffri­schungs­imp­fun­gen ist wichtig.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Kurz gesagt: Immer. Wenn Sie an COVID-19 erkrankt sind, sollten Sie auf jeden Fall einen Termin mit Ihrem Hausarzt verein­ba­ren. Denn auch wenn Sie nur leicht erkrankt sind, ist eine Nachsor­ge­un­ter­su­chung auf jeden Fall sinnvoll. Sollten darüber hinaus Unter­su­chun­gen in einer Facharzt­pra­xis – zum Beispiel Lungen­heil­kunde oder Kardio­lo­gie – notwen­dig sein, kann Ihre Hausarzt­pra­xis Sie entspre­chend überweisen.

  1. www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste_Gesundheitliche_Langzeitfolgen.html
  2. www.longcovid-info.de/allgemeine-infos/was-ist-long-covid/
  3. www.infektionsschutz.de/coronavirus/basisinformationen/long-covid-langzeitfolgen-von-covid-19/
  4. www.zusammengegencorona.de/covid-19/long-covid-langzeitfolgen-einer-covid-19-erkrankung/
  5. www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020–027p_S1_Post_COVID_Long_COVID_2021-12.pdf