OP-Abdeckungen und OP-Mäntel sorgen für eine hohe Plastikmüll-Produktion.
OP-Abdeckun­gen und OP-Mäntel sorgen für eine hohe Plastik­müll-Produk­tion.Bild: © Jukkra­pun Thipsupa | Dreamstime.com

In Deutsch­land werden jährlich rund 18 Millio­nen Proze­du­ren und Opera­tio­nen statio­när und ambulant in Kranken­häu­sern und MVZ-Einrich­tun­gen durch­ge­führt. Dafür wird eine Vielzahl von Verbrauchs­ma­te­ria­lien benötigt und steril angewen­det. So auch Patien­ten­ab­de­ckun­gen, OP-Mäntel und einzelne OP-Tücher. Weil diese OP-Abdeckun­gen und Mäntel als Medizin­pro­dukte mit ihren Reinheits- und Barrie­re­ei­gen­schaf­ten Patien­ten und Anwen­der wirksam schüt­zen sollen, unter­lie­gen sie Sicher­heits- und Leistungs­an­for­de­run­gen, die in europäi­schen Normen beschrie­ben werden. Kein Material, das diesen Anfor­de­run­gen nicht bei jedem Einsatz genügt, darf im Opera­ti­ons­saal benutzt werden. Durch die Nutzung von Einweg­pro­duk­ten entste­hen dabei riesige Mengen Abfall, die kaum realis­tisch erfasst werden können.

Was passiert mit dem anfal­len­den Müll? In einigen europäi­schen Ländern wird er verbrannt, sodass eine geringe Energie-Rückge­win­nung statt­fin­det. Aber ist das angesichts der dringen­den Umwelt­pro­bleme der richtige Weg? Im Gegen­satz dazu können nämlich spezia­li­sierte Dienst­leis­ter quali­fi­zierte Mehrweg­sys­teme bis zu 80-mal im Kreis­lauf aufbe­rei­ten, bevor sie kontrol­liert entsorgt werden.

Um wirksam die Umwelt zu schüt­zen, ist die Vermei­dung von Müll die wirksamste Maßnahme. Insbe­son­dere dann, wenn man bedenkt, dass beim üblichen Verbrauchs­ma­te­rial für den OP-Bereich die Patien­ten­ab­de­ckun­gen und OP-Mäntel den größten Teil des Volumens ausmachen.

Gravie­rende Müllre­duk­tion ist techno­lo­gisch möglich

Moderne High Tech-Texti­lien können Einweg-OP-Abdeckun­gen und Einweg-OP-Mäntel umwelt­ent­las­tend und hygie­ne­ge­si­chert erset­zen. Sie sind für einen langen Lebens­zy­klus entwi­ckelt und werden, vergleich­bar mit chirur­gi­schen Instru­men­ten, nach jeder Opera­tion mit validier­ten Verfah­ren wieder verwen­dungs­fä­hig aufbe­rei­tet. Ungefähr 10 Prozent des Marktes werden so im wahrs­ten Sinne des Wortes schon abgedeckt und unter­stüt­zen das gesell­schaft­li­che Ziel einer Kreis­lauf­wirt­schaft.[1] Dabei werden sogar nicht nur innova­tive Tücher und OP-Mäntel in texti­ler Mehrweg­aus­füh­rung angebo­ten, sondern auch mit ergän­zen­den Artikeln zur einma­li­gen Verwen­dung kombi­niert. Dadurch können alle OP-Arten bedient werden, ohne dass OP-Techni­ken umgestellt werden müssen.

So verwen­den Opera­teure gerne wegen des überra­gen­den Trage­kom­forts und vor allem bei langen Eingrif­fen textile OP-Mäntel, während sie ein innova­ti­ves „All in One“-Einwegtuch als Abdeckung verwen­den. Auch komplette, indika­tive OP-Sets wie Trays, lassen sich so je nach Anwen­der­an­for­de­rung zusammenstellen.

Wie Kranken­häu­ser ihre Mengen an Plastik­müll senken können

Die Nutzung von Mehrweg­sys­te­men ist sicher und wirtschaft­lich, sie beinhal­tet zudem viele zusätz­li­che logis­ti­sche Entlas­tun­gen für den OP und das Kranken­haus. Durch die regio­nale Aufbe­rei­tung in spezia­li­sier­ten Aufbe­rei­tungs­ein­hei­ten für Medizin­pro­dukte (AEMP) ist eine sehr gute Liefer­si­cher­heit garantiert.

Immer mehr Kranken­häu­ser nutzen die Gelegen­heit, Sicher­heit und Wirtschaft­lich­keit mit aktiver Plastik­müll­re­duk­tion zu kombi­nie­ren. Sie entschei­den sich für die beste Kombi­na­tion aus zwei Welten und damit für ein ganzheit­lich ausge­rich­te­tes System.

Für Fragen, Wünsche oder Anregun­gen, steht Ihnen der Autor gern zur Verfügung.

Autor: Dirk-Michael Kahlert (dirk-michael.kahlert@elis.com), CHIRUTEX Deutschland 

[1] http://ec.europa.eu/environment/circular-economy/index_en.htm