Arzneimittelversorgung

Einfach ruhig gestelltTotale Fehlversorgung von Demenzerkrankten

Statt auf Antidementiva zurückzugreifen, werden Demenzerkrankte zu häufig einfach mit Beruhigungsmitteln ruhig gestellt. Erschwerend kommt hinzu: Im Bereich der Alzheimerdemenz darf man in den nächsten Jahren mit keinem Durchbruch in der Arzneimitteltherapie rechnen. Eine fatale Prognose, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Betroffenen zukünftig nicht abnehmen, sondern zunehmen wird.




Arzneiverordnungs-Report 2017Patentgeschützte Arzneimittel werden teurer

Die Arzneimittelausgaben lagen 2016 bei rund 38,5 Milliarden Euro. Es wurden insgesamt mehr, aber vor allem auch teurere Arzneimittel gegenüber dem Vorjahr verordnet. Grund dafür war die starke Kostensteigerung bei den patentgeschützten Wirkstoffen, erklärt der Herausgeber des kürzlich veröffentlichten Arzneiverordnungs-Reports 2017, Prof. Ulrich Schwabe.


Frühe NutzenbewertungZusatznutzen bei Medikamenten nicht belegt

Die Ad-hoc-Kommission Nutzenbewertung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) fordert in einem Positionspapier zur frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel, die Methodik der Bewertung zu erweitern. Es sei wichtig, das patientenrelevante Outcome stärker einzubeziehen und damit zu einem wichtigen Kriterium der Bestimmung eines Zusatznutzens werden zu lassen.


ArzneimittelversorgungVersandapotheken haben ihre eigenen Spielregeln

Der Koalitionsausschuss konnte sich bisher nicht auf ein Verbot des Versandhandels verschreibungspflichtiger Arzneimittel einigen. Laut einer Umfrage des vdek gebe es ohnehin keine Existenzbedrohung ortsnaher Apotheken. Georg Nüsslein und Maria Michalk setzen sich dennoch für das Verbot ein, sie sehen die Arzneimittelversorgung durch Apotheken vor Ort bedroht.



ArzneimittelgesetzDas Preisproblem bei Medikamenten bleibt ungelöst

Die Regierungskoalition hat entschieden, dass Arzneimittelpreise auch weiterhin transparent und öffentlich zugänglich bleiben. Als „sinnvoll und notwendig für das deutsche Gesundheitswesen“, beschreibt Martin Litsch vom AOK-Bundesverbandes diese Entscheidung der Koalitionsfraktionen. Das Problem der Mondpreispolitik ist damit noch nicht gelöst.