Aufgrund des täglichen, nahen Patientenkontakts besteht immer die Gefahr, dass sich gefährliche Keime an die Berufskleidung haften. Der Wechselrhythmus der Berfuskleidung sollte daher unbedingt einhalten werden.
Auf­grund des täg­li­chen, nahen Pati­en­ten­kon­takts besteht immer die Gefahr, dass sich gefähr­li­che Kei­me an die Berufs­klei­dung haf­ten. Trotz­dem wird sie oft nicht regel­mä­ßig gewech­selt.© Tyler Olson | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Die Gesund­heits­wirt­schaft ist einer der größ­ten Arbeit­ge­ber in Deutsch­land. Über 5,5 Mil­lio­nen Men­schen arbei­ten in die­sem Sek­tor: 1.942 Kran­ken­häu­ser, 14.500 Pfle­ge­hei­me, über 14.000 Ambu­lan­te Pfle­ge­diens­te und mehr als 70.000 Arzt­pra­xen kom­men täg­lich in Kon­takt mit Pati­en­ten und Pfle­ge­be­dürf­ti­gen. In den hygie­nere­le­van­ten Berei­chen von Kran­ken­häu­sern, in der sta­tio­nä­ren und ambu­lan­ten Pfle­ge sowie in Arzt­pra­xen sind 3,4 Mil­lio­nen Men­schen auf die siche­re Ver­sor­gung mit hygie­nisch auf­be­rei­te­ter Berufs- und Schutz­klei­dung angewiesen[1].

Klare Vorgaben regeln den Wechselrhythmus der Berufs- und Bereichskleidung

Die Betei­li­gung von Tex­ti­li­en und Hän­den bei der mög­li­chen Ver­brei­tung eines Infek­ti­ons­ri­si­kos als Schmier­in­fek­ti­on ist wis­sen­schaft­lich aner­kannt. Die­ser Kern­be­reich der Kran­ken­haus­hy­gie­ne wird des­halb durch Fach­ge­sell­schaf­ten bewer­tet, die Deut­sche Gesell­schaft für Kran­ken­haus­hy­gie­ne bei­spiels­wei­se ver­öf­fent­licht eine eige­ne Emp­feh­lung zum Wech­sel­rhyth­mus von Berufskleidung[2]. In jedem Kran­ken­haus und Pfle­ge­heim exis­tie­ren Hygie­ne­plä­ne, jeder ambu­lan­te Pfle­ge­dienst han­delt im Rah­men der Regel­wer­ke des MDK.

Als Faust­re­gel gilt in die­sen Vor­ga­ben für den Wech­sel­rhyth­mus: „Berufs­klei­dung: Bei Kon­ta­mi­na­ti­on sofort. In der Regel 2‑Ta­ges-Wech­sel, gege­be­nen­falls häu­fi­ger. Die Häu­fig­keit des Wech­sels ist abhän­gig von den Gege­ben­hei­ten bei der Arbeit. Bereichs­klei­dung: Täg­li­cher Wech­sel und bei Kon­ta­mi­na­ti­on sofort“

Die Heimwäsche ist abzulehnen und juristisch untersagt

Trotz­dem kla­gen Beschäf­tig­te vor allem im ambu­lan­ten Sek­tor über unzu­rei­chen­de Bereit­stel­lung aus­rei­chen­der Men­gen an Berufs­klei­dung oder sogar über die Not­wen­dig­keit, selbst beschaff­te und getra­ge­ne Berufs­klei­dung auch noch zuhau­se waschen zu müs­sen. Dadurch wird die Kei­mum­ge­bung ihrer Arbeits­stät­te in das häus­li­che Umfeld expor­tiert. Exper­ten sagen dazu schon lan­ge: „Die Auf­be­rei­tung von Dienst­klei­dung durch die Mit­ar­bei­ter pri­vat zu Hau­se ist fach­lich abzu­leh­nen und juris­tisch unter­sagt.” Pro­fes­sio­nel­le Tex­til­dienst­leis­ter nut­zen vali­dier­te Auf­be­rei­tungs­pro­zes­se sowie zer­ti­fi­zier­te Hygie­ne­qua­li­täts- und Kon­troll­sys­te­me, um die siche­re Tex­til­des­in­fek­ti­on zu gewähr­leis­ten.

Professionelle Versorgungsmodelle gewährleisten Zugang zu hygienischer Berufskleidung

Oft­mals füh­ren auch Arbeits­zeit- und Schicht­mo­del­le mit mehr als fünf Arbeits­ta­gen am Stück zu Ver­sor­gungs­eng­päs­sen, weil die dar­aus resul­tie­ren­den Aus­stat­tungs­an­for­de­run­gen durch den Ein­kauf nicht beach­tet wer­den oder einem exter­nen Dienst­leis­ter nicht aus­rei­chend bekannt sind. Durch einen gerin­gen Wech­sel­rhyth­mus ent­ste­hen hygie­ni­sche Gefähr­dun­gen, für die der Arbeit­ge­ber die orga­ni­sa­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung trägt. Dabei exis­tie­ren genü­gend Dienst­leis­tungs- und Ver­sor­gungs­mo­del­le, die den Beschäf­tig­ten in der Gesund­heits­wirt­schaft den dau­er­haft ein­fa­chen und siche­ren Zugang zu hygie­ni­scher Berufs­klei­dung ermög­li­chen.

Tex­til­ver­sor­gung im sta­tio­nä­ren und ambu­lan­ten Sek­tor will geplant sein, bevor etwas schief geht. Der Deut­sche Tex­til­rei­ni­gungs­ver­band DTV stellt Kli­nik- und Heim­lei­tun­gen sowie den Betrei­bern von Pfle­ge­diens­ten mit sei­nen neu­en Leit­fä­den für die tex­ti­le Ver­sor­gung von Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen Hil­fe­stel­lung bei der Ver­ga­be der tex­ti­len Ver­sor­gung an exter­ne Dienst­leis­ter zur Verfügung[3].

[1]https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Gesundheitspersonal/

[2]DGKH: Klei­dung und Schutz­aus­rüs­tung für Pfle­ge­be­ru­fe aus hygie­ni­scher Sicht.pdf

[3]DTV: Neue Leit­fä­den für die tex­ti­le Ver­sor­gung von Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen